Der Beitrag analysiert drei gelungene Amazon Brand Stores: Affenzahn, Joop und Minecraft. Affenzahn setzt auf helle Bilder und ein direkt abspielendes Video, Joop wirkt saisonal gedeckt und hochwertig mit klarer Struktur, der Minecraft Store erklärt im Pixel-Look zuerst das Spiel und wirkt lebendig. Alle Stores bauen auf denselben Elementen auf: Banner, Menü und Kacheln in voller oder halber Breite. Daraus kannst du Ideen für deinen eigenen Store ableiten.

Einen eigenen Shop auf Amazon zu haben ist kein Wunschtraum. Marken können mit dem Amazon Brand Store ihre Produkte auf kreative und markenspezifische Weise vorstellen. Das Erstellen eines Brand Stores ist kinderleicht, dank intuitivem Drag & Drop Builder und ansprechenden Vorlagen.
Wie so ein Amazon Brand Store am Ende aussehen kann, will ich dir in diesem Beitrag zeigen. Ich habe fünf Markenshops herausgesucht, die mit ihrem Design und ihren Inhalten effektives Branding betreiben.
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Was macht einen guten Brand Store aus?

Hier sind acht Merkmale eines wirksamen Amazon Brand Stores:
- Erst das Branding, dann der Store
Bevor du mit deinem Brand Store beginnst, muss deine Strategie ausgefeilt sein: Wie positioniert sich deine Marke, welche Werte vertritt sie, für wen ist sie relevant? Was unterscheidet dich vom Wettbewerb? Welche Probleme lösen deine Produkte? Welche Emotionen wecken sie? - Konsistentes Design
Farben, Schriften, Bildsprache, Tonalität und Gestaltung müssen zu deiner Markenidentität passen. Sie sind in deinem Brand Book festgehalten. Der Brand Store muss dieselbe visuelle Wirkung wie deine Social Media-Seiten und deine Website haben. Idealerweise erkennt der Kunde deine Marke sofort wieder. - Sinnvolle Navigation
Der Amazon Brand Store besitzt wie jede klassische Website eine obere Navigationsleiste. Hier kannst du alle deine Produktkategorien vorstellen. Erfolgreiche Brand Stores haben zudem Unterseiten für ihre Bestseller, für Bundles, für Neuigkeiten, für rabattierte Angebote oder für Zubehör. Stelle sicher, dass Shop-Besucher schnell du deinen beliebtesten und am besten bewertesten Produkten gelangen. - Nicht nur Produkte, sondern die Marke vorstellen
Ein Brand Store ist keine bloße Anreihung von Produkten – denn dafür kannst du auch die markeneigene Suchergebnisseite auf Amazon nutzen, die einen stärkeren Verkaufsfokus besitzt. Der Markenshop ist dein Schaufenster, um Geschichten rund um deine Produkte zu erzählen und deine Markenidentität darzulegen. Viele Markeninhaber fügen deshalb auch Seiten in ihren Brand Store ein, die dem Storytelling oder der Informationsweitergabe dienen. - Wirkungsvolle Bilder
Gute Produktbilder sind Pflicht – aber im Brand Store geht es um mehr als Freisteller. Lifestyle-Fotografie, Anwendungsszenen, Detailaufnahmen und emotionale Markenbilder zeigen, wie sich das Produkt in das Leben des Kunden einfügt. Infografiken über das Alleinstellungsmerkmal deiner Marke packst du am besten zwischen die klickbaren Kategorie- oder Produktkacheln, um den Look der Seite etwas aufzulockern. Interaktive Shoppable-Bilder können gerne groß dargestellt werden: Sie fördern die Conversion. - Emotionale Markeninszenierung
Amazon ist stark produkt- und preisorientiert. Der Brand Store bietet die Chance, eine emotionale Ebene hinzuzufügen. Marken können hier Branding vom Feinsten betreiben und Lebensgefühl, Werte, Persönlichkeit sowie Zugehörigkeit vermitteln – mittels Text und (bewegten) Bildern. Das Markenerlebnis steht im Vordergrund, um Menschen an deine Marke zu binden, Vertrauen zu erwecken und deine Verkaufsziele nachhaltig zu unterstützen.
Amazon Store Best Practices: Meine Tipps

