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Hast du schonmal einen Blick ins Amazon Seller Forum geworfen? Nach nur 10 Minuten Scrollen wird dir sämtliche Lust entgehen, jemals ein Verkäuferkonto bei Amazon zu eröffnen. Denn hier jagt eine Horrorstory die nächste… es wird über Umsatzeinbrüche, Betrugsmaschen, Kostenfallen, FBA-Probleme, Account-Sperrungen, Supportprobleme und was weiß ich noch geklagt.

Deshalb wird es höchste Zeit, dass wir die häufigsten Herausforderungen und Probleme im Leben eines Amazon Sellers zur Ansprache bringen.

Und: Da du bei uns in guten Händen bist, erklären wir dir auch gleich mit, was es mit diesen Problemen auf sich hat und wie du damit umgehen kannst.

Amazon ist kein Eisschlecken, das möchte niemald behaupten. Es gibt zahlreiche Erfolgsstories und Wundergeschichten, wie wir häufiger in unserem Podcast behandeln, aber eben auch demotivierende Erfahrungen. Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass die Seller, die sich mit anderen im Forum austauschen, ihr Business eigenständig führen und keine Unterstützung von Agenturen oder Account-Managern haben. Deshalb können sie sich bei Zweifeln und Unsicherheiten auch nur an die erweiterte Verkäufer-Community wenden.

Wenn du von Anfang an Fettnäpfchen und Fallstricke bei Amazon vermeiden möchtest, wende dich an uns und vielleicht können wir ja zusammenarbeiten!

Nun lass uns aber anfangen mit den häufigsten Problemen, die Amazon Seller aktuell beschäftigen.

BuyBox auf Eigenmarken-Produkte plötzlich weg

Wenn die BuyBox komplett fehlt, sinkt die Conversion Rate

Wenn die BuyBox komplett fehlt, sinkt die Conversion Rate

Problematik

Fast täglich suchen Seller im Forum Hilfe, da sie über Nacht auf alle ihre ASINs die BuyBox verloren haben. In vielen Fällen ist das deswegen unverständlich, da die Seller eine Eigenmarke vertreiben und die einzigen Anbieter sind. Grund kann also nicht sein, dass ein Konkurrent die BuyBox abgestaubt hat. Das Einkaufswagen-Feld taucht im Listing schlichtweg nicht mehr auf und das organische Ranking sinkt ebenfalls, sodass die Verkäufe auf Null herunterkrachen.

Die Seller behaupten, sie haben gute Produktbewertungen, eine hervorragende Verkäuferperformance, Versand durch Amazon, und keinerlei Änderungen am Produkt oder am Preis vorgenommen. Was also kann passiert sein?

Erklärung + Lösung

Grundsätzlich machen die Amazon Experten deutlich, dass niemand ein Anrecht auf die BuyBox hat. Das Vergabeverfahren ist zudem nicht im Detail bekannt und niemand kann vorhersagen, wie der Algorithmus entscheidet. Eine bombensichere Anleitung, wie man die BuyBox gewinnt und hält, gibt es daher nicht – nur Tipps, wie man die Wahrscheinlichkeit erhöht.

Das heißt: Selbst wenn du scheinbar alle Parameter für den BuyBox-Gewinn erfüllst, ist der Besitz nicht gesichert. Bei Eigenmarken-Produkten kann es dann auch mal passieren, dass es kein hervorgehobenes Angebot gibt.

In vielen Fällen konnte die Community schon einen Verdacht äußern, warum die BuyBox entzogen wurde:

  • Fehlende Bullet Points (= schlechte SEO)
  • Verdächtige positive Produktreviews, die auf eine mögliche Manipulation hindeuten
  • Vereinzelt technische Probleme bei den Preisen
  • Niedriger Lagerbestand (= drohende Out-of-Stock-Problematik)
  • Warnungen seitens Amazon zum Konto, die zunächst gelöst werden müssen
  • Unterschreitung einer bestimmten Performance-Rate
  • und und und…

Die Liste an möglichen Ursachen ist lang, sodass man sich das immer von Fall zu Fall anschauen muss!

Übrigens kam in vielen Fällen die BuyBox nach wenigen Tagen oder Wochen wieder zurück. Verluste von Tausenden von Euros durch nicht zustandegekommene Verkäufe mussten die Seller jedoch leider hinnehmen.

