In diesem Beitrag soll es um eine der wichtigsten strategischen Fragen für Amazon Seller und Marken gehen: Wann lohnt es sich, einen Amazon Marketplace Manager oder Amazon Account Manager einzustellen – und wann nicht?
Wir reden über Kompetenzen, Entscheidungen, Gehälter, den Hiring-Prozess und mehr. Du wirst erfahren , welche häufigen Fehler bei der Suche nach einem Amazon Account Manager zu vermeiden sind, welche Kosten realistisch sind und wie ein professioneller Einstellungsprozess aussehen sollte.
Anm.: In diesem Beitrag wird zur besseren Lesbarkeit die männliche Form angewandt. Natürlich beziehen wir uns aber auch auf weibliche Amazon Account Managerinnen, die ebenso kompetente Kandidatinnen für dein Business sind.
Was macht ein Amazon Marketplace Manager?

Ein Amazon Marketplace Manager kümmert sich um deinen Account, indem er operative, administrative wie strategische Aufgaben übernimmt, um dein Amazon Business weiterzubringen. Seine Arbeit verfolgt drei Ziele:
- dir Zeit einzusparen
- das Unternehmen vor kostspieligen Fehlern zu bewahren
- das maximale Potenzial an Umsatzwachstum, Profitabilität und Markenpräsenz herauszuholen
In Wirklichkeit entscheiden die meisten Unternehmer zunächst, sich selbst mit Amazon auseinanderzusetzen – bis ihnen einfach irgendwann die Zeit ausgeht oder sie zunehemend auf Hürden stoßen und von Umsatzstagnation sowie schlechten KPIs betroffen sind. Dann entsteht der Wunsch: „Wir brauchen jemanden, der Amazon kann“.
Typische Aufgaben einer Amazon Fachkraft
Ein Amazon Accunt Manager übernimmt folgende Aufgaben:
- Listings und SEO
- Ads (PPC und evtll. auch DSP)
- Bestandsmanagement und Logistikentscheidungen
- Budgetzuweisung
- Preissteuerung inkl. Aktionen und Rabatte
- Monitoring von KPIs
- Regelmäßige Reportings und Wettbewerbs-Analysen
- Bedienung von Tools
- Support-Anfragen bei Amazon
- Rezensionsmanagement
- Policy-Probleme und BuyBox-Compliance
- Steuerung des Sortiments
- Launch-Strategien
- Skalierungslogik
Arten von Amazon Account Managern
Wenn du nicht zum Team „Do-it-yourself“ gehörst, brauchst du dringend jemanden, der sich um deinen Seller-Account kümmert. Zu hast die Wahl zwischen:
- Inhouse oder Remote Manager:
In Vollzeit angestellte Fachkraft mit 100%-igem Fokus und tiefem Wissen. - Agentur:
Team mit breitem Expertenwissen in den Bereichen SEO, Ads, Design und Strategie; für die kurzfristige oder langfristige Zusammenarbeit. Eine spezialisierte Amazon Agentur ist ideal, wenn du intensive Unterstützung brauchst und dir einen Sparring-Partner ohne Ausfallrisiko wünschst. - Freelancer:
Dienstleister mit flexibler Verfügbarkeit, der zu geringen Fixkosten arbeitet. Ein Freelancer ist ideal, wenn du kurzfristig Unterstützung willst oder zuerst die Zusammenarbeit testen möchtest, bevor du dich fest verpflichtest.
Hierbei gibt es noch verschiedene Erfahrungslevel: Junior, Midlevel und Senior. Aus der Praxis zeigt sich, dass Midlevel-Profile oft den besten Return on Investment bieten.
Warum? Juniors benötigen intensive Einarbeitung und können sich bei komplexen Herausforderungen auf keinen reichhaltigen Erfahrungsschatz stützen – deshalb sind sie meist Teil eines Inhouse Teams und arbeiten nicht selbstständig.
Seniors sind (zu Recht) teuer und nicht immer optimal in junge Unternehmenskulturen integrierbar, da sie in ihren Wegen festgefahren sein könnten.
Wer braucht einen Amazon Marketplace Manager?
Unternehmen gibt es in allen Kategorien und Größen. Jeder Seller Account hat unterschiedliche Bedürfnisse. Und nicht jedes Unternehmen profitiert automatisch von einer angestellten Amazon-Fachkraft.

Startups und Gründer
Startups und Gründer, die sich in der frühen Aufbau- und Wachstumsphase befinden, sollten unserer Meinung nach keinen Marketplace Manager einstellen. Warum?
