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Du hast in den letzten Tagen eine Werbekampagne auf Amazon gestartet und wunderst dich, wieso du aktuell keine Impressionen erhältst – ganz zu schweigen von Klicks und Conversions?

Für fehlende Impressionen deiner Amazon Ads gibt es zahlreiche Gründe. Einige davon werde ich im Folgenden beschreiben, damit du die zugrundeliegenden Hürden beseitigen kannst.

Benötigst du Unterstützung bei der Verwaltung deines Werbekontos, oder generell beim Verkauf auf Amazon? Dann können wir als Amazon Agentur sicherlich weiterhelfen.

Welche Faktoren bestimmen die Ausspielung der Ads?

  1. Relevanz
  2. Gebot / Budget
  3. Erwartete Performance

Keine Sorge: Wenn deine PPC Ads keine Impressionen erhalten, liegt es nicht daran, dass Amazon dich ärgern möchte. Sondern daran, dass mit deinem Kampagnen-Setup, dem beworbenen Produkt oder deiner Werbestrategie etwas nicht ganz stimmt.

Ganz wichtig ist hierbei die Relevanz, denn Amazon möchte seinen Nutzern ausschließlich Anzeigen ausspielen, die zur Suchanfrage passen, damit a) die Werbeanzeigen auch angeklickt werden und b) als nützlich statt als störend empfunden werden.

  • Werden Anzeigen ausgespielt, aber nicht angeklickt, verdient Amazon gemäß dem Pay-per-Click-Modell kein Geld. Daher wird Amazon stets Anzeigen bevorzugen, die eine hohe Klickwahrscheinlichkeit haben, da dies schließlich die Werbeumsätze steigert.
  • Ein weiterer Faktor ist die Nutzerzufriedenheit beim Browsen. Würde Amazon seinen Nutzern völlig irrelevante, unpassende Werbeanzeigen anzeigen, könnte der Ruf der Plattform darunter leiden.

Wie Amazon die Relevanz deiner Anzeige bestimmt

Amazon ermittelt die Relevanz der jeweiligen Anzeige anhand dem Übereinstimmungsgrad zwischen den Produkteigenschaften (Kategorie und Produktlisting) und der Suchanfrage. Der Fokus liegt auf folgenden Bereichen:

  • Keywords im Titel
  • Keywords in den Bullet Points
  • Keywords in der Produktbeschreibung
  • Backend Keywords
  • Kategoriezuordnung
  • Attribute wie Größe, Material…

Zudem muss dein Kampagnen-Setup stimmen: Welche Begriffe hast du beim Keyword-Targeting eingebucht und welchen Match Type hast du gewählt? Kommen die Keywords, die du eingebucht hast, auch im Produktlisting vor, oder besteht hier ein inhaltlicher Widerspruch? Welche ASINs hast du für das Produkt-Targeting angegeben und passen diese inhaltlich zur Suchanfrage?

Wenn dein Targeting, deine Produkteigenschaften und die Suchanfrage nicht harmonieren, kann es gut sein, dass Amazon dein Produkt als nicht ausreichend relevant einstuft. Dann kann dein Gebot noch so hoch liegen – die Anzeige schafft es gar nicht erst in die Auktion.
Merke dir: Dein Gebot ist deine Eintrittskarte in die Auktion, aber kein Garant für eine Ausspielung!

Wie Amazon deine Performance misst

Schließlich schaut Amazon auf deine Performance. Da der Konzern auf Profitabilität bedacht ist, stellt sich die Frage, wie wahrscheinlich deine Anzeige Umsatz generieren wird.

Einmal schaut Amazon auf deine historische Kampagnenleistung (falls vorhanden), andererseits auf die Produkt-Performance (Verkaufsrang, Conversion, Bewertungen, preisliche Wettbewerbsfähigkeit, Lieferzeit und Verfügbarkeit…). Produkte, die generell gut konvertieren, sei es durch bezahlte Werbung oder organisch, werden bevorzugt behandelt.

