In der Kategorie „Spielzeug & Baby“ finden Amazon-Nutzer alles von Brettspielen, Bauklötzen, Teddybären, Schaukeln und Rennautos bis hin zu Bekleidung, Windeln, Laufhilfen, Babynahrung und Kinderwägen.
Unter Sellern ist die Kategorie aus mehreren Gründen stark gefürchtet. Nichtsdestotrotz gibt es erstaunlich viele Unternehmer, die sich der Herausforderung annehmen und zu der riesigen Angebotsvielfalt beitragen.
Wenn du Spielzeughändler oder gar Spielzeughersteller bist, hast du sicherlich schon darüber nachgedacht, dir ein zweites Standbein auf Amazon aufzubauen. Vielleicht bist du auch schon Seller bei Amazon, suchst aber noch nach passenden Produktideen und möchtest gerne Eltern wie Kinder glücklich machen?
Wie auch immer deine aktuelle Situation ist, was auch immer dich antreibt, wo auch immer du herkommst: Wenn du vorhast, Baby- und Kinderartikel auf Amazon zu verkaufen, ist dieser Artikel Pflichtlektüre!
Wieso alle davon abraten, Kinderbedarf auf Amazon zu verkaufen
Die Kategorie „Spielzeug & Baby“ gehört zu den am strengsten regulierten Kategorien auf Amazon. Dies hat damit zu tun, dass sowohl Amazon als auch die EU die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards verlangen, was für Seller mit zusätzlichen Pflichten, monetärem Aufwand und Haftungsrisiken verbunden ist.
Wer ein wenig im Internet stöbert, wird auf viele Artikel stoßen, die ausdrücklich vor dem Verkauf von Spielzeug und Babybedarf auf Amazon warnen.
>Der schnelle, einfache Rat lautet: „Tu es nicht!“
Horcht man allerdings genauer hin, flüstert eine Stimme: „Es kommt darauf an…“.
Tatsache ist: Die Einstiegshürden in die Spielzeugkategorie werden immer größer. Angesichts immer strengerer Kriterien und verschärfter Gesetze stehen viele kleinere Händler kurz vor dem Aus.
Dazu kommt, dass das Reselling bei Babyartikeln sehr verbreitet ist, was zu Preisschlachten und BuyBox-Kriegen führt, die ein Neueinsteiger kaum für sich gewinnen kann. Da viele große Spielzeughersteller Vendoren sind und ihre Waren zu spottbilligen Preisen an Amazon verkaufen, dominiert Amazon sehr häufig die BuyBox – was anderen Händlern keine Chance auf Umsatz lässt.
Deutlich bessere Chancen auf Erfolg haben Seller, die ihre eigene Marke führen und zertifizierte Spielzeuge in einer bestimmten Nische selbst herstellen. Warum? Schlichtweg gestaltet sich die Compliance viel einfacher, wenn du den gesamten Prozess von der Produktentwicklung bis hin zum Verkauf kontrollierst und alle nötigen Dokumente zur Hand hast (= End-zu-End-Kontrolle).
Für klassische Private Label-Seller oder Reseller, die auf den Erfolg der großen Markenprodukte aufspringen wollen, gibt es definitiv bessere Kategorien mit besseren Erfolgsaussichten. So lautet der Rat vieler Amazon-Experten: „Unless you’re a toy manufacturer with the infrastructure to handle certifications and compliance, stay out of toys“
The Good & The Bad: Babybedarf auf Amazon verkaufen
Was dafür spricht
- Obwohl die Zahl der Neugeborenen rückläufig ist, bleibt der Markt stabil und wächst sogar leicht. Eltern investieren im Schnitt immer mehr in die Babyerstaustattung und den Kleinkindbedarf.
- Spielsachen sind ebenso wie klassische Geschenkartikel das ganze Jahr über nachgefragt, mit einer Spitze in der Vorweihnachtszeit.
- Produkte wie Windeln und Wickeln, Babynahrung, Hygieneprodukte und Babytextilien gehören zu den kurzlebigen Verbrauchsgütern, die regelmäßig nachgekauft werden.
- Die Zielgruppe für Spielwaren und Babyartikel umfasst nicht nur frischgebackene Eltern, sondern auch Großeltern, weitere Verwandte, Schenkende, Pädagogen usw.
- Spielwaren und Babyartikel weisen sehr viele Nischen auf und eignen sich perfekt für einen organischen Markenaufbau mit schrittweiser Sortimentserweiterung sowie Cross-Selling.
- Wer Baby- und Kinderbedarf mit unterschiedlichen Altersempfehlungen verkauft, kann durch Branding und Kundenbindung wiederkehrende Käufe im Laufe der Kindesentwicklung sicherstellen.
- Eltern investieren häufig in Qualität und Sicherheit, weshalb sie gerne bereit sind, höhere Preise zu zahlen.
- Viele Produkte lassen sich mit überschaubaren Anpassungen in mehreren europäischen Amazon-Marktplätzen verkaufen, sodass die internationale Skalierbarkeit hoch liegt.
Was dagegen spricht
- Die Spielzeugbranche ist mit bekannten, etablierten Marken und Private Label-Verkäufern gesättigt (Barbie, Lego, Playmobil, Ravensburger, Baby Born, Fisher Price, Play-Doh, Hasbro, Kosmos…). Auch im Bereich Babydarf gibt es einzelne sehr starke Player (Hipp, Pampers…). Viele Markenprodukte werden zudem von Amazon selbst verkauft (= Vendor-Modell). Der Wettbewerb ist daher sehr intensiv.
- Hohe Anforderungen an die Produktsicherheit und strenge Vorgaben zur Dokumentation sorgen für hohe finanzielle sowie zeitliche Aufwendungen, da Amazon jederzeit die entsprechenden Konformitätsnachweise einfordern kann.