Zunächst einmal stellt sich die Kostenfrage: Eine erfahrene Vollzeitkraft rechnet sich für Teams mit begrenztem Budget und geringem Umsatz einfach nicht.
Zudem sollte man sich das notwendige Wissen zur Funktionsweise des Amazon Marktplatzes zunächst selbst erarbeiten.
Im Laufe dieses Prozesses können dann einzelne Aufgaben an Freelancer oder Agenturen ausgelagert werden.
Für Startups und Gründer machen folgende Angebote Sinn:
- Spezielle Starterpakete, um die Basics zu erlernen (z.B. unser 12-wöchiges Starter-Programm)
- Workshops und Schulungen, um wertvolle Tricks zu erlernen (z.B. unsere 12-wöchige Masterclass)
- Beratungen oder Audits bei auftretenden Problem wie z.B. einem plötzlichen Umsatzeinbruch
- Zeitlich befristete, spezialisierte Dienstleistungen (z.B. PPC oder Produktbilder)
Eine Ausnahme besteht nur bei starkem Kapitalrückhalt oder der Anwesenheit von Investoren: In dem Fall können Startups von Anfang an eine interne Stelle mit einem Amazon Account Manager besetzen.
Etablierte Marken und stationäre Unternehmen
Etablierte Marken und stationäre Unternehmen stehen häufig vor der klassischen Make-or-Buy-Frage: Bauen sie besser ein eigenes Experten-Team auf und regeln die Marktplatz-Aktivitäten intern, oder lagern sie die Account-Verwaltung an Fachkräfte aus? Hier gibt es keine pauschale Antwort – entscheidend sind Ressourcen, Wachstum und interne Strukturen.
Um die Entscheidung leichter zu fällen, können die folgenden Fragen weiterhelfen:
- Wie hoch ist dein monatlicher Amazon-Umsatz?
- ab 100.000 €: Ein Inhouse Manager lohnt sich und ist sinnvoll
- ab 50.000 €: Ein Inhouse Manager lohnt sich nur bei komplexem Setup (internationaler Verkauf, großes Sortiment…)
- ab 20.000 €: Eine Agentur bietet bei mittleren Umsätzen die passende Unterstützung
- ab 5.000 €: Ein Freelancer kann schon bei niedrigen Umsätzen eine Hilfe sein
- Ist Amazon für dich aktuell nur ein Testkanal oder Nebeneinkommen, ein bedeutender Wachstumskanal oder die ultimative Profitquelle?
- Gibt es Mitarbeiter, die ein gutes Verständnis für Amazon aufbringen und Entscheidungsfähigkeiten besitzen?
- Wie komplex ist dein Marketplace-Setup?
- Hohe Komplexität bedeutet: Viele pflegeintensive ASINs, grenzüberschreitende Aktivitäten, Vendor-Seller Hybridmodell, hoher Wettbewerbsdruck, hoher PPC-Anteil…
- Planst du im kommenden Jahr starkes Wachstum inkl. Expansion und Sortimentserweiterung?
Bei schnellem Kompetenzbedarf, hohen Unsicherheiten, fehlendem firmeninternen Know-How sowie hohen Anforderungen wird üblicherweise ein Amazon Account Manager eingestellt.
Viele etablierte Marken entscheiden sich allerdings für ein hybrides Modell: Sie unterhalten ein Inhouse Amazon Team, erfragen jedoch ab und an die Expertise externer Fachkräfte, die sie dann gerne auch als Sparring-Partner heranziehen.
Schnell wachsende Online-Unternehmen
Schnell wachsende Online-Unternehmen mit breit gefächertem Produktportfolio und mehr als 2 Mio. € Marktplatzumsatz sollten auf jeden Fall über das Einstellen eines Amazon Marktplatz Managers in Vollzeit nachdenken. Aber auch hier gilt: Die Entscheidung muss wirtschaftlich sauber gerechnet werden.
Wieso, erfährst du im folgenden Abschnitt, in dem wir über die Kosten für einen Amazon Account Manager sprechen.
Was kostet ein Amazon Marketplace Manager wirklich?

Das Einstiegsgehalt eines Amazon Account Managers beträgt um die 40.000 €, während das Durchschnittsgehalt etwa 45.000-50.000 € beträgt. Für Senior-Positionen zahlen Unternehmen auch mal 60.000 € und darüber. Doch mit dem Gehalt ist es nicht komplett getan, wie du vielleicht als Arbeitgeber bereits am eigenen Leib miterlebt hast.