Automatische Kategorieänderung führt zu Umsatzeinbruch

Die Kategoriezuordnung eines Produkts bestimmt über Sichtbarkeit und Umsatz

Die Kategoriezuordnung eines Produkts bestimmt über Sichtbarkeit und Umsatz

Problematik

In unseren Blogposts zu Seller Best Practices betonen wir immer wieder, wie wichtig es ist, das eigene Produkt in die richtige Kategorie einzuordnen. Was jedoch passiert, wenn Amazon im Alleingang eine Umkategorisierung durchführt, schildert der Fall eines Sellers, der bisher sehr erfolgreich einen Tierhaarentferner verkauft hat.
Zuvor war dieser in der Kategorie Haustiere eingeordnet (Haustiere > Hunde > Fell- & Krallenpflege > Haarroller & -handschuhe). Zwar handelt es sich streng genommen um einen Artikel für den Besitzer und nicht für das Haustier selbst, doch suchen Haustierbesitzer logischerweise in genau dieser Kategorie nach Zubehörartikeln und Hilfsmitteln.

Nun ordnete Amazon das Werkzeug jedoch in Drogerie & Körperpflege > Fusselentferner / Stoffpflege ein. Dies führte zu einem massiven Einbruch in Sichtbarkeit und Umsatz, da das Produkt für relevante Keywords nicht mehr ausgespielt und von der relevanten Zielgruppe nicht mehr gefunden wurde.

Erklärung + Lösung

Die Aktion seitens Amazon war unberechtigt, da vergleichbare Produkte weiterhin in der richtigen Kategorie eingegliedert waren.

Mit etwas Verzögerung konnte der Seller Support tätig werden und alles wieder rückgängig machen.

Anmerkung: Im obigen Bild siehst du, dass sich spezialiserte Tierhaarentferner in der Kategorie Haustiere befinden, während generische Fusselrollen, die sich auch für Tierhaare eignen, in der Kategorie Drogerie & Körperpflege sind.

Beihilfe zum Betrug im Rahmen der A-bis-Z-Garantie

Ein unterschriebener Zustellnachweis ist in so manchem Streitfall ein Lifesaver.

Ein unterschriebener Zustellnachweis ist in so manchem Streitfall ein Lifesaver.

Problematik

Ein weiterer Fall, der fast täglich im Seller Forum diskutiert wird, ist Amazons A-bis-Z-Garantie. Doch inwiefern führt die Garantie bei so vielen Sellern zu Missmut? Weil Amazon quasi alle gemeldeten Garantieansprüche bewilligt und dann eine volle Rückerstattung zahlt, obwohl manche Kunden dies offensichtlich als Betrugsmittel einsetzen. 

Kunden können in folgenden Fällen die A-bis-Z-Garantie beantragen:

  • Das Paket ist nicht eingetroffen.
  • Der Artikel ist beschädigt, fehlerhaft oder nicht wie beschrieben.
  • Es gibt keine geeigneten Rückgabeoptionen.
  • Der Rückgabeantrag wurde weder geschlossen noch autorisiert.
  • Der Kunde hat den erwarteten Rückerstattungsbetrag bzw. den Ersatz nicht erhalten.
  • Der Verkäufer hat keine Abholung für einen schweren und sperrigen Artikel arrangiert.

Bei vielen A-bis-Z-Garantieanträgen behauptet der Kunde, das Paket nie erhalten zu haben. Der Seller verliert sowohl den Artikel als auch das Geld. Zudem fließt der Vorfall in die Rate der Bestellmängel ein, was die Verkäuferperformance senkt.
Ein Verdacht auf Betrug liegt vor, da
die Seller nachweisen können (u.a. durch die Unterlagen zur Sendungsverfolung und die Unterschrift, die der Kunde beim Empfang geleistet hat), dass die Ware korrekt zugestellt wurde.

Zwar kann man gegen ungerechtfertigte Garantiebewilligungen Einspruch erheben, doch führt das meist zu keiner schnellen und adäquaten Lösung. So hatten auch die betroffenen Seller mehrmals Widerspruch eingereicht, welchen Amazon nach langer Wartezeit mit sinnfreier Begründung ablehnte.

Erklärung + Lösung

Viele Community-Mitglieder raten in Fällen des offensichtlichen Garantiebetrugs dazu, einen Mahnbescheid zu beantragen, sich aber keinesfalls direkt mit dem Kunden anzulegen, da dies nur negative Konsequenzen für den Seller Account haben würde.