- Bei fehlender Compliance drohen Suspendierungen und Sperrungen seitens Amazon, was zu einem gewissen geschäftlichen Risiko führt. Das Haftungsrisiko ist zudem hoch. Sicherheitsmängel (verschluckbare Kleinteile, Erstickungsgefahr, Verletzungen, Schadstoffbelastung, Strangulationsgefahr, Quetschstellen…) können Rückrufe, Schadensersatzforderungen oder noch Schlimmeres nach sich ziehen.
- Gewisse Spielzeuge sind stark trendabhängig (z.B. Fidget Spinner, Tamagotchis, Furbies, Diddl, Polly Pocket); wer zu großzügig plant oder zu spät einsteigt, bleibt oft auf Restbeständen sitzen.
- Der hohe Qualitätsanspruch der Kunden kann zu strengen Auswahlkriterien, negativen Rezensionen und häufigen Rücksendungen führen.

Im Puppen-Segment in die Dominanz von Marken wie Barbie, HABA, Mattel und Baby Born sehr deutlich
Wichtige gesetzliche Anforderungen im Überblick
Für Babyartikel
- CE-Kennzeichnung (je nach Produktart)
- REACH-Verordnung
- Allgemeine Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
- Kennzeichnungspflichten
- Material- und Schadstoffprüfungen
Für Spielzeug
- CE-Kennzeichnung
- Sicherheitsnorm für Spielzeug EN 71
- Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG (seit 2026 ersetzt durch die neue EU-Verordnung 2025/2509!)
- Warnhinweise
- Alterskennzeichnung
- Rückverfolgbarkeit des Herstellers
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Welche Arten von Spielzeug gibt es?
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Amazon-Richtlinien für Kinderspielzeug
Die folgenden Richtlinien betreffen Spielzeug für Kinder unter 14 Jahren.
Seller müssen mit einem Drittanbieter für Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsdienstleistungen (TIC) zusammenarbeiten, um ihr Produkt zu testen oder vorhandene Testunterlagen für alle ASINs zu überprüfen, die eine Benachrichtigung erhalten. Die Unterlagen werden von den TIC-Dienstleistern an Amazon übermittelt.
Amazon führt eine Liste an TIC-Dienstleistern, deren Unterlagen anerkannt werden. Zugelassen in Deutschland sind z.B.:
Der Prüfbericht muss von einem nach ISO 17025 akkreditierten Labor ausgestellt sein und bestätigen, dass die europäische Sicherheitsnorm für Spielzeug (EN 71) eingehalten wird. Bei elektrischem Spielzeug muss zusätzlich die Einhaltung der EN 62115 sichergestellt sein.
Die Norm EN 71 besteht aus mehreren Teilen, die u.a. die mechanischen und physikalischen Eigenschaften, die Entflammbarkeit oder das Vorhanden von Schadstoffen prüfen und regeln. Dabei gibt es spezifische Normen für Experimentierkästen und chemische Spielzeuge, Schaukeln und Rutschen, Fingermalfarben, Kosmetikkoffer sowie Trampoline.
Jährliche TIC-Prüfungen: Das Aus für kleine und mittlere Spielzeughändler?
Amazon führte Ende 2025 verschärfte Regelungen für Spielzeug ein, was viele kleine und mittelständische Seller in die Knie zwang. Früher waren Neutests zur Spielzeugsicherheit nämlich nur dann fällig, wenn das Produkt durch den Hersteller aktualisiert oder verändert wurde; nun war von jährlichen Tests und massiven Einschränkungen die Rede.
Insbesondere in der Umstellungsphase sahen sich viele kleinere Accounts mit Problemen konfrontiert, da bereits bestehende Zertifikate von akkreditierten Prüflaboren nicht anerkannt wurden, und für neue Prüfungen sehr knapp bemessene Fristen galten. Zudem waren plötzlich auch kleine, günstige Artikel wie Sticker oder Luftballons von der Prüfvorschrift betroffen, obwohl diese nicht primär als Spielzeug vermarktet wurden.
Im Seller Forum beklagten viele Kleinunternehmer, dass sie den neuen Anforderungen – jährlichen Neuprüfungen pro ASIN im Wert von vielen Hundert Euros – aus wirtschaftlichen Gründen nicht nachkommen können und daher ihre Aktivitäten auf Amazon einstellen müssen.
Mittlerweile hat sich vieles klären können:
- Werden Tests oder andere Dokumente im Rahmen von Amazons laufenden Qualitätskontrollen gefordert, erhalten Seller im Bereich „Kontogesundheit“ eine Benachrichtigung. Erst dann sind die Compliance-Unterlagen einzureichen.
- Unabhängig davon, ob vom Hersteller bereits Prüfberichte vorliegen, muss jeder Händler die betroffenen ASINs von einem von Amazon autorisierten TIC-Dienstleister überprüfen lassen.
- Bestehende, noch gültige Testberichte von anderweitigen Prüflaboren können durch die autorisierten TIC-Dienstleister validiert (= auf Gültigkeit überprüft) werden, d.h. es sind nicht zwingend Neutests nötig.
- Die Prüfberichte dürfen bei Einrichung nicht älter als 12 Monate sein.
- Besteht eine ASIN den Test nicht oder können die eingereichten Dokumente nicht vom TIC-Dienstleister validiert werden, wird die ASIN sofort gesperrt.
Nach wie vor sind die strengen Amazon-Vorschriften zur wiederholten Prüfung von Spielzeug, das seit Jahren unverändert auf dem Marktplatz angeboten wird, ein Dorn im Auge für die KMU-Branche. Viele Experten glauben, dass sich langfristig nur Großhändler und Hersteller in der Kategorie halten können werden.