Mögliche Gründe, wieso Amazon deine Ads nicht ausspielt

Schauen wir uns nun ein paar konkrete Fallbeispiele an, warum deine Kampagnen keine Impressionen erhalten. Ich habe für dich 8 häufige Hürden identifiziert:

  1. Keine Buy-Box
  2. Produkt ist out-of-stock
  3. Suchvolumen der eingebuchten Keywords zu gering
  4. Gebote zu niedrig
  5. Tagesbudget frühzeitig aufgebraucht
  6. Produkt fälschlicherweise einer gesperrten Kategorie zugeordnet
  7. Produkt wird nicht für die eingebuchten Keywords indexiert
  8. Kampagne muss noch freigegeben werden (SB)

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Mehr Informationen

1. Keine Buy-Box

Wenn deine Sponsored Product-Ads keine Impressionen erhalten und du als Reseller tätig bist (also keine eigenen Markenprodukte, sondern die Produkte anderer Hersteller anbietest), kann das daran liegen, dass das zu bewerbende Produkt aktuell NICHT die BuyBox innehat.

Denn: Verfügt ein anderer Verkäufer über die BuyBox, wäre dein Angebot ja gar nicht direkt kaufbar, sondern nur, wenn der Nutzer unter dem Einkaufsfeld rechts auf „Weitere Verkäufer“ klickt. Sowohl für Amazon als auch für dich ist es daher sinnfrei, mit deiner Werbeanzeige auf eine Produktdetailseite weiterzuleiten, die ein konkurrierender Verkäufer gerade beherrscht. Letztendlich würde deine Konkurrenz zusätzlichen Umsatz machen, während du für die Klicks zahlst.

Deshalb besteht bei Sponsored Product-Kampagnen eine BuyBox-Pflicht

ansicht der buybox auf der produktdetailseite

Wenn du nicht die BuyBox hast, wird dein Angebot erst angezeigt, wenn der Nutzer auf „Weitere Verkäufer“ klickt

Überprüfe daher regelmäßig deine BuyBox-Quote und ergreife gegebenfalls Maßnahmen, um diese zu erhöhen. Wenn sich der BuyBox-Inhaber des zu bewerbenden Produkts im Minutentakt ändern, solltest du diese Schwachstelle beheben. Am schnellsten geht das, indem du deinen Preis permanent nach unten hin anpasst und die Lieferbedingungen verbesserst.

Unter «Berichte» → «Statistiken & Berichte» → «Detailseiten Verkäufe und Traffic – nach untergeordnetem Produkt (child)» findest du die Aufschlüsselung, wie häufig deine Produkte über die BuyBox verfügen.

Hinweis: Sponsored Display- und Sponsored Brand-Kampagnen werden auch dann ausgespielt, wenn du keine BuyBox innehast.

2. Produkt ist out-of-Stock

Ein recht trivialer Grund für die fehlende Ausspielung deiner Werbekampagnen ist die Nicht-Verfügbarkeit des beworbenen Produkts. Sobald der Lagerbestand gleich Null ist, macht eine Ausspielung keinen Sinn mehr, da niemand das Produkt bestellen kann. Amazon pausiert dann automatisch die Kampagne.

Dein Listing bleibt natürlich weiterhin aktiv, und deine organische Sichtbarkeit bleibt weiterhin bestehen dein Produkt wird lediglich mit der Zusatzinfo „derzeit nicht verfügbar“ versehen. Deine Ads nehmen jedoch nicht mehr am Auktionsverfahren teil und daher erhält deine Sponsored Product Ad auch keine Sichtbarkeit mehr in den Suchergebnissen.

amazon produkt ist nicht verfügbar

Selbst den Besten passiert es: Ein Artikel ist nicht lieferbar, da nicht vorrätig

Nach dem erfolgreichen Restocking fahren die Kampagnen von alleine wieder hoch; du musst die PPC-Ads daher weder manuell pausieren noch manuell reaktivieren.