In den beschriebenen Fällen zahlte sich aber auch Hartnäckigkeit aus: Die Seller schafften es glücklicherweise, über die Forumsmoderatoren eine erneute Überprüfung des Falls einzuleiten. Schließlich wurde dank des Vorhandenseins unterschriebener Zustellnachweise zugunsten der Seller entschieden – sie erhielten eine volle Rückerstattung von Amazon und die Rate an Bestellmängeln wurde aktualisiert. 

Bei einem anderen Seller wurde der Fall nur suboptimal gelöst. Amazon schrieb folgende Nachricht:
„Da Sie ausreichende Informationen bereitgestellt haben, die belegen, dass die Bestellung tatsächlich beim Kunden eingegangen ist, wird die Forderung nicht auf Ihre Rate an Bestellmängeln angerechnet.“ Sprich: Die Verkäuferperformance wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen, doch erhielt der Kunde nach wie vor eine Rückerstattung.

Diese Entscheidung fiel deshalb, da es in diesem konkreten Fall keinen unterzeichneten Zustellnachweis gab.
Es handelte sich um ein DHL Kleinpaket, das in den Briefkasten gelegt, jedoch nicht vom Kunden persönlich in Empfang genommen wurde. Daher wäre es möglich, dass der Kunde die Sendung tatsächlich nie erhalten hat, weil sie aus dem Briefkasten geklaut wurde.

Neue Waren im FBA-Lager als defekt deklariert

Neue Produkte werden fälschlicherweise von Amazon als "nicht verkaufbar" klassifiziert

Neue Produkte werden fälschlicherweise von Amazon als „nicht verkaufbar“ klassifiziert

Problematik

Mehrere Seller haben bereits die frustierende Erfahrung gemacht, dass sie brandneue Artikel in das FBA-Lager einsenden, wo dann ein Großteil der Artikel als „defekt“ deklariert wird und in den nicht verkaufbaren Lagerbestand übergeht. Eine Erklärung dafür liefert Amazon nicht.

Die Seller haben dann nur zwei Optionen: Eine Remission anfordern oder die Waren durch Amazon entsorgen lassen. Letzteres würde den kompletten Warenwert zerstören und auch zu Unrecht erfolgen. Die Remissionskosten sind angesichts dessen das kleinere Übel, da es so auch eine Chance auf Wiederverkauf gibt.

Die Betroffenen behaupten, alle eingesendeten Artikel seien in einwandfreiem Zustand gewesen und so auch wieder zurückgekommen. Sprich: Amazon deklarierte die Artikel zu Unrecht als defekt. Davon betroffen waren vor allem neue ASINs, bei denen der Produktlaunch kurz bevorstand.

Erklärung + Lösung

Nach der Remission und einer weiteren strengen Qualitätsprüfung, die jedoch keine neuen Erkentnisse lieferte, entschieden sich die Seller dazu, die Pakete erneut ins Amazon Logistikzentrum zu senden – in der Hoffnung, dass sie diesmal direkt in den verkaufbaren Lagerstand übergehen.
Das war natürlich mit erheblichem Mehraufwand und Mehrkosten verbunden, doch letztendlich war dies die einzige Lösung.

Andere Seller hatten das Problem, dass ihr korrekt eingebuchter Lagerbestand über Nacht als „defekt“ im System hinterleg wurde. Auch hier war die schnellste und einfachste Lösung eine Remission und das Wiedereinsenden der Ware. 

Kein Erfolg als neuer Seller / plötzlicher Umsatzrückgang

Suchvolumen und Konkurrenz müssen immer zuerst analysiert werden

Problematik

Die wohl häufigste Beschwerde von Amazon Verkäufern hat mit niedrigen Umsätzen oder mit Umsatzeinbrüchen zu tun.