Im Überblick: Folgende Informationen sind an Amazon zu übermitteln
- Modell-, Teile- oder Artikelnummer
- Hersteller- oder Markenname
- Name und Adresse des Herstellers, Importeurs oder Eigenmarkenherstellers, Vertriebspartners oder Bevollmächtigten
- Erforderliche Warnhinweise
- Entweder „Vom Hersteller empfohlenes Mindestalter (Monate)“ oder „Mindestalter laut Hersteller (Monate)“
- Produktetiketten
- Prüfberichte akkreditierter Labore
- Produktanleitungen und Handbücher
- CE-Kennzeichnung mit Konformitätserklärung und ggf. weitere Compliance-Kennzeichnungen
- Bilder vom Produkt und von der Verpackung
- GS1 Barcodes
- Rechnungen, falls das Produkt gekauft ist
EU-Richtlinie für Kinderspielzeug
Die Richtlinie 2009/48/EG betrifft Produkte, die für den Spielgebrauch von Kindern unter 14 Jahren vorgesehen sind. Das Produkt muss jedoch nicht ausschließlich für das Spielen vorgesehen sein, sondern kann weitere Funktionen erfüllen (z.B. ein Schlüsselanhänger mit Teddybär oder ein weicher Rucksack in Tierform). Jedes Produkt, das mit einer möglichen Spielfunktion ausgestattet ist, welches Kinder anspricht oder für Kinder vermarktet wird, könnte im Sinne der Richtlinie als Spielzeug gelten.
Deine Beziehung zum Produkt bestimmt darüber, welche Verantwortung dir auferlegt wird. Unterschieden wird zwischen:
- Hersteller:
Du stellst ein Spielzeug selbst her oder du entwickelst ein Spielzeug und lässt es herstellen, und vertreibst dieses unter deinem eigenen Namen oder der eigenen Marke. - Bevollmächtigter:
Du wurdest von einem Spielzeughersteller schriftlich beauftragt, in seinem Namen bestimmte Aufgaben wahrzunehmen. - Einführer:
Du bist in der EU ansässig und importierst und verkaufst Spielzeug von außerhalb der EU in der EU. - Händler:
Du bietest ein Spielzeug zum Verkauf oder zur Lieferung an, bist aber weder Hersteller noch Einführer.
Für folgende Aspekte bist du verantwortlich:
- Als Hersteller:
- Spielzeug weist die CE-Kennzeichnung auf
- Spielzeug verfügt über eine Konformitätserklärung
- Es wurden Anweisungen, Sicherheitshinweise und Warnhinweise in der Amtssprache des jeweiligen Landes beigefügt
- Warnhinweise (z.B. Mindest- und Höchstalter der Benutzer) sind auf der Verpackung angegeben oder in anderer Form für den Verbraucher vor dem Kauf klar erkennbar
- Es wird eine technische Datei geführt
- Spielzeug trägt eine Typen-, Chargen-, Modell- oder Seriennummer oder ein anderes Kennzeichen zu seiner Identifikation
- Der Name und eine EU-Adresse des Herstellers ist bekannt
- Als Einführer:
- Spielzeug enthält die erforderlichen Herstellerangaben. Wenn es nicht möglich ist, diese Information auf dem Spielzeug anzubringen, können sie auf der Verpackung oder auf einem Begleitdokument vermerkt werden
- Eine Kopie der Konformitätserklärung wird aufbewahren und es wurde sicherstellen, dass der Hersteller die entsprechende Konformitätsbewertung durchgeführt, die CE-Kennzeichnung angebracht und die erforderlichen technischen Unterlagen erstellt hat
- Dem Spielzeug wurden Anweisungen und Sicherheitsinformationen beigefügt und das Spielzeug weist die erforderlichen Warnhinweise auf
- Der Name und eine EU-Adresse des Einführers ist bekannt
- Händler:
- Es wurde sichergestellt, dass ein Produkt der Richtlinie über die Sicherheit von Spielzeug entspricht (dies umfasst u.a. die CE-Kennzeichnung, Herstellerkennzeichnung zur Rückverfolgbarkeit, Anweisungen und Sicherheitsinformationen…)
Über die CE-Kennzeichnung
Die CE-Kennzeichnung weist darauf hin, dass das Produkt den Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltschutzstandards des Europäischen Wirtschaftsraums entspricht. Jeder Hersteller eines Produkts mit CE-Kennzeichnung muss eine EU-Konformitätserklärung für das Produkt ausstellen und technische Unterlagen anlegen.