Um nachtragende Performance-Schäden durch die Out-of-Stock-Problematik zu vermeiden, rate ich dir Folgendes:

  • Erkenne schwindenden Lagerbestand rechtzeitig, v.a. bei steigenden Sales, und sorge stets für einen Lagerbestand, der mind. 10 Tage lang reicht
  • Fahre das Budget bei drohendem Out-of-Stock schrittweise runter, damit kein abrupter Stopp stattfindet
  • Lass Sichtbarkeits-Kampagnen, die auf deinen Store weiterleiten (Sponsored Brands & Sponsored Display), weiterlaufen

3. Suchvolumen der eingebuchten Keywords ist zu gering

Der häufigste Grund, warum Amazon Ads nicht ausgespielt werden, sind schlecht recherchierte Keywords. Das heißt: Kampagnen sind auf Suchbegriffe ausgerichtet, die in der Realität kaum bis gar nicht gesucht werden. Das passiert, wenn Verkäufer der Meinung sind, dass sie genau wissen, was die Verbraucher bei Amazon suchen ohne jemals Zeit in eine ordentliche Keyword-Recherche investiert zu haben.

Die fehlenden Impressionen rühren dann einfach daher, dass Amazon keine sinnvolle Gelegenheit findet, die Anzeige auszuspielen, weil kaum jemand nach dem eingebuchten Keyword sucht. Auch die unzureichende Datengrundlage für den Algorithmus und die schlechte Umsatz-Prognose wirken drosselnd auf die Wahrscheinlichkeit einer Ausspielung.
Selbst mit hohem Gebot und optimiertem Listing wirst du in der Auktion um die Werbeplätze stets verlieren, da die wohl recherchierten Keywords der anderen Werbetreibenden viel relevanter sind.

Wie viele Suchanfragen sind „zu wenig“?

Verallgemeinert lässt sich sagen, dass PPC-Ads bei unter 100 Suchanfragen pro Monat keinen Sinn machen. Wenn du dennoch auf das Keyword pochst, solltest du es mit zusätzlichen Begriffen als Phrase-Match oder Broad-Match einbuchen, keinesfalls jedoch als Exact-Match!

Bei 100 bis 300 Suchanfragen pro Monat bewegst du dich im Grenzbereich: Erwarte unregelmäßige Ausspielungen und einen stark schwankenden ACoS. Bei mehr als 300 Suchanfragen pro Monat stehen die Chancen schon relativ gut, regelmäßig Auktionen zu gewinnen: Hier kannst du effiziente Nischenkeywords als Exact Match einbuchen. Und bei über 1000 Suchanfragen pro Monat kannst du eine häufige Ausspielung erwarten, musst aber auch deine Gebotsstrategie und dein Budget im Auge behalten und deine Kampagnen-Performance stark steuern. 

Keywords

Suchtrends für Keywords im Product Opportunity Explorer

Wie kannst du Low-Volume-Keywords von High-Volume-Keywords trennen?

Im Product Opportunity Explorer kannst das Suchvolumen bestimmter Begriffe in ganzen Zahlen oder als Trendkurve im Zeitverlauf sehen. Dieses Tool ist für alle Amazon-Verkäufer frei zugänglich.
Wenn du bereits für ein Keyword-Tool von einem externen Anbieter zahlst, wie z.B. Helium10 oder JungeScout, kannst du auch hier sehr zuverlässliche Daten zum monatlichen Suchvolumen erhalten.

Hierzu kann ich dir meinen Blog-Beitrag zu den wichtigsten Amazon PPC-Tools empfehlen.

Tipp: Buchst du Keywords als Broad-Match ein, bekommst du nützliche Ideen geliefert, welche Suchbegriffe von den Verbrauchern wirklich genutzt werden. Sobald die Discovery-Phase vorbei ist, hast du eine klare Vorstellung davon, welche Keywords im Zusammenhang mit deinem Produkt häufig genutzt werden.
Beispiel: Für das Keyword
 
«Trinkflasche» spielt Amazon beim Übereinstimmungstyp Broad die Anzeige bei einer Reihe von verwandten Suchanfragen aus, z.B. «Edelstahl Trinkflasche», «Edelstahlflasche», «Thermo Trinkflasche» usw. Im Suchbegriffsbericht siehst du nach einer Weile, welche Begriffe Klicks erzeugen und konvertieren, und welche irrelevant sind. So kannst du diejenigen Keywords mit starker Leistung zukünftig als Exact-Match einbuchen und irrelevante als Negative Keywords angeben.