Kategorisierung und Einteilung
Überlege gut, wie du dein Sortiment organisieren willst. Je nach Art der Produkte eignen sich unterschiedliche Kategorietypen:
- Nach Produktart (z.B. für breite Sortimente: Matratzen, Bettbezüge, Lampen, Teppiche…)
- Kollektion (z.B. für Mode: Winterkollektion, Sommerkollektion, By Junna Kollektion…)
- Nach Raum (z.B. für Möbel: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Garten…)
- Nach Zielgruppe (z.B. für Mode: Damen, Herren, Kinder… oder für Tierfutter: Welpen, Laufhunde, Senioren…)
- Nach Anwendungsbereich (z.B. für Küchenutensilien: Zerkleinern & Mixen, Backen, Braten, Schneiden… oder für Hygieneprodukte: Büro, Reisen, Outdoor, Daheim…)
- Nach Produktfeatures (z.B. für Gebrauchsgegenstände: Wasserfest, Ultraleicht, Platzsparend…)
- Nach Material (z.B. für Möbel: Holz, Polyrattan, Bambus…)
- Nach Anlass (z.B. für Geschenkartikel: Geburtstag, Weihnachten, Valentinstag…)
Angebote
Wenn du Angebote am Laufen hast, erscheint neben der Startseite der Menüpunkt „Alle Angebote“ automatisch – sofern du die Funktion nicht deaktiviert hast. Andere Seiten, die bestimmte Produkte in den Fokus rücken, wie „Bestseller“ oder „Neuheiten“, müssen manuell erstellt werden.
Brand Design
Passe das Design deines Brand Stores an deine Marke an: Nutze dieselben Farben wie auf deinen anderen Kanälen, erstelle Textkacheln in deiner typischen Schriftart, erstelle Banner für die Kategorieseiten, die den Markencharakter perfekt inszenieren, und transportiere mithilfe von Bildern die gewünschten Emotionen.
Allgemeines Layout und Kacheln
Du kannst zwischen drei Vorlagen auswählen oder einen Amazon Brand Store ganz nach deinem eigenen Design gestalten. Die Vorlagen sind Marquee (ideal für: Storytelling und Anzeige diverser Produktkategorien), Product Highlight (ideal für: Hervorheben eines Bestseller-Produkts) und Product Collection (ideal für: Anzeige diverser Produktkategorien).
Der Amazon Brand Store besteht aus unterschiedlich großen, verschiedenartigen Kacheln. Grundsätzlich können alle Kacheln zu einer Unterseite im Brand Store oder zu einer Produktdetailseite verlinkt werden. Folgene Kacheln sind möglich:
- Header (geht über die ganze Breite der Seite, wird am Kopf der Seite angezeigt)
- Text
- Bild (rechteckig oder quadratisch)
- Bild mit Text (übereinander oder nebeneinander angeordnet)
- Shoppable Bild (interaktives Bild mit Punkten, die Produktdetails ausgeben)
- Video (wird beim Klicken abgespielt)
- Hintergrundvideo (werden automatisch abgespielt und stumm wiederholt)
- Produkt (Produktbild mit Preis und evtll. Prime-Logo. Je nach Größe der Kacheln werden weitere Details angezeigt, die entweder von der Produktdetailseite stammen oder benutzerdefiniert sind)
- Produktraster (zeigt vier Produkte in einer Reihe mit Details und „In den Einkaufswagen“-Button)
- Gallerie (zeigt bis zu acht Bilder)
- Bestseller (zeigt fünf Bestseller gemäß Verkaufsstatistiken)
- Empfohlene Produkte (zeigt fünf empfohlene Produkte gemäß der Verkaufshistorie des Kunden)
- Angebote (zeigt entweder alle oder ausgewählte Produkte mit Angebotspreisen)
Die Startseite ist der ideale Ort, um deine Kategorien in Form von Bildkacheln vorzustellen. Binde Videos ein, die deine Markenidentität prägen, und hebe ASINs mit guter Performance als Highlights einzeln hervor.
Shoppable Bilder
Eine sehr attraktive Gestaltungsmöglichkeit sind Shoppable-Bilder: Diese zeigen deine Produkte, wobei jedes Produkt einen interaktiven Punkt aufweist. Bei Berührung des Punkts öffnet sich ein kleines Detailfenster mit Produktname, Bild, Preis, Sternebewertung und Einkaufs-Button. Beim Klick auf das Fenster öffnet sich die komplette Produktdetailseite. Die Shoppable-Bilder eignen sich ideal, um verschiedene Produktvarianten im direkten Vergleich zueinander zu zeigen, oder um die Anwendung verschiedener Produkte in einem realistischen Alltagsszenario zu zeigen.
Beispiel #1: Affenzahn