Die Konformitätserklärung muss mindestens die folgenden Angaben enthalten:
- Name und vollständige Geschäftsadresse des Herstellers oder des Bevollmächtigten
- Seriennummer, Modell oder andere eindeutige Kennung des Produkts
- Erklärung, dass der Inhaber der Markenrechte oder Hersteller die volle Verantwortung für die Erklärung übernimmt
- z.B. „Die alleinige Verantwortung für die Ausstellung dieser Konformitätserklärung trägt der Hersteller.“
- Methoden zur Identifizierung des Produkts, welche die Rückverfolgbarkeit ermöglichen
- z.B. Produktbezeichnung, Produktbeschreibung, Produktbild
- Hinweis auf die geltende Gesetzgebung
- z.B. „Der oben beschriebene Gegenstand der Erklärung erfüllt die Vorschriften der Richtlinien: 2009/48/EG – Richtlinie über die Sicherheit von Spielzeug
- Hinweis auf alle zutreffenden harmonisierten Normen, um die Compliance des Produkts zu beweisen
- z.B.: „Angewandte harmonisierte Normen: EN 71-1 – Sicherheit von Spielzeug Teil 1: Mechanische und physikalische Eigenschaften; EN 71-2 – Sicherheit von Spielzeug Teil 2: Entflammbarkeit; EN 71-3 – Sicherheit von Spielzeug Teil 3: Migration bestimmter Elemente“
- Ggf. Angaben zur benannten Stelle (Name und Nummer), die das Konformitätsprüfungsverfahren durchgeführt hat, und Hinweis auf ausgestellte Zertifikate
- Name, Unterschrift und Position des Unterzeichnenden, mit dem Datum, an dem die Konformitätserklärung ausgestellt wurde

Über die Warnhinweise
Je nachdem, welcher Fall zutrifft, sind folgende Warnhinweise klar sichtbar auf der Produktverpackung anzubringen:
- Spielzeug, das nicht zur Verwendung durch Kinder unter 36 Monaten bestimmt ist:
Warnhinweis: Nicht geeignet für Kinder unter 36 Monaten. - Chemisches Spielzeug:
Warnhinweis: Nicht geeignet für Kinder unter (*) Jahren. Zur Verwendung unter Aufsicht von Erwachsenen. - Aktivitätsspielzeug:
Warnhinweis: Nur für den Hausgebrauch. - Funktionelles Spielzeug:
Warnhinweis: Benutzung unter unmittelbarer Aufsicht von Erwachsenen. - Skates, Rollschuhe, Inline-Skates, Skateboards, Roller und Spielzeugfahrräder für Kinder:
Warnhinweis: Soll mit Schutzausrüstung verwendet werden. Nicht im Straßenverkehr zu verwenden. - Wasserspielzeug:
Warnhinweis: Nur in Wassertiefen verwenden, in denen das Kind stehen kann, und unter Aufsicht eines Erwachsenen. - Spielzeug in Lebensmitteln:
Warnhinweis: Spielzeug im Inneren. Beaufsichtigung durch Erwachsene empfohlen. - Imitationen von Schutzmasken und -helmen:
Warnhinweis: Dieses Spielzeug bietet keinen Schutz. - Spielzeug, das dazu bestimmt ist, mithilfe von Schnüren, Bändern, elastischen Bändern oder Riemen an Kinderwiegen, Kinderbetten oder Kinderwagen befestigt zu werden:
Warnhinweis: Um mögliche Verletzungen durch Verheddern zu verhindern, ist dieses Spielzeug zu entfernen, wenn das Kind beginnt, auf allen Händen und Knie zu krabbeln. - Verpackung für Duftstoffe in olfaktorischen Brettspielen, Kosmetiksets und Geschmacksspielen:
Warnhinweis: Enthält Duftstoffe, die Allergien auslösen können.
Besondere Anforderungen an Spielzeug für Säuglinge und Kleinkinder
Für Spielzeug, das von Kindern unter 36 Monaten oder von bestimmten anderen Altersgruppen darunter verwendet soll, gelten spezielle Anforderungen.
- Keine verschluckbaren Kleinteile (Erstickungsgefahr!), z.B. Schrauben, Perlen, lose Knöpfe usw.
- Keine scharfen Kanten oder Spitzen (Verletzungsgefahr!), keine splitternden Holzteile
- Zug-, Druck- und Biegefestigkeit, damit das Spielzeug erheblichen Belastungen standhält
- Keine langen Schnüre (Strangulationsgefahr!)
- Keine gefährlichen Magnete, die sich lösen und verschluckt werden können
- Niedrigere Grenzwerte für gefährliche Chemikalien, z.B. Blei, Cadmium, Quecksilber, Chrom, Arsen…
- Keine Weichmacher, die hormonell wirken können, z.B. BBP
- Keine verbotenen Duftstoffe oder potentiell krebserregende Nitrosamine
- Keine leichte Entflammbarkeit, v.a. bei textilen Spielzeugen
- Keine Batteriefächer, die sich ohne Werkzeug öffnen lassen
Die neue Spielzeugverordnung (EU) 2025/2509
Während die neuen Amazon-Vorschriften für wiederkehrende Sicherheitsprüfungen vielen Unternehmen Kopfschmerzen bereiten, werden in Zukunft weitere Anforderungen auf Spielwarenhändler zukommen.
Seller, die Spielzeug oder Artikel mit Spielwert für Kinder unter 14 Jahren verkaufen, müssen sich bis 2030 auf eine bedeutende Gesetzesänderung einstellen. Dann nämlich wird die bisherige Spielzeugverordnung 2009/48/EG, die 2009 verabschiedet wurde, von der neuen EU-Verordnung 2025/2509 abgelöst.
Insbesondere für Online-Händler und solche, die aus Fernost importieren, wird das neue Gesetz relevant sein. Hier sind die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
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Es gibt drastisch verschärfte Regeln zur Chemikaliensicherheit
Neben krebserzeugenden und erbgutverändernden Stoffen werden künftig auch endokrine Disruptoren, bestimmte Bisphenole und PFAS in Spielzeug verboten. Bestehende Grenzwerte für z.B. Aluminium oder Anilin gelten nicht mehr nur für bestimmte Altersgruppen, sondern für alle Spielzeuge. Hinzu kommen striktere Regelungen für allergene Duftstoffe: Diese dürfen in Spielzeug für Kinder unter 36 Monaten und in Mundspielzeug gar nicht mehr eingesetzt werden; bei anderen Spielzeugen ist eine Kennzeichnung Pflicht. Sprich: Alle Stoffe, die das Hormonsystem schädigen oder giftig für Atemwege, Haut und Organe sind, sind tabu.
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Der Digitale Produktpass (DPP) wird eingeführt
Hersteller müssen ab 2030 für jedes Spielzeug einen Digitalen Produktpass ausstellen, welcher Herstellerangaben, Zolltarifnummern, die CE-Kennzeichnung und eine vollständige Liste allergener Duftstoffe enthält. Dies soll Marktüberwachungsbehörden und Zollbehörden eine bessere Rückverfolgbarkeit ermöglichen und Verbraucher per QR-Code Zugang zu Sicherheitsinformationen geben. Für die Behörden ist dies eine Erleichterung, doch für Unternehmen ist die Anlage solcher „digitaler Akten“ ein Mehraufwand.
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Erstmals sind auch Anbieter von Online-Marktplätzen in der Pflicht
Amazon und Co. müssen ihre Plattformen künftig so gestalten, dass Verkäufer CE-Kennzeichnungen, Sicherheitswarnungen und Digitale Produktpässe sichtbar bereitstellen können.