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4. Gebote zu niedrig

Die meisten Amazon Werbekampagnen (abgesehen von Sponsored Display Ads mit Optimierung auf sichtbare Impression) werden auf CPC-Basis abgerechnet. Bei diesem Modell definieren wir pro Platzierung einen Klickpreis, den wir maximal bereit sind zu zahlen – das CPC-Gebot.

Dein Gebot muss sich im Auktionsverfahren gegenüber anderen Geboten beweisen, damit deine Anzeige ausgespielt zu werden. Die Auktion bestimmt letztendlich auch über die Platzierung, z.B. am Anfang der Suchergebnisse, irgendwo mittendrin oder auf einer der letzten Seiten.

Zu geringe CPC-Gebote führen oftmals dazu, dass du gar nicht erst an der Auktion teilnehmen darfst und deine höherbietenden Konkurrenten sämtliche vorhandenen Slots für sich einnehmen. Achte daher darauf, dass deine Gebote wettbewerbsfähig sind.

Wenn du deine Gebote festlegst, schlägt Amazon dir einen Wert vor. Zudem bekommst du eine typische Gebotsspanne angezeigt, um dich zu orientieren. Wenn du auf Skalierung aus bist und möglichst viele Auktionen gewinnen willst, solltest du für dein Gebot nochmal 20-40% auf den höchsten Gebotsvorschlag draufpacken.

Das hängt aber auch davon ab, welche Strategie du verfolgst. Für Discovery-Phasen, den langfristigen Markenschutz oder Keywords mit mittelmäßiger Leistung solltest du beispielsweise eher moderate Gebote wählen.
Durch die Wahl einer Gebotsstrategie (feste Gebote vs. nur senken vs. erhöhen und senken) und die Gebotsoptimierung je nach Anzeigenplatzierung (Erste Suchergebnisse vs. Produktseiten vs. restliche Suche) kannst du deine Wettbewerbsfähigkeit im Auktionsverfahren um die besten Plätze weiter erhöhen.

Je nachdem, welche Taktik du verfolgst, kann es also klug sein, ein eher moderates CPC-Gebot zu wählen und dann mithilfe der verfügbaren Optimierungen Amazon zu erlauben, in vorteilhaften Situationen das Gebot um ein Vielfaches zu erhöhen.

Weiter unten werde ich das Thema der Single ASIN & Single Keyword-Kampagnen aufgreifen. Diese solltest du eventuell in Betracht ziehen, wenn du wenige Impressionen aufgrund zu niedriger Gebote erhältst.

5. Tagesbudget frühzeitig aufgebraucht

Vielleicht erhalten deine Anzeigen durchaus ein paar Impressionen, jedoch wunderst du dich, dass du deine eigenen Anzeigen nie oder nur selten auf Amazon siehst?

Auch diesen Fall habe ich regelmäßig in der Praxis. 

Oftmals liegt hier ein zu geringes Tagesbudget zugrunde. Da deine Kampagnen Budget aufbrauchen, indem sie häufig ausgespielt werden oder indem sehr hohe Klickpreise zustande kommen, ist das von dir festgelegte Tagesbudget schon am Vormittag aufgebraucht. In der restlichen Zeit nehmen deine Anzeigen dann nicht mehr am Auktionsverfahren teil.

Das ist in mehrfacher Hinsicht nachteilig für deine PPC-Performance. Deine Impressionen könnten viel höher liegen und deine Ad könnte viel mehr Umsatz generieren, wenn sie auch noch abends der Zielgruppe angezeigt wird. Gerade die frühen Abendstunden zwischen 18 und 22 Uhr sind sehr kaufkraftstark, weil hier die arbeitende Bevölkerung am Handy oder PC sitzt. Während du also „offline“ bist, sammeln deine Wettbewerber Klicks, bauen Markenbekanntheit und Performance auf, und drücken dich langfristig weg. Du sparst im Endeffekt kein Geld, sondern verschenkst wertvolle Marktanteile.

ein zu knappes tagesbudget wirkt sich auf die ads impressionen aus

Wie kannst du dieses Problem also beheben, ohne dein Budget blind auf das Doppelte zu erhöhen?