Ein realistisches Kostenbeispiel für einen Midlevel Marketplace Manager wäre wie folgt:
• Bruttogehalt: ca. 45.000 € jährlich / durchschnittlich 3.750 € monatlich
• Arbeitgebernebenkosten (ca. 22 %): ca. 10.000 €
• Urlaub & Feiertage: ca. 8.000 €
• Recruiting-Kosten: 5.000-10.000 €
• Equipment & Tools: ca. 2.000 €
Damit liegen die Gesamtkosten im ersten Jahr realistisch bei über 70.000 €. Hinzu kommen Opportunitätskosten durch Onboarding, Einarbeitung und mögliche Fehlbesetzungen.
Der Recruiting-Prozess dauert häufig drei bis sechs Monate. Hinzu kommen Kündigungsfristen und eine mehrmonatige Einarbeitungsphase. Selbst bei gut gesteuerten Prozessen liegt die Fehlbesetzungsquote übrigens bei etwa 20-30%. Die Faktoren Zeit und Risiko musst du, wie bei jedem Einstellungsverfahren, auch bei der Suche nach einem geeigneten Amazon Account Manager mit berücksichtigen.
Was macht einen guten Amazon Marketplace Manager aus?

Dein erster Gedanke lautet sicherlich: «Ein guter Account Manager erreicht unsere e-Commerce-Ziele und bringt dem Unternehmen zusätzlichen Profit ein».
Und selbstverständlich willst du grüne Zahlen sehen. Wenn ein guter Amazon Manager den Umsatz steigert, die Kosten stabilisiert oder gar senkt, und die Werbeeffizienz langfristig erhöht, hat er sein Gehalt schnell refinanziert.
Das Erreichen der numerischen Ziele wird durch zwei Faktoren gesteuert: Fachliche Kompetenz und Motivation.
Fachliche Kompetenz ist essenziell. Das ist klar. Titel allein sind irrelevant – entscheidend ist, ob die Person
Amazon wirklich beherrscht. Eine kaufmännische Ausbildung oder ein BWL-Studium klingen schön und gut, doch wie steht es um die Expertise rund um Amazon Seller Central, SEO und PPC? Und ist die Erfahrung anhand von vergangenen Projekten nachweisbar?
Motivation ist an sich keine Soft Skill, sondern eine Eigenschaft, die die das Verhalten am Arbeitsplatz maßgeblich steuert. Motivation zeigt sich darin, ob jemand einen reinen Job zum Geldverdienen sucht oder sich einer größeren Aufgabe annehmen will. Motivierte Kandidaten stechen beim Vorstellungsgespräch sofort heraus: Sie haben sich vorbereitet und stellen inhaltliche Fragen zum Unternehmen, vermitteln eine positive Körpersprache und lassen Begeisterung erkennen.
Doch es gibt einen dritten Faktor, der beim Recruiting eines Amazon Marketplace Managers entscheidend ist: Cultural Fit.
Cultural Fit bedeutet nicht Gleichförmigkeit, sondern, dass die persönliche Einstellung, die eigenen Werte und die Arbeitsweise zur Unternehmenskultur passen. Das ist besonders wichtig, wenn du einen Inhouse Amazon Manager einstellst. Externe Fachkräfte wie Freelancer und Agenturen, die an ihrem eigenen Standort eigenverantwortlich und meist nur projektweise für dich arbeiten, müssen sich – obwohl sie mit dir stets im engen Austausch stehen – weniger mit deiner Unternehmenskultur identifizieren können als jemand, der zu deinem Unternehmen gehört.
Der Cultural Fit sollte spätestens im Vorstellungsgespräch abgeglichen werden. Sobald du die Kandidaten kennengelernt hast, lohnt sich ein bewährtes Gedankenexperiment: Könntest du sieben Stunden mit dieser Person am Flughafen verbringen, ohne dass es anstrengend wird? Wenn deine Antwort darauf «Ja» lautet, hast du die ideale Person gefunden!
Wo findet man geeignete Kandidaten für die Stelle?

Die Personalsuche über das Internet kann aufwendig und undurchsichtig sein; je nachdem, welche Plattform du nutzt, ziehst du auch unterschiedliche Arten von Amazon-Experten an. Schauen wir uns mal an, über welche Kanäle du Bewerbungen von Amazon Account Managern ersuchen kannst.