Erklärung + Lösung

Hierzu kommentierte ein Seller passend:

„Amazon ist eine Online-Plattform, auf der professionelle, selbständige Unternehmer ihre Waren anbieten können. Ob Du hier was verdienst, hat weniger mit Amazon zu tun als mit Deinen Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen als Unternehmer. Wenn man sich von den einschlägigen YouTube-Videos „Bei Amazon zum Millionär“ blenden lässt, dann kann das nur schiefgehen. Wenn man ein seriöser selbständiger Unternehmer mit einem funktionierenden Geschäftsmodell und entsprechendem Know How ist, dann funktioniert Amazon als Plattform sehr wohl.“

Wir können uns dem nur anschließen. Zwar sind wir davon überzeugt – und können dies auch anhand zahlreicher Case Studies beweisen – dass Amazon große Gewinnchancen für Händler bereithält, allerdings ist es keine Plattform, auf der jeder beliebige Hobbyverkäufer schnell reich wird.

Erfahrungen im Wirtschaften und im Online-Handel sind von großem Vorteil. Du musst eine perfekte Produktrecherche und Kostenkalkulation machen, dich mit PPC Werbung auskennen und die Geheimnisse der Algorithmen beherrschen. Logistik, Kundenservice, Branding, USP, Steuern… all das spielt in deinen Erfolg als Amazon Seller mit rein.

Anders ist es in den kuriosen Fällen, in denen der Umsatz nach jahrelanger Stabilität plötzlich zurückgeht. Viele Seller können sich das nicht erklären, da sie alles so machen wie vorher. Ich habe über solche Umsatzeinbrüche bereits einen ausführlichen Beitrag geschrieben.

Manchmal sind die Ursachen für das Umsatztief leicht behebbar. Manchmal liegt es jedoch außerhalb deiner Kontrolle. Dann nämlich hat eine ganze Kombination aus Gründen Schuld an der Stagnation:

  • Gesamtwirtschaftliche Lage und Inflation
  • Angespannte politische Stimmung
  • Rückzug von Amazon aus den Google Ads – dieser Schritt erhielt vielfach Kritik
  • Manipulierte Suchergebnisse durch Sponsored Ads
  • Steigende Konkurrenz chinesischer Online-Marktplätze
  • Sich verschärfender Preisdruck durch mehr Wettbewerb
  • Gesellschaftlicher Wandel, der die Nachfrage nach bestimmten Produkten bremst
  • usw.

Gerade deshalb wird es immer wichtiger, up-to-date zu sein und einen erfahrenen Ansprechpartner zur Seite zu haben, der sich mit Maßnahmen zur Umsatzsteigerung, Kostensenkung und Sichtbarkeitsmaximierung auskennt. Kontaktiere uns gerne und wir führen ein kostenloses Audit von deinem Seller Account durch, bevor wir dir ein Modell zur Zusammenarbeit vorschlagen.

Betrugsmaschen von Kunden bei Rücksendungen

bei rücksendung erstattung anfordern

Problematik

Retouren sind seit jeher den Verkäufern auf Amazon ein Dorn im Auge. Warenrücksendungen können erheblichen finanziellen Schaden anrichten, negative Bewertungen fördern und zu allgemeinem Missmut führen.

Das manipulative Verhalten mancher Kunden verschärft die Problematik. Früher forderten manche Kunden einen Preisnachlass direkt beim Händler ein, um von einer Retoure abzusehen. Einzelne Seller werteten dies als Erpressung und als Masche, um den Artikel nachwirkend günstiger zu bekommen.

Heutzutage kann das Angebot einer teilweisen Rückerstattung direkt über Amazon erfolgen, wenn du die entsprechenden Einstellungen dazu machst. Damit reduzierst du das Risiko von Folgeschäden. Im Endeffekt verlierst du nämlich mehr durch eine Retoure mit darauffolgender schlechter Rezension, als durch den gewährten Rabatt.

Natürlich besteht nach wie vor die Gefahr, dass Kunden dies als Trick anwenden, um den Artikel günstiger zu bekommen. Da man dies nur schwer nachweisen kann, müssen wir einfach davon ausgehen, dass das nur in seltenen Einzelfällen passiert.

Erklärung + Lösung

Wir bei AdsMasters raten dazu, Gebrauch von den automatischen Teilerstattungen zu machen.

Manche Retouren sind jedoch unabwendbar. Was dann im Paket zurückkommt, kann ein weiterer Grund für Missmut sein. In manchen sehr dreisten Fällen hilft nur das Erstatten einer Anzeige mit darauffolgender Meldung bei Amazon. So berichtet ein Seller den Fall, dass ein Käufer statt dem eigentlich zu retournierenden Produkt sein altes Druckergerät, mit umgeklebter Seriennummer, zurückgeschickt hat.