Affenzahn ist eine Schuh- und Taschenmarke für Kinder. Der Banner setzt auf modernen Minimalismus und rückt den Markennamen mit Logo in den Mittelpunkt. Unterhalb der Navigationsleiste folgt ein „Willkommen in der Affenzahn-Welt“: Der Besucher wird direkt in die unbeschwerte, kindliche Welt von Affenzahn katapultiert und fühlt sich gut aufgehoben. Die bunten, aber dezenten Pastellfarben unterstreichen den verspielten, freundlichen Markencharakter, ohne aufdringlich zu wirken.
Neue Kollektionen für Hausschuhe, Gummistiefel und Winterschuhe werden als prominente Banner auf der Startseite vorgestellt – passend zur Jahreszeit, denn zum Zeitpunkt des Schreibens haben wir September. Zudem spielt ein Video, das weitere Emotionen transportiert.

Auf mehreren Unterseiten stellt die Marke Affenzahn ihre Kollektion an Schuhen, Rucksäcken und Taschen sowie Laufrädern und Zubehör vor. Zwei Sonderseiten, die über das aufklappbare Menü unter „Mehr“ zu finden sind, sprechen von dem Barfußprinzip als zentrales Alleinstellungsmerkmal der Marke, und von der der Verantwortung als ökologisch nachhaltige Marke.
Auf den Kategorieseiten folgt Affenzahn weiter seinem minimalistischen Prinzip: Die Top-ASINs werden lediglich als Bild mit Preis dargestellt – ohne Bewertungen, Lieferdetails oder In den Einkaufswagen-Button.
Beispiel #2: Kinder Schokolade

Die beliebte Schokoladenmarke Kinder schafft eine überzeugende Inszenierung ihrer acht Produktlinien auf der Startseite des Brand Stores. Besucher können sofort entscheiden, welches ihr liebstes Schokoladenformat ist: Schokobons, Riegel, Überraschungs-Ei, Happy Hippo, oder was anderes? Die Navigation ist ebenso simpel wie zielführend – ohne Spezialseiten und nur mit der automatisch generierten Seite für Angebote.

Kinder Schokolade verzichtet komplett auf die Markenvorstellung und das Storytelling. Bei einer so bekannten, etablierten Marke ist dies auch nicht nötig – das Branding ist ausgereift und niemand muss mehr überzeugt werden, Kinder Schokolade über andere Schokoriegel zu wählen.
Ist man auf einer Kategorieseite angelangt, werden die Produkte wie in den Suchergebnissen angezeigt, sodass man sie direkt in den Einkaufswagen legen kann oder zur Produktdetailseite geführt wird.
Beispiel #3: Relaxdays

Relaxdays ist eine deutsche Marke für Wohnen, Garten und Freizeit, die ein sehr umfangreiches Sortiment besitzt. Ihr Brand Store ist hierfür auffallend ordentlich und sehr übersichtlich.
Die Kacheln auf der Startseite dienen als visuelles Menü und stellen alle Produktkategorien vor (z.B. Badezimmer, Küche, Flur, Büro…). Jede Kachel verlinkt auf die jeweilige Unterseite im Store, die dann in weitere Subkategorien unterteilt ist (z.B. Badaccessoires, Badtextilien, Badschränke, Badregale…). Erst, wenn man sich für eine bestimmte Subkategorie entschieden hat, gelangt man zu einer umfangreichen Produktübersicht, die ähnlich aufgebaut ist wie eine Amazon Suchergebnisseite.

Relaxdays verzichtet bewusst auf interaktive Inhalte, Storytelling, dazwischengeschobene Produktkacheln oder weitere „störende“ Elemente, und konzentriert sich voll und ganz auf die kategorische Vorstellung des Sortiments. Die saubere, zielführende Navigation ist das, was mich an diesem Brand Store fasziniert.
Beispiel #4: SIGOR

Die Beleuchtungsmarke SIGOR zeigt, wie man ein kleines Sortiment perfekt in Szene setzt. SIGOR wird von uns schon seit 2020 betreut: Im Laufe der umfassenden Maßnahmen zur Gewinnoptimierung haben wir auch den Brand Store des deutschen Lampenherstellers erstellt.
SIGOR versteckt seine Lampen nicht hinter Kategorieseiten, sondern stellt sie einzeln im Menü sowie auf der Startseite vor. Jede Lampe hat ihren eigenen Namen und ein eigenes Motto wie z.B. „Schwungvolle Flexibilität“ oder „Sympathische Extravaganz“. Klickt man auf den jeweiligen Menüpunkt bzw. auf die Kachel, folgen Videos, Detailbilder und eine Vorstellung der besonderen Features. Sprich: Die Seitenbesucher werden davon überzeugt, dass diese Lampe die richtige ist, bevor sie überhaupt ihren Weg auf die Produktdetailseite finden.