1) Freelancer: Bekannte Freelancer-Marktplätze
z.B. Fiverr, Upwork, Guru, BeFreelancr
Hier kannst du gezielt Talente mit den erforderlichen Kenntnissen suchen oder eine Stellenanzeige aufgeben und Bewerbungen erhalten. Manche Marktplätze kümmern sich nicht nur um die Zusammenbringung von Unternehmern und Talenten, sondern auch um die Kommunikation, das Arbeitszeit-Tracking, die Zahlungsabwicklung und die Rechnungsstellung.
2) Agentur: Gezielte Suche
z.B. Google-Suche, Branchenverzeichnisse, Bewertungsplattformen
Amazon Agenturen können unterschiedliche Spezialisierungen haben, die meisten bieten aber eine mittel- bis langfristige Komplettbetreuung an, was dem Account Management entspricht. Fordere ein Audit an und erfrage die Konditionen der Zusammenarbeit im Kennenlerngespräch.
3) Inhouse Manager: Jobbörsen und Recruiting-Plattformen
z.B. LinkedIn, Indeed, Monster, Stepstone, Glassdoor
Hier kannst du klassische Stellenanzeigen für eine Festanstellung bei dir schalten und Interessenten für ein näheres Auswahlverfahren sammeln. Sowohl Präsenz-Stellen als auch Remote-Stellen können auf den Jobbörsen eingestellt werden.
4) Inhouse Manager: Stellenanzeige auf Website
Zusätzlich zum Jobbörsen-Eintrag lohnt sich eine Stellenanzeige auf der eigenen Website, sofern diese vorhanden und gut frequentiert ist. So können Interessierte direkt mit dir Kontakt aufnehmen.
5) Alle: Empfehlungen
z.B. Online Communities, Amazon Seller Foren, eigener Bekanntenkreis
Amazon-Experten, die gute Arbeit leisten, werden häufig innerhalb der Seller-Community oder auf themenbezogenen Plattformen weiterempfohlen. Frage einfach konkret nach Kontakten und Erfahrungsberichten anderer e-Commerce-Händler.
Tipps für einen erfolgreichen Hiring-Prozess

- Stelle niemals aus Verzweiflung „irgendwen“ ein.
Wenn nicht der richtige Kandidat dabei war, suche weiter. Der falsche Amazon Account Manager kann teurer kommen als gar kein Manager. - Hiring ist Chefsache und soll nicht komplett delegiert werden.
Zumindest in den finalen Entscheidungsrunden musst du stark involviert sein – immerhin geht es um die Zukunft deines Unternehmens. - Ein klares, realistisches Anforderungsprofil ist Pflicht.
Überlege gut, was du von dem zukünftigen Accont Manager erwartest und investiere genug Zeit in die Gestaltung einer aussagekräftigen Stellenanzeige. - Hiring ist ein Numbers Game – je mehr Gespräche, desto höher die Trefferquote.
Nutze mehrere Kanäle, um dein Gesuch zu verbreiten, und schrecke nicht vor langen Prozessen zurück, um möglichst viele Kandidaten im Gespräch kennenzulernen. - Mehrere Interviews mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Referenzgespräche sowie Probetage oder Assessments sind essenziell.
Immerhin willst du dir am Ende zu 100% sicher sein, den richtigen Kandidaten herausgepickt zu haben. - Ein standardisierter Bewerbungsprozess erhöht die Qualität und Vergleichbarkeit der Kandidaten.
So erhält niemand einen unfairen Vorteil und du kannst leichter zwischen den verschiedenen Profilen auswählen.
Typische Red Flags bei Bewerbern
- Schlechte Vorbereitung auf das Interview
→ das wird ersichtlich, wenn der Kandidat grundlegende Tatsachen zum Unternehmen nicht kennt und keine proaktiven Fragen stellt - Häufige Jobwechsel in den vergangenen Jahren ohne Erklärung
→ dies könnte darauf hinweisen, dass der Kandidat mehrfach frühzeitig entlassen wurde - Langsame oder unzuverlässige Kommunikation
→ solch ein Verhalten erweckt kein Vertrauen und könnte auf fehlende Motivation hindeuten
- Übertriebene Selbstdarstellung
→ der Kandidat sollte seine Fähigkeiten und Erfahrung realistisch darstellen, sonst kommt es zu falschen Erwartungshaltungen und Missverständnissen
- Fokus ausschließlich auf Benefits und Homeoffice
→ ein Kandidat, der übermäßig auf seinen Arbeitskomfort und seine persönlichen Vorzüge pocht, hinterlässt den Eindruck, dass er gar nicht am Arbeitsinhalt interessiert ist, sondern die Stelle aus purer Bequemlichkeit haben will
- Keine Angabe von Referenzen bzw. Ablehnung von Referenzgesprächen
→ Arbeitnehmer dürfen es ihren (ehemaligen) Arbeitgebern rechtlich untersagen, Auskünfte zum Arbeitsverhältnis zu geben. Die Gründe hierfür können vielfältig sein; meist deutet es jedoch darauf hin, dass der Kandidat a) im Konflikt mit seinem alten Arbeitgeber steht oder b) seine Jobwechsel-Absichten noch nicht angekündigt hat.