Folge diesen Schritten, um dein Budget über den Tag zu strecken

  1. Identifiziere Budgetfresser
    Schaue dir in der Werbekonsole den Suchbegriffsbericht oder Targeting-Bericht an und lenke deinen Fokus auf die Kosten und die generierten Verkäufe. Typische Budgetfresser sind Broad Match-Keywords mit hohem CPC, generische Begriffe mit schlechter Conversion sowie Wettbewerber-ASINs beim Produkt-Targeting.
  2. Senke jene Gebote
    Senke die CPC-Gebote bei den identifizierten Budgetfressern und lasse deine Top-Performer unangetastet.
  3. Entschärfe Platzierungsanpassungen
    Zahlst du für eine Platzierung in den ersten Suchergebnissen einen monumentalen Aufschlag von +100% oder mehr? Setze diesen Wert temporär herunter und beobachte, wie sich das auswirkt. Du solltest fortan mehr Impressionen erhalten, auch wenn deine Anzeige nicht mehr konstant in den Top 5 erscheint. Manchmal sind Platzierungen in den restlichen Suchergebnissen oder auf Produktdetailseiten sowieso viel effektiver.
  4. Setze Negativ-Keywords ein
    Vor allem bei automatischen Kampagnen und Broad Match-Keywords sind negative Keywords sehr wichtig, da sie vor irrelevanten Ausspielungen schützen und so besser dein Budget bewahren.
  5. Lege ein realistisches Tagesbudget fest
    Dein Tagesbudget sollte mindestens das Zehnfache deines CPC-Gebots betragen.

6. Produkt fälschlicherweise einer gesperrten Kategorie zugeordnet

Ein eher skurriler Fall, der mir aber schon tatsächlich so zwischen die Finger gekommen ist, ist die fälschliche Einordnung der zu bewerbenden Produkte in die Kategorie „Erotik“ – obwohl es sich eindeutig um Alltagsprodukte handelt.

Da Erotikartikel für Amazon Ads gesperrt sind, finden keine Impressionen statt. Tückisch daran ist, dass diese interne Kategorisierung in der normalen Kundenansicht häufig nicht sichtbar ist. Erst in der Anzeigenübersicht innerhalb der Werbekonsole wird das Problem erkennbar. Dort würde dann ein entsprechender Hinweis von Amazon erscheinen, dass Produkte aus der Erotik-Kategorie nicht beworben werden können.

Auslöser für die fälschliche Einordnung können fehlerhafte Attribute, problematische Keywords und unklare Bulletpoints sein, die auf einen erotischen Bezug hindeuten. Typische Trigger-Wörter sind z.B. „sexy“, „Massage“, „stimulierend“, „intim“, „Vergnügen“, „Lust“, „aphrodisierend“, „Brust“, „Hormone“, „Potenz“… vor allem, wenn sie unvorteilhaft miteinander kombiniert werden.

Denn wie du im folgenden Screenshot siehst, schaffen es „sexy Lingerie“ und „Gleitgel“ sehr wohl in die PPC Werbung, solange sie professionell dargestellt werden. Spielzeuge und explizites Zubehör für Erwachsene sowie Produkte mit p***ografischen Inhalten sind jedoch strikt vom Advertising ausgenommen.

Durex weiß, wie Compliance geht: Die Darstellung der PPC Ads wirkt sehr seriös.

Im schlimmsten Fall wenden Wettbewerber dies als Black-Hat-Methode an, um die Werbefähigkeit konkurrierender Produkte einzuschränken. (Wettbewerber könnten indirekt Einfluss auf die Kategoriezuordnung deines Produkts nehmen, indem sie z.B. dein Listing mehrfach als anzüglich, nicht jugendfrei oder unangemessen melden oder Trigger-Begriffe in Kundenbewertungen und Q&A’s setzen. Es gibt noch weitere fiese Tricks, doch diese sollen nicht Thema dieses Beitrags sein…)

Sollte dies der Fall sein, empfiehlt es sich, umgehend einen Fall beim Seller Support zu eröffnen und die fehlerhafte Kategorisierung korrigieren zu lassen.