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Vor dem Inverkehrbringen ist eine umfassende Sicherheitsbewertung verpflichtend
Diese Sicherheitsbewertung umfasst nicht nur die Analyse potenzieller Gefahren, sondern auch die Bewertung der Exposition, sprich: Wie lange und wie intensiv kommen Kinder mit dem Spielzeug in Kontakt? Das betrifft chemische, physikalische, mechanische, elektrische und Entflammbarkeitseigenschaften, Hygiene und Radioaktivität.
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Digitales Spielzeug darf die geistige Gesundheit nicht schädigen
Hersteller von vernetzten oder smarten Spielzeugen wie Lerncomputer, Spielroboter oder ferngesteuerten Fahrzeugen müssen künftig sicherstellen, dass durch die Nutzung ihres Produkts keine Gefahr für die geistige Gesundheit von Kindern ausgeht. Das ist eine bemerkenswerte Erweiterung des klassischen Sicherheitsbegriffs, der bisher primär physische Risiken im Blick hatte.
Experten gehen davon an, dass ein Großteil der Importware aus China von den verschärften Chemikalienverboten betroffen sein wird. Für kleine und mittlere Unternehmen erfordert die Einhaltung der neuen Vorschriften abermals erhebliche Investitionen. Wer dennoch eine Zukunft in der Spielzeugbranche und auf Amazon sieht, sollte die Umstellung schon jetzt vorantreiben, um am Stichtag, dem 1. August 2030, rechtlich abgesichert zu sein.
EU-Richtlinien für weiteren Kinderbedarf
Abgesehen von Spielzeug unterliegen viele weitere Produkte, die sich an Säuglinge, Kleinkinder und Kinder richten, strengen EU-Normen. Hier ist eine Auswahl davon.
- Schnuller: EN 1400
- Schnullerschild muss groß genug sein und zwei Luftlöcher besitzen, um Verschluckungsschutz zu gewährleisten
- Reiß- und Beißfestigkeit
- Nur abgerundete Bauteile sind zu verwenden
- Verbot von BPA und Weichmachern; extrem niedrige Grenzwerte für Schwermetalle und Nitrosamine
- wenn Schnullerketten vorhanden sind: zusätzlich EN 12586
- Gesamtlänge von max. 22 cm, um Strangulationsgefahr zu vermeiden
- Babyflaschen: EN 14350
- Flasche muss reißfest, bruchsicher, durchstechfest und dicht sein
- Keine verschluckbaren Kleinteile
- Dauerhaft lesbare Volumenanzeige auf der Flasche
- EU-Vorschiften für Lebensmittelkontaktmaterialien sind einzuhalten: Verbote von Schadstoffen, Grenzwerte für gefährliche chemische Verbindungen
- Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004: Alle Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, dürfen keine Stoffe in Mengen an die Nahrung abgeben, die die menschliche Gesundheit gefährden oder den Geschmack des Inhalts verändern
- Kinderwagen: EN 1888
- sichere, stabile, belastbare Konstruktion mit Feststellbremsen und doppelten Verschlusssicherungen
- keine entflammbaren oder gefährlichen Materialien
- 5-Punkt-Gurtsystem ist Pflicht
- Kinderbetten: EN 716
- Sprossenabstand zwischen den Gitterstäben muss zwischen 45 mm und 65 mm liegen, um ein Einklemmen zu verhindern
- Innenhöhe muss mindestens 300 bis 600 mm betragen, um ein Überklettern zu verhindern
- Keine hervorstehenden Ecken und keine Öffnungen, in denen Körperteile feststecken können
- Hochstühle: EN 14988
- Kippsicherheit und mechanische Belastungsfähigkeit
- Keine Einklemm- oder Einklappgefahr
- 5-Punkt-Gurtesystem mit Schrittgurt und Beckengurt
- Babynahrung: EU-Verordnung Nr. 2016/127 für Säuglingsanfangs- und Folgenahrung
- Nährstoffprofile (Mindest- und Höchstgehalte an Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralstoffen)
- Zulässige Zutaten
- Verbot von Zusatzstoffen
- Strenge Schadstoffgrenzwerte
- Angaben zur Zubereitung, Alterskennzeichnung, Hinweise
- Unzulässige Werbeaussagen
- als Ergänzung der EU-Verordnung Nr. 609/2013, die den allgemeinen Rechtsrahmen für Lebensmittel für besondere Verbrauchergruppen stellt
Weitere Verordnungen gibt es z.B. für Laufställe (EN 12227), Babytragen (EN 13209), Autokindersitze (UN-Regelung Nr. 129), Kinderschlafsäcke (EN 16781), Kinderbekleidung mit Kordeln oder Zugbändern (EN 14682) usw.
Welche Artikel unterliegen keinen strengen Prüfanforderungen?Wenn du gezielt nach Baby- und Kinderbedarf suchst, bei dem die Compliance einfacher ist, eignen sich folgende Produkte:
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Sourcing von Babyartikeln und Spielzeug
Die Möglichkeiten, wie du an Handelsware zum Verkauf an Amazon kommst, sind bei allen Kategorien nahezu identisch. Allerdings sind die unterschiedlichen Methoden je nach Kategorie mal mehr und mal weniger gut geeignet. Schauen wir uns nun an, wie sich das bei Spielwaren und Kinderbedarf verhält.
Option 1: Handelsware einkaufen (Reselling)
Die Spielzeug-Kategorie lebt von bekannten, traditionellen wie trendigen Marken. Der scheinbar „einfachste“ Weg, Fuß in der Kategorie zu fassen, ist das Einkaufen von Herstellerware zum Großhandelspreis und der Weiterverkauf zum höheren Endkundenpreis.