Bei Rücksendungen von falschen oder mutwillig beschädigten Waren ist die fotografische Dokumentation sehr wichtig, um Beweismaterial zu sammeln.

Erschwerend in so einer Situation kommt hinzu, dass bei jeder Rücksendung mit A-bis-Z-Garantieantrag eine Erstattung vorgesehen ist. Allerdings kannst du auch nur eine teilweise Erstattung bewilligen von z.B. 1%, wenn der Kunde bereitwillig die Retoure manipuliert hat und du dafür ausreichend Beweise hast. Den Missbrauch solltest du sowohl bei der Polizei als auch bei Amazon melden. Zudem lohnt es sich, mit dem Kunden über Amazons offiziellen Nachrichtenkanal Kontakt aufzunehmen.

Markenrechtsverletzungen

markenaufbau bei amazon

Problematik

Manche Markeninhaber, die alleinige Inverkehrbringer ihrer Produkte sind, erleben einen absoluten Albtraum: Ihr Produkt wird plötzlich von einem anderen Verkäufer, meist aus China oder einem orientalischen / östlichen Land, dargeboten. Das unerlaubte Reselling von Eigenmarken-Produkten kommt glücklicherweise nicht häufig vor, doch es gibt dokumentierte Fälle.

Ein Markeninhaber schilderte im Seller Forum, dass sich ein anderer Verkäufer mit einem ähnlichen Produkt einfach an sein Listing drangehängt habe. Sprich: Der andere Verkäufer habe die gleiche ASIN genutzt, um sein Produkt einzustellen, welches allerdings nicht von der gleichen Marke war und auch nicht identisch aussah.

Erklärung + Lösung

Genau aus diesen Gründen ist es wichtig, dich zusätzlich zum EUIPO (Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum) bei Amazons Brand Registry zu registrieren. Nur so kannst du dich auf einen gewissen Markenschutz verlassen, wenn jemand anfängt, deine Produkte wiederzuverkaufen oder nachzuahmen. Den unerlaubten Weiterverkauf deiner Markenartikel solltest du umgehend melden.

Wenn sich jemand mit einem ähnlichen Produkt an dein Listing dranhängt, ist die empfohlene Vorgehensweise wie folgt:

  1. Testbestellung machen, um einen konkreten Beweis zu erhalten, dass es sich um ein Fremdprodukt handelt
  2. Rückgabe anfordern mit dem Grund „Produkt entspricht nicht der Beschreibung“
  3. Über das Formular im Seller Central den Missbrauch melden („Über ein anderes Verkäuferkonto wird versucht, mein Geschäft zu schädigen“)
  4. Den Verstoß bei der Brand Registry melden

Glücklicherweise treten solche Probleme weitaus seltener auf als manche andere, die wir in diesem Beitrag besprechen. Immerhin! Dem anfänglichen Schockmoment solltest du mit Geduld, Zuversicht und Strategie begegnen. Im Markenschutz leistet Amazon gute Arbeit.

Amazon wird zum Konkurrenten

Amazon beansprucht die BuyBox nahezu permanent für sich.

Problematik

Ein weiterer Albtraum vieler Seller ist, sich plötzlich in der BuyBox gegen Amazon selbst durchsetzen zu müssen. Das ist nämlich so gut wie unmöglich. Allerdings betreibt Amazon hier ein vollkommen legitimes Geschäft, weshalb du entweder versuchen kannst, mit noch besseren Konditionen dagegen anzukämpfen, oder dich einfach auf andere Produkte konzentrierst, bei denen kein direkter Wettbewerb durch Amazon besteht.

Manche Seller schilden im Forum kuriose Fälle, bei denen Amazon plötzlich ihren FBA-Bestand an Eigenmarkenprodukten aufkauft und dann selbst wieder verkauft. Dies wirkt auf unerfahrene Seller zunächst als verdächtig, doch gibt es hierfür eine ganz einfache Erklärung und Lösung.

Erklärung + Lösung

FBA-Händler können in den Einstellungen zum „Versand durch Amazon“ die Option „Kauf meiner Produkte durch Amazon für den weltweiten Verkauf zulassen“ aktivieren bzw. deaktivieren. Viele Seller sind sich nicht bewusst, dass diese Option standardmäßig aktiviert ist. Dann kann Amazon deine FBA-Ware aufkaufen und auf anderen Marktplätzen, auf denen du nicht aktiv bist, verkaufen. Dein Listing wird einfach kopiert und automatisch übersetzt.