Typische Fehler in der Entscheidungslogik
- „Wir brauchen jemanden, der die Ads schöner macht“
Wenn Amazon PPC nicht die gewünschten Ergebnisse liefert, liegt es oft an der Grundlagenarbeit. Wenn jemand bloß am Design schraubt, werden die Ursachen nicht bekämpft. - Junior einstellen und Senior-Ergebnisse erwarten
Jede Lernkurve eines unerfahrenen Berufseinsteigers ist verbranntes Budget für dich. Junior-Positionen mit intensiver Einarbeitung werden oft von Inhouse Teams, Agenturen oder e-Commerce-Agenturen angeboten. Wenn du als Amazon Seller echte Effizienz von einer einzelnen Person haben willst, solltest du eine Midlevel-Stelle ausschreiben.
- Zu hohe Erwartungen an den Account Manager stellen
Wer überfordert ist, leistet nur mittelmäßige Arbeit. Gerade zu Arbeitsbeginn warten sicherlich viele Baustellen und simultane Aufgaben auf den neuen Manager (Ads, Content, Strategie, FBA, Reporting…). Gib ihm Zeit, um alles ordentlich aufzuarbeiten. - Nur auf die monatlichen Gehaltskosten bedacht sein
Klar, eine zusätzliche Festanstellung kostet Geld. Bietest du deinen Kandidaten jedoch kein faires Monatsgehalt an, wirst du schnell das Nachsehen haben. Frage dich lieber, was dich der momentane Stillstand pro Jahr kostet und wie viel Geld du schon durch gemachte Fehler verloren hast. Die Einstellung eines Marketplace Managers rechnet sich eigentlich immer.
Fazit: Ein eigener Amazon Manager kann Großes bewirken

Wer Hilfe mit seinen Verkäuferaktivitäten auf dem Amazon Marketplace benötigt, hat mehrere Möglichkeiten, professionelle Unterstützung zu erhalten. Viele größere Unternehmen entscheiden sich dazu, ein eigenes Inhouse Team zusammenzustellen und eine Stelle als Amazon Account Manager auszuschreiben. Da dich eine Midlevel-Position aber bis zu 70.000 € jährlich kosten kann, sollte dein Umsatz auf Amazon entsprechend hoch liegen, um diese Hiring-Entscheidung zu stützen.
Amazon Händler mit weniger als 50.000 € Umsatz pro Monat sind mit Agentur- oder Freelancer-Services besser beraten. Für Unternehmen in der Wachstumsphase stellt diese Optionen oftmals eine Übergangslösung dar, bis sich die Einstellung eines eigenen Amazon Marketplace Managers in Vollzeit lohnt. Manche Händler zählen jedoch langfristig auf die Experten-Dynamik einer Agentur, in der mehrere Amazon-Spezialisten zusammenarbeiten.
Fassen wir also zusammen: Für
- schnell wachsende Unternehmen mit > 2 Mio. € Amazon-Umsatz
- etablierte Marken, bei denen Amazon Umsatztreiber ist
- expandierende Unternehmen, die mit zunehmender Komplexität konfrontiert sind
kann die Einstellung eines Amazon Marketplace Managers sinnvoll sein – aber nur mit klarer Entscheidungslogik, realistischer Kostenrechnung und einem strukturierten Einstellungsverfahren. Viele Unternehmen unterschätzen Aufwand, Zeit und Risiko im Zusammenhang mit der Suche und Auswahl eines geeigneten Kandidaten. Wer sauber rechnet und bewusst entscheidet, vermeidet teure Fehlentscheidungen. Eine realistische Erwartungshaltung und etwas Geduld sind anschließend gefragt, um die positiven Veränderungen durch das professionelle Amazon-Management voll auszukosten.