Dieses Modell setzt keinen großen Kapitalbedarf voraus und sichert einen sofortigen Einstieg ohne größere Anfangsinvestitionen oder Entwicklungsaufwand. Zudem tragen Reseller ein vergleichsweise niedriges Risiko, was die zahlreichen Sicherheitsanforderungen anbelangt, obgleich sie von der Prüfpflicht durch einen TIC-Dienstleister nicht ausgenommen sind.
Wer als Reseller auf Amazon tätig ist, muss sich darum bemühen, möglichst oft als hervorgehobenes Angebot in der BuyBox zu erscheinen – sonst sind die Chancen auf Umsatz nahezu Null. Während Eigenmarken ohne Fremdvertrieb praktisch keine Konkurrenz haben, sind Reseller in einem ständigen Kampf um die besten Preise, den besten Kundenservice und die besten Lieferbedingungen eingespannt. Bei vielen bekannten Spielzeugmarken tritt zudem Amazon als Händler auf (= Vendor-Modell), was den Gewinn der BuyBox nahezu unmöglich macht. Drückst du den Preis dann so sehr, dass du gegen Amazon gewinnst, ist deine Marge quasi aufgefressen.
Also: Reselling braucht wenig Startkapital und spart dir den mühsamen Markenaufbau. Der extrem hohe Wettbewerb und die erbitterten Preiskämpfe dämpfen jedoch die Euphorie von Resellern in der Spielzeug- und Kleinkindbranche: Die Margen sind niedrig, BuyBox-Gewinne sind selten, und der langfristige Unternehmenswert bleibt niedrig.

Wenn du es dennoch versuchen willst, würde ich dir folgende Artikel für das Reselling empfehlen:
- Einfache Babyartikel, die wenige Sicherheistvorschriften haben, z.B. Babytaschen, Aufbewahrungslösungen, Wickelzubehör, Betthimmel…
- Spielzeug aus Nischen ohne starke Markendominanz, z.B. Fühlmatten, Arzt- oder Werkzeugkoffer, Ringwurfspiele, Wasserspielzeug, Murmelbahnen, Magnetspiele…
- Lern-Spielzeug und Montessori-Produkte kleinerer Hersteller, z.B. Stapelsteine aus Holz, Steckspiele, Busy Boards…
- Outdoor- bzw. Garten-Spielzeug (Achtung: Saisonale Schwankungen in der Nachfrage!)
- Markenspielzeug mit sehr guten Einkaufskonditionen, sodass du günstig weiterverkaufen kannst
Option 2: Eigenmarke aufbauen (White Label)
Spezialisierte Hersteller auf der ganzen Welt designen und fertigen generische Spielwaren, die du aufkaufen und mit deinem eigenen Logo sowie einer gebrandeten Verpackung versehen kannst.
Bei diesem Modell kannst du sehr schnell ins Geschäft einsteigen, sobald du deine Marke registriert hast. Du sparst dir jeglichen Aufwand sowie jegliche Investitionen für die Entwicklung und Herstellung, kannst aber dennoch deinen Markenaufbau vorantreiben. Allerdings läufst du Gefahr, dass andere Seller die gleichen Produkte anbieten – nur eben unter einem anderen Markennamen. Deine Spielsachen wirken dann schnell austauschbar.
Hersteller, die fertige Spielwaren zum Ankauf anbieten, findest du über B2B-Verzeichnisse wie WLW (Wer Liefert Was) und Europages. Falls du lieber aus Fernost einkaufst, kannst du natürlich auch Alibaba.com und ähnliche Seiten nutzen. Online wird man da ganz schnell fündig. Allerdings musst du Vorsicht walten lassen: Versichere dich, dass die gefordeten EU-Sicherheitsnormen eingehalten werden, bewahre die nötigen Unterlagen auf, und veranlasse Produkttests, bevor du größere Mengen bestellst.

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Qualitätskontrolle beim Sourcing
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Option 3: Eigenmarke aufbauen (Private Label ODM)
ODM steht für „Original Design Manufacturer“. Bei diesem Modell ist die Markteinführung immer noch recht schnell, obwohl du ein angepasstes Produkt erhältst. Der Hersteller entwickelt das Spielzeug, bietet jedoch gewisse Individualisierungsoptionen an, sodass deine Markenartikel zumindest ein wenig differenziert sind.
Typischerweise werden folgende Möglichkeiten geboten:
- andere Farben
- Auswahl zwischen verschiedenen Designs
- ergänzende Funktionen (z.B. Lichter, Geräusche…)
- hochwertigere Materialien
- zusätzliches Zubehör
ODM ist eine beliebte Lösung für Unternehmer, die ihre Marke neu gegründet haben. Du erhältst ein bewährtes Produkt und profitierst von geringen Einstiegskosten. Gleichzeitig kannst du dich vom Wettbewerb differenzieren, da das Produkt deine Farben und dein Logo trägt, eine individuelle Verpackung aufweist, und mit deiner Marke in Verbindung gebracht wird.
Option 4: Eigenmarke aufbauen (Private Label OEM)
Wirklich einzigartige Produkte erhältst du bei diesem Sourcing-Modell. OEM steht für „Original Equipment Manufacturer“, was bedeutet, dass der Hersteller exklusiv für dich Produkte nach deinen Vorgaben produziert.
Du lieferst das Design und legst die individuellen Funktionen, die Materialien sowie die Form / Größe fest. Dadurch erhältst du ein originelles Produkt, das faktisch keine Konkurrenz hat, da es mit keinem weiteren identisch ist. Dein individuelles Design oder Konzept darfst du gerne auch schützen bzw. patentieren lassen.
Kleinere Innovationen und kluge Erweiterungen können in der Spielzeugbranche einen großen Unterschied machen – und Eltern dazu veranlassen, nicht zu sehr auf den niedrigsten Preis zu schauen. Spielsachen, die einen erkennbaren Mehrwert liefern, da sie Lernen, Entwicklung, Sicherheit und Nachhaltigkeit gleichzeitig fördern, sind besonders begehrt.