Viele Seller finden diese Option nicht schlecht, da sie sich selbst nicht um die Internationalisierung ihres Angebots kümmern müssen und dennoch ihre Waren loswerden. Nicht an Peter XY, sondern an Amazon.
Was dann Amazon mit der Ware macht, unterliegt nicht mehr deiner Kontrolle. Meist schlägt Amazon nochmal 10-30 % im Ausland auf, um aktiv Gewinn zu machen.

Ein Seller fand das gar nicht prickelnd. In dem Fall hatte Amazon nämlich das Produkt vor dem geplanten Release-Datum dargeboten, was natürlich ärgerlich war, weil der Produktlaunch zerstört wurde.

Wenn du dich mit der Internationalisierung etwas auskennt oder einen kompetenten Partner an deiner Seite hast, expandiere mit deinem Angebot einfach selbst und deaktiviere die Option, sodass Amazon nicht mehr resellen darf.

Tipp: Wenn du weißt, auf welchen Marktplätzen Amazon deine Produkte erfolgreich zu höheren Preisen verscherbelt, hast du bereits ein hohes Marktpotenzial gefunden und kannst einfach selbst anfangen, in dem jeweiligen Land zu verkaufen.

Neue Richtlinien erschweren das Wirtschaften

Problematik

Wer Produkte in den Kategorien Kinderspielzeug, Lebensmittel, Hygieneartikel usw. verkauft, muss bereits viele Auflagen erfüllen. Erschwert wird das Vorhaben durch plötzliche Neuerungen der Richtlinien, die Sellern das Leben schwerer machen.

Ein sehr anschauliches Beispiel hierfür möchte ich im Folgenden teilen. Der Vorfall hat für einige Seller, die ausschließlich in der betroffenen Kategorie tätig waren, das Aus bedeutet:

Heute haben wir bei Amzon unter „Einhaltung von Richtlinie“ hunderte neue Mängel reinbekommen (Tendenz steigend). Alle im Bereich „Probleme mit Lebensmittel- und Produktsicherheit“. Es handelt sich dabei um Artikel, die Amazon als Spielzeug/Kinderspielzeug an sieht. Eine neue Amazon-Anforderung verlangt, dass jedes einzelne Produkt extern und jährlich geprüft werden muss (Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsdienstleistungen von Drittanbietern.) Dafür muss man mit einem vorgegeben, externen Dienstleister ein Vertrag eingehen, ihm Muster zusenden und der ext. Dienstleister sendet Amazon dann das Prüfungsergebnis. Erst dann wird der Artikel freigeschaltet.

So wie das jetzt verlangt wird, kann ich es nicht erfüllen. Wenn nur jede Prüfung 100 Euro kostet, sind das pro Jahr bei mir 200.000 Euro Gebühren für den externen Dienstleister.

Ich denke mal, dass war es dann mit dem Handel von Kleinspielzeug, Luftballons, Folienballons, Malbücher, Tattoos, Sticker, etc auf Amazon. Das ist finanziell nicht zu stemmen.“

Ich verkaufe zertifiziertes Spielzeug eines großen Spielzeugherstellers aus Europa. Auch ich habe die ersten „Probleme mit Lebensmittel- und Produktsicherheit“ erhalten.

Den Verkäufersupport daraufhin angesprochen was es denn für einen Sinn mache bereits in Europa zertifiziertes Spielzeug erneut zertifizieren zu lassen … „man wolle das Spielzeug für Kinder sicherer machen. Ich müsste mir aus der vorgeschlagenen Liste eine Firma raussuchen um von dort das Zertifikat zu erhalten !“

Unter den dort aufgelistet Firmen sind viele chinesische dabei. Meine Frage: Ob es denn Sinn mache in Europa zertifiziertes Spielzeug erneut in China zertifizieren zu lassen. Der Hersteller des Spielzeugs ist übrigens NICHT in der Liste aufgeführt.