Der SIGOR Brand Store wirkt schlank, elegant, atmosphärisch und designorientiert. Das Einbinden von In den Einkaufswagen-Button wäre ein Stilbruch, weshalb man hier darauf verzichtet. Durch die präzise Darstellung der Besonderheiten jeder einzelnen Lampe und der sehr hochwertigen Bilder wird die Entscheidungsfindung auch ohne Bullet Points, Fließtexte und A+-Content gefördert.
Beispiel #5: Amazon Basics

Schauen wir uns zum Schluss an, wie es die Profis machen: Amazon hat seinen eigenen Brand Store für die hauseigene Marke Amazon Basics. Auch hier gibt es ein sehr breites Sortiment, das einer zielführenden Navigation bedarf.
Amazons Startseite wirkt sehr lebhaft. Direkt unter dem Menü folgt eine Slideshow mit Empfehlungen, gefolgt von einem großen Shoppable-Bild, das eine Alltagsszene auf der heimischen Terrasse zeigt. Versteckt auf dem Bild sind sechs Produkte von Amazon Basics, die zum Listing weiterleiten: Ein Räucherofen, eine Gartenliege, Trinkgläser, ein Stand-Up-Paddleboard, ein Strandtuch und ein Pflanzgefäß. Damit setzt Amazon seine Bestseller grafisch in Szene und demonstriert die Vielseitigkeit des Sortiments. Weiter unten auf der Seite folgen einzelne Produkt- und Kategoriekacheln.

Jede Kategorie (Küche, Haustier, Heimwerkerbedarf, Elektronik…) wird von einem weiteren Shoppable-Bild eingeleitet, welches eine Auswahl der erhältlichen Produkte in einer Alltagsszene darstellt. Darunter folgt schließlich die Produktauflistung.
Was außerdem auffällt, ist, dass Amazon dank der klugen Menüführung manche Produkte mehrmals – und zwar auf mehreren Unterseiten gleichzeitig – präsentiert. Unter dem Menüpunkt „Empfohlene Favoriten“ können Besucher durch verschiedene Produktwelten (z.B. Hosting-Favoriten, Sommer-Essentials, Schlafzimmer-Upgrades) stöbern und ASINs entdecken, die thematisch passen.
Und wie soll dein Amazon Brand Store aussehen?
Wie du siehst, bietet Amazons Store Builder unzählige Möglichkeiten, deine eigene Marke in Szene zu setzen.
Eine schlaue Menüführung und hochwertige Bilder sind meiner Meinung nach das A&O, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen und die Seitenbesucher dazu zu motivieren, weiter durch die Produktkategorien zu stöbern.
Noch nicht etablierte Marken sowie erklärungsbedürftige Produkte profitieren von Videos, informativen Unterseiten und eingebundenen Infografiken. Shoppable-Bilder bringen Spaß und fördern das Engagement.
Je nachdem, wie du deinen Brand Store gestaltest, kannst du den Fokus auf die Sortimentsvorstellung / den Abverkauf deiner Produkte, oder auf die Markenvorstellung / die emotionale Kundenbindung legen. Gute Shops erzielen einen Mittelweg, indem sie klickbare Produktkacheln mit Storytelling-Elementen verbinden.
Die einfache Benutzung des Store Builders und das übersichtliche Kachelprinzip ermöglichen es jedem Seller, der sein Brand Book vorliegen hat, einen eigenen Markensop auf Amazon zu erstellen. Wer dennoch auf die Erfahrung von Experten vertrauen möchte, wenn es um Layout, Aufteilung und Performance geht, kann unsere Amazon Agentur kontaktieren.
Wir kümmern uns gerne um dein komplettes Branding auf Amazon, deine Verkaufsstrategie, deinen Brand Store und deine KPI-Auswertung. Bevor wir allerdings loslegen, gibt es ein kostenloses Audit von uns und ein unverbindliches Erstgespräch, in dem wir dir unsere Erkenntnisse und den daraufhin ausgearbeiteten Maßnahmenplan mitteilen. Bist du bereit, mit deiner Marke auf Amazon durchzustarten?