Selbstverständlich musst du bei diesem Vorgehen mit längeren Entwicklungszeiten und höheren Anfangsinvestitionen rechnen. Meist werden mehrere Prototypen gefertigt, bis das finale Design steht. Verständlicherweise erbitten die Hersteller in diesem Fall auch größere Bestellmengen.
Willst du in B2B-Verzeichnissen nach Herstellern suchen, die diesen Service anbieten, achte auf Merkmale wie „Custom Design“, „Product Development“, „Mold Development“, „Engineering Service“ oder „Prototype Service“.
Das OEM-Modell ist für fortgeschrittene Verkäufer das profitablere Modell, da sie bessere Bewertungen erhalten, die Alleinstellungsmerkmale ihrer Marke voll auskosten können und höhere Preise durchsetzen können, wodurch sie auch höhere Margen erzielen.
Option 5: Eigene Herstellung
Die eigene Herstellung von Spielwaren ist die absolute Königsdisziplin – du vertreibst exklusive Produkte, erzielst deutlich höhere Margen, hast faktisch keinen Wettbewerb und dein Unternehmen gewinnt kontinuierlich an Wert.
Natürlich ist es nicht jedem Seller möglich, in die Produktion einzusteigen. Deshalb nutzen viele die vorherige Methode, bei der die Herstellerung selbst entwickelter, maßgeschneiderter Spielwaren ausgelagert wird. Wer jedoch das Budget, die Kenntnisse und die Voraussetzungen besitzt, ist mit der Eigenherstellung von Unikaten gut bedient.
Die Vorgehensweise ist hier meist wie folgt:
- Idee entwickeln
- CAD-Zeichnung
- Prototyp
- Laborprüfung
- Optimierung
- Werkzeugbau
- Nullserie
- Produkttests
- Zertifizierung
- Serienproduktion
- Amazon Launch
Mit der Eigenproduktion von Spielbedarf für Kinder kommt natürlich viel Verantwortung einher. Manche würden es „Risiko“ nennen. Wenn du dieser Challenge gewachsen bist, hast du jedoch einen enormen Vorteil: Du hast die optimale Kontrolle über den Zertifizierungsprozess, kannst Amazon jederzeit alle erforderlichen Unterlagen liefern, kennst jede Produktänderung und führst dein eigenes Qualitätsmanagement durch. Hersteller haben es am einfachsten, den Amazon-Regelungen nachzukommen und für ihr Spielzeug in regelmäßigen Zeitabständen Prüfberichte zu veranlassen.
Plus: Falls deine Produktionskapazitäten nicht ausgelastet sind, kannst du dir eine zusätzliche Einnahmequelle aufbauen, indem du als OEM- oder ODM-Hersteller für andere Marken produzierst.
Der optimale Werdegang als Spielzeug-Seller
Wenn du den Amazon Marktplatz zunächst kennenlernen willst, einen schnellen Einstieg suchst und Cashflow benötigst, kann das Reselling von Spielzeug ein guter Start sein. Suche dir hierfür Nischenprodukte mit wenig Wettbewerb (d.h. keine großen Händler, weltbekannte Marken oder Amazon selbst), damit du eine realistische Chance auf die BuyBox hast.
Ist dein Ziel ein auf lange Sicht skalierbares Unternehmen, musst du früher oder später auf Private Label umstellen und deine eigene Marke gründen. Wenn es schnell gehen soll und du noch Erfahrungswerte sammeln willst, ist es am einfachsten, mit ODM zu beginnen und ein bewährtes Produkt mit dezenten Anpassungen auf den Markt zu bringen. Sofern du einen starken Markenauftritt hast oder das Produkt als verbesserte Version präsentierst, gewinnst du einen echten Vorteil gegegnüber Sellern, die beim gleichen Hersteller einkaufen.
Der allmähliche Übergang zu OEM hebt dein Amazon Business schließlich auf ein ganz neues Niveau. Nachdem du diverse Spielzeugtypen auf dem Markt validieren konntest und ausreichend Erfahrung und Ideen gesammelt hast, ist die Investition in die Eigenentwicklung eines einzigartigen, optimierten Produkts der logische nächste Schritt. Du giltst dann rechtlich gesehen als Hersteller und genießt diesbezüglich alle Vorteile:
- Höheres Ertragspotenzial
- Höhere Gewinnmargen
- Höherer Marken- und Unternehmenswert
- Bessere Skalierbarkeit
- Volle Kontrolle
- Unabhängigkeit von Lieferanten
- Eigenes Qualitätsmanagement
- Exklusivvertrieb möglich
- Größere Flexibilität bei Innovationen
- Einzigartigkeit
- Klare Differenzierung vom Wettbewerb
- Schutz durch Patente oder Geschmacksmuster möglich
- Einfachere Erfüllung von Amazons Compliance-Anfragen:
- Direkte Steuerung des Zertifizierungs- und Prüfprozesses
- Schneller Zugriff auf technische Dokumentation

Typische Spielsachen je nach Alter als mögliche Produktideen
Masterplan für den Markenaufbau im Kinder-Segment
Einen individuell angepassten Masterplan können wir dir als Amazon Agentur nur ausstellen, wenn wir zuvor ein Audit deines Seller Accounts durchgeführt haben, oder – falls du noch ganz am Anfang stehst – ein Kennenlerngespräch mit Erstberatung hinter uns haben. Deshalb ist der folgende Masterplan nur als generische Orientierung zu sehen.
| Tobias Dziuba und das erfahrene Team der AdsMasters Gmbh helfen dir gerne weiter, in dieser herausfordernden Kategorie auf Amazon zu bestehen. Schreibe uns bitte eine Nachricht, damit wir mit dir zwecks eines unverbindlichen Angebots in Kontakt treten können. |
Schritt 1: Marktanalyse
- Eine rentable Nische mit wenig Wettbewerb finden (idealerweise Blue Ocean, realistisch eher Yellow Ocean)
- Produktideen sammeln
- Nachfrage / Suchvolumen prüfen
- Wettbewerber und Preisspannen recherchieren
- Kundenbewertungen auswerten, um häufige Probleme zu identifizieren und Optimierungspotenziale zu erkennen
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Welche Eigenschaften erfüllt das perfekte Produkt auf Amazon?