Wie gehabt nehme ich die Artikel welche im Listing ausgeblendet sind raus und stelle die bei EBAY ein.“

„Unsere Produkte wurden bereits von einem nach ISO 17025 akkreditierten Prüflabor getestet. Es liegen vollständige Testberichte und Zertifikate mit mehrjähriger Gültigkeit vor. Nach der aktuellen Vorgehensweise erkennt Amazon diese Nachweise nicht an. Stattdessen werden ausschließlich die wenigen gelisteten Prüfstellen akzeptiert, die wiederum keine vorhandenen Zertifikate prüfen, sondern ausschließlich komplette Neutests verlangen.

Also:

1. Keine Akzeptanz bestehender Zertifikate/Testberichte

2. Jährliche Prüfpflicht trotz mehrjähriger Gültigkeit

Wir haben heute bereits mehrfach versucht, den Amazon-Support zu erreichen, um die aktuellen Probleme zu besprechen und sicherzustellen, dass diese an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet werden. Leider werden die eingereichten Support-Fälle häufig nur schnell und standardisiert beantwortet.“

Den kompletten Thread, zu dem sehr viele überwältigte Händler beigetragen haben, findest du hier.

Erklärung + Lösung

Amazon ist natürlich, im Gegensatz zu ausländischen Plattformen wie z.B. Temu, stark daran gebunden, die immer strengeren EU-Richtlinien zur Produktsicherheit zu erfüllen. Zusammen mit dem beständigen Bestreben, den Kunden zum König zu machen, bedeutet dies manchmal, dass kleine Seller das Nachsehen haben.

Diese Herausforderungen überlegt man sich besser schon bei der Produktrecherche. Artikel im Bereich Baby/Kinder, Erwachsenenvergnügen, Ernährung, Gesundheit, Genussmittel und Waffen sind immer mit vielen Einschränkungen, Auflagen und Risiken verbunden, und sollten am besten nur von erfahrenen Händlern oder Spezialisten angeboten werden.

Zudem empfehle ich dir, dein Sortiment zu diversifizieren und Produkte in unterschiedlichen Kategorien anzubieten. So kannst du einzelne Artikel, wenn es wirklich notwendig ist, einfach aus dem Katalog herausnehmen und dich auf deine anderen Produkte verlassen, anstatt dein komplettes Amazon-Business aufzugeben.

Fazit: Wachsende Herausforderungen und Chancen

Schnell kommt man zu dem Schluss, dass „früher alles besser war“. Dabei wird oft vergessen, dass Amazon schon vor zehn Jahren kein Zuckerschlecken war. Klar gab es noch weniger Konkurrenz und in einigen Kategorien auch weniger Auflagen, doch gab es nicht die Arten von Tools und Automatisierungen, wie sie heute existieren. Während neue Probleme auftauchen, entstehen auch neue Chancen, Hilfestellungen und Lösungen.

Die häufigsten Kritikpunkte zu Amazon lassen sich zu wenigen Kernpunkten zusammenfassen:

  • Minderwertige Unterstützung: Support reagiert monatelang nur mit Standardantworten
  • Technische Fehler: Amazons KI-Systeme treffen fragwürdige Entscheidungen
  • Kunde ist König: Amazon gibt dem Kunden meistens Recht und die Leidtragenden sind die Verkäufer
  • Verdrängung: Kleine Seller werden durch immer strengere Richtlinien und chinesische Mega-Hersteller verdrägt

Der Amazon-Dschungel kann undurchsichtig sein. Es ist definitiv kein „get rich quick“-Scheme, obwohl viele Neuanfänger fest daran glauben. Wir möchten dich nicht entmutigen, denn man kann auch ohne Erfahrung erfolgreich auf Amazon durchstarten – dann musst du jedoch in die Erfahrung anderer investieren.
Das AdsMasters Starter-Programm begleitet dich 12 Wochen lang bei deinen ersten Schritten auf der Plattform und stellt sicher, dass du eine sichere Foundation zum Verkauf hast.

Alle anderen Seller, die wiederholt auf Hindernisse stoßen und schon mehrere Rückschläge in Kauf nehmen mussten, sind mit einem Audit gut bedient. Wir schauen uns an, wo es hakt und wo Optimierungspotenziale bestehen, sodass wir dich kompetent beraten und dir eine geeignete Form der Zusammenarbeit vorschlagen können.

Zögere nicht, um Hilfe zu erbeten – unser Team wird dir lange Diskussionen im Seller Forum ersparen.

Daniela

Mein Name ist Daniela und ich bin für das Content Writing der Amazon Agentur Adsmasters GmbH mit Sitz in Düsseldorf zuständig.

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