So nutzt du das Tool
Gib das Suchwort ein, mit dem Käufer auf amazon.de nach deinem Produkt suchen würden, zum Beispiel „Yogamatte“ oder „Knoblauchpresse“. Das Tool sucht die meistverkauften Produkte dazu, fasst Farb- und Größenvarianten zusammen und wertet sie in fünf Schritten aus: Nachfrage, Wettbewerb, Profitabilität, Startkapital und die Punkte, die du vor dem Einkauf prüfen musst.
Wenn du deinen Einkaufspreis schon kennst, trag ihn im Modul Profitabilität ein. Ohne eigenen Wert rechnet das Tool mit 25 % vom Verkaufspreis und kennzeichnet das Ergebnis als vorläufig. Unter „Annahmen anpassen“ stellst du Versandart, Retourenquote, Werbekosten und Einmalkosten auf deine Zahlen ein. Jede Auswertung hat eine eigene Adresse, die du kopieren und weitergeben kannst.
Woher die Zahlen kommen
Grundlage sind öffentlich sichtbare Amazon-Daten, die wir über Keepa abrufen: Preise, Bewertungen, Bestseller-Ränge, Gebühren und die Angabe „X-mal im letzten Monat gekauft“, die Amazon auf vielen Produktseiten zeigt. Diese Angabe ist eine Spanne. „50+“ bedeutet 50 bis 99 Verkäufe, „1.000+“ bedeutet 1.000 bis 1.999. Für die Umsätze rechnet das Tool mit der Mitte der Spanne und multipliziert sie mit dem aktuellen Preis.
Damit siehst du die 10 stärksten Produkte zu deinem Suchwort. Kleine Anbieter mit weniger als 50 Verkäufen im Monat tauchen in Amazons Angabe nicht auf. Zubehör und Produkte aus fremden Kategorien, etwa eine Schlauchbox bei „Gartenschlauch“, nimmt das Tool automatisch aus der Wertung. In der Produktliste kannst du jede dieser Entscheidungen ändern.
Vier Fragen, bevor du Ware bestellst
Gibt es genug Nachfrage?
Das Tool misst die Nachfrage in Euro. 900 Verkäufe zu 175 € sind ein anderer Markt als 900 Verkäufe zu 15 €. Das Tool zeigt den durchschnittlichen Monatsumsatz der Top 10 über die letzten 12 Monate und dazu jeden einzelnen Monat. So erkennst du sofort, ob ein Produkt ganzjährig läuft oder nur in wenigen Wochen.
Kommst du gegen die Konkurrenz an?
Ein neues Produkt startet mit null Bewertungen. Entscheidend ist, wie groß der Vorsprung der etablierten Anbieter im Verhältnis zu ihren Verkäufen ist. Dazu kommen der Umsatzanteil der drei stärksten Marken, die Frage, ob Amazon selbst mitverkauft, und die Preisentwicklung der letzten 90 Tage. Fallende Preise deuten auf einen Preiskampf hin. Wenn es neue Anbieter in den letzten 18 Monaten in die Top 10 geschafft haben, ist das ein gutes Zeichen.
Bleibt nach Werbung Gewinn?
Von einem Verkaufspreis gehen die Mehrwertsteuer, die Verkaufsgebühr, die FBA-Versandgebühr, Lagerkosten, dein Einkauf, Retouren und die Werbung ab. Das Tool zeigt diese Rechnung Zeile für Zeile, dazu den höchsten Einkaufspreis, bei dem noch 15 % Marge bleiben. Mit diesem Wert gehst du in die Verhandlung mit deinem Lieferanten. Die genauen FBA-Gebühren für dein eigenes Produkt rechnest du mit unserem FBA-Rechner nach, die Werbekosten mit dem ROAS- und ACoS-Rechner.
Wie viel Geld brauchst du zum Start?
Bevor das erste Geld von Amazon zurückkommt, bezahlst du die Ware, die Werbung für den Start und einmalige Kosten wie Muster, Produktfotos oder Prüfungen. Das Tool schätzt die erste Bestellung für drei Monate nach dem Saisonverlauf des Vorjahres. Trag dein eigenes Verkaufsziel ein, wenn du anders planst.
Warum der Durchschnitt täuscht
Die Top 10 eines Marktes zusammen sehen oft beeindruckend aus. Ein neues Produkt landet aber nicht auf Platz 1. Realistischer ist das Niveau von Platz 8 bis 10, deshalb zeigt das Tool diesen Wert gesondert als „Realistisch für Neue“. Bei der Suche nach Yogamatten lag der Monatsumsatz der Top 10 am 24.10.2026 bei rund 351.000 €, ein Produkt auf Platz 8 bis 10 kam auf rund 5.200 € im Monat.
Saisonware richtig einschätzen
Wenn 80 % oder mehr des Jahresumsatzes in vier Monaten liegen, bewertet das Tool die Nachfrage eine Stufe schlechter. Bei Handwärmern fielen zum Beispiel 90 % des Umsatzes von November bis Februar an. Die Ware muss also vor Saisonbeginn bezahlt und im Lager sein, eine verpasste Saison kostet ein ganzes Jahr, und was übrig bleibt, bindet Geld bis zum nächsten Winter. Bei FBA kommen in dieser Zeit Lagergebühren dazu.
Was das Tool nicht prüft
Die Auswertung ersetzt keine eigene Prüfung. Qualität und Zuverlässigkeit deines Lieferanten kann sie nicht beurteilen, ebenso wenig Suchvolumen und Klickpreise. Pflichten wie die Registrierung nach Batterie- oder Elektrogesetz, Kosmetik- und Lebensmittelrecht, Produktsicherheit nach GPSR oder das Verpackungsregister LUCID nennt das Tool als Prüfpunkte, wenn die Produkte darauf hindeuten. Ob sie für dein Produkt gelten, musst du selbst klären. Lies außerdem die 1- bis 3-Sterne-Bewertungen der Top-Produkte. Dort steht, was Kunden stört und was du besser machen kannst.
Häufige Fragen
Ist das Tool kostenlos?
Ja. Du brauchst kein Konto und musst keine E-Mail-Adresse angeben. Pro Tag kannst du 3 neue Suchwörter auswerten. Suchwörter, die schon ausgewertet wurden, kannst du unbegrenzt abrufen.
Wie genau sind die Umsätze?
Es sind Schätzungen. Amazon zeigt Verkäufe nur in Spannen, und der aktuelle Preis kann von dem Preis abweichen, zu dem in Aktionszeiten verkauft wurde. Für den Vergleich von Produktideen reicht das gut aus, für eine Einkaufsplanung auf den Euro genau nicht.
Für welche Marktplätze funktioniert das Tool?
Im Moment für amazon.de.
Warum fehlt ein Produkt, das ich kenne?
Das Tool wertet die 20 relevantesten Treffer zu deinem Suchwort aus. Wenn ein Produkt fehlt, probier ein anderes Suchwort, das näher an dessen Titel liegt.
Ist „3 von 3 Signalen positiv“ eine Kaufempfehlung?
Nein. Die Signale beschreiben den Markt anhand von Daten. Ob sich dein konkretes Produkt lohnt, hängt zusätzlich von Einkauf, Qualität, Pflichten und deiner Vermarktung ab.
Quellen
Produkt-, Preis- und Verkaufsdaten: Keepa, abgerufen bei der ersten Suche nach einem Suchwort, danach 7 Tage zwischengespeichert. Gebühren: Amazon-Angaben zu den jeweiligen Produkten, Lagergebühren nach der FBA-Tarifübersicht für amazon.de, die auch unser FBA-Rechner verwendet.