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Schritt 2: Markenpositionierung
- Zielgruppe definieren (z.B. Neugeborene, Kleinkinder, Vorschulkinder)
- Markenwerte klären (Kreativität, Umweltfreundlichkeit, gemeinsame Familienzeit, Fantasie, Bewegung usw.)
- Branding-Strategie aufstellen: Design- und Farbwelt, Markensprache, Markenstory, Verpackungskonzept usw.
- Marke registrieren beim DPMA und bei der Amazon Brand Registry
Schritt 3: Launch eines Kernprodukts
- Fokus auf ein Kernprodukt mit mehreren Varianten oder Erweiterungen
- Maximal drei eng verwandte Produkte anbieten (z.B. Schüssel, Becher und Löffel aus Silikon)
- Sourcing / Herstellung klären (White Label vs. ODM vs. OEM vs. eigene Produktion)
- Logistik klären (FBA vs. FBM)
- Qualitätsprozesse etablieren
- Listing erstellen und Produkt live schalten
- Marketingbudget gezielt einsetzen
Schritt 4: Markenaufbau
- Social Media-Präsenz aufbauen
- Eigene Website stärken
- Ggf. weitere Vertriebskanäle ausbauen
- Externen Traffic nutzen
- Reputation aufbauen und Vertrauen schaffen, z.B. durch transparente Informationen zu Materialien und Sicherheitsprüfungen
Schritt 5: Sortimentserweiterung
- Weitere Produkte hinzufügen, die das Kernprodukt ergänzen bzw. zur Produktfamilie gehören
- Cross-Selling fördern
- Ziel: Durchschnittlichen Bestellwert erhöhen und Markenbindung stärken
- Ggf. weitere europäische Amazon-Marktplätze erschließen (= Internationalisierung)
Schritt 6: Optimierung und Innovation
- Wenn die Marke etabliert ist, lohnt sich meist ein Wechsel auf OEM
- Verbesserung der bestehenden Produkte auf Basis von Kundenfeedback
- Ggf. Premium-Linie oder nachhaltiges Zweitsortiment aufbauen
- Multifunktionale Produkte mit exklusiven Designs entwickeln
- Kooperationen mit Designern, Pädagogen oder Influencern eingehen
Ist Kidults-Spielzeug eine Alternative?
Wie ich bereits angesprochen habe, gelten viele der Amazon-Bestimmungen und EU-Normen für Spielzeug, das für Kinder bis 14 Jahren bestimmt ist.
Wer jedoch in der Kategorie „Spielzeug“ ein wenig stöbert, wird bald auch Artikel finden, die exklusiv für Jugendliche oder Erwachsene entworfen wurden. Da kommt logischerweise die Frage auf, ob man die umständlichen und vor allem teuren Prüfungen einfach umgehen könnte, indem man das Alter der Zielgruppe anhebt?
Tatsächlich ist das sogenannte Kidults-Spielzeug (Kidult = Kid + Adult) der aktuell größte Umsatztreiber in der Spielwarenbranche. Verbraucher ab 12 Jahren machen mittlerweile fast 40 % des gesamten Marktvolumens aus. Getrieben von dem Wunsch nach bildschirmfreier Unterhaltung, Selbstverwirklichung, Vergnügen, sozialen Kontakten und Wohlbefinden greifen immer mehr Menschen abseits des Kindesalters zu Spielzeug.
Sofern es sich um Spielzeug handelt, das eindeutig für Verbraucher ab 14 Jahren bestimmt ist, greift die europäische Spielverordnung nicht. Das bedeutet nicht, dass keinerlei Vorschriften zur Produktsicherheit gelten – allerdings fällt der regulatorische Aufwand bedeutend niedriger aus.
Dabei reicht es nicht aus, ein Kinderspielzeug fälschlicherweise mit einem höheren Mindestalter zu versehen. Ob die Spielzeugverordnung gilt, hängt nämlich nicht allein vom aufgedruckten Alter, sondern von der tatsächlichen Gestaltung und Vermarktung des Produkts ab. Sprich: Es muss sich um einen Artikel handeln, der nach behördlicher Auffassung ausschließlich für ältere Nutzer vorgesehen ist.
Typische Kidults-Produkte sind z.B.:
- Komplizierte Modellbausätze und umfangreiche Miniaturwelten
- Sammelfiguren aus Film und Popkultur
- Strategiespiele (z.B. Schach)
- Knobelspiele
- Escape Games und Krimispiele
- Puzzles mit mehr als 2.000 Teilen
- Rätselboxen
- Anti-Stress Fidget Toys

Sobald du statt klassischem Kinderspielzeug Produkte für Jugendliche und Erwachsene verkaufst, entfallen häufig:
- EN 71-Prüfungen,
- spezielle chemische Grenzwerte für verwendete Materialien,
- spielzeugspezifische Warnhinweise,
- umfangreiche technische Dokumentationen nach der Spielzeugverordnung.
Dadurch reduzieren sich Entwicklungs- und Compliance-Kosten deutlich. Im Hinblick darauf, dass die Zielgruppe der Kidults innerhalb der Spielzeugbranche wächst, kaufkraftstark ist und höhere Durchschnittspreise akzeptiert, können sich hervorragende Möglichkeiten für dein Spielzeug-Business ergeben.
All dies sind potenzielle Wettbewerbsvorteile, die du nicht unbeachtet lassen darfst.