7. Produkt wird nicht für die eingebuchten Keywords indexiert

Das Problem mit der fehlender Relevanz haben wir ja schon in der Einführung dieses Beitrags angesprochen. Nun behandeln wir den Fall konkret: Damit Amazon dein Produkt als ausreichend relevant für eine Suchanfrage einstuft, sind passende Keywords im Titel, in den Bullet Points und im Backend von großer Bedeutung – diese zieht der Algorithmus nämlich als Signale heran, um einen ausreichenden inhaltlichen Bezug zwischen Produkt und Suchanfrage herzustellen.

Wenn du keine oder nur sehr wenige, unregelmäßige Impressionen erhältst, liegt vielleicht eine mangelhafte Indexierung vor – und das deutet wiederum darauf hin, dass es an einer Stelle im Listing Optimierungsbedarf geben könnte.

Du kannst ganz leicht manuell überprüfen, ob dein Produkt für das eingebuchte Keyword indexiert ist: Rufe die Amazon-Startseite auf und gib in die Suchleiste die Produkt-ASIN + das zu prüfende Keyword ein (zu sehen im folgenden Screenshot). Erscheint dein Produkt daraufhin in den Suchergebnissen (= organische Platzierung), ist es für diesen Begriff indexiert.

Test, ob die zu bewerbende ASIN für das eingebuchte Keyword indexiert wird

Taucht das Produkt nicht auf, liegt es an dir, Amazons Algorithmus die richtigen Signale zu liefern, indem du den Suchbegriff strategisch im Listing unterbringst. Nur wenn zentrale Keywords sauber und sinnvoll in der Produktbeschreibung integriert sind, kann Amazon deine Werbung zuverlässig für entsprechende Suchanfragen ausspielen.

8. Kampagne muss noch freigegeben werden (SB)

Ein weiterer recht banaler Grund, wieso deine Amazon Ads nichts ausgespielt werden, wäre, dass die Kampagne erst noch von Amazon genehmigt werden muss.

Dies betrifft Sponsored Brand-Ads, die immer einer manuellen Prüfung durch Amazon unterliegen. Anders als bei Sponsored Products werden hier sowohl die Anzeigeninhalte als auch die verlinkten Zielseiten vor der Ausspielung von einem Compliance-Team durchgesehen.

Solange die Freigabe nicht erfolgt ist, bleibt die Kampagne zwar im Werbekonto sichtbar, erzielt jedoch keine Impressionen. Den Kampagnenstatus kannst du natürlich ganz leicht in der Werbekonsole einsehen.

Die Prüfung kann je nach Auslastung, Region und Anzeigenformat zwischen wenigen Stunden und mehreren Werktagen dauern. Zwischenzeitliche  Änderungen an der Kampagne setzen die Prüfung in der Regel erneut in Gang und verlängern den Prozess entsprechend.

 

AdsMasters Tipp: Single-Kampagnen aufsetzen

Was kannst du machen, wenn du alles befolgt hast, das Wettbewerbsumfeld jedoch so schwierig ist, dass deine Anzeige weiterhin kaum ausgespielt wird?

Wenn du alle hier dargestellten Optimierungsmaßnahmen berücksichtigt hast und deine Anzeigen immer noch nicht auf Amazon erscheinen, empfehle ich dir, deine Kampagnenstruktur zu überarbeiten. Die meisten Verkäufer machen sich keine Gedanken über eine optimale Struktur und laufen daher dem Wettbewerb immer wieder hinterher.

Unseren Kunden lege ich immer wieder Single ASIN- und Single Keyword-Kampagnen ans Herz. Anstatt pro Kampagne mehrere Produkte bzw. Keywords einzubuchen, wählst du nur ein einziges (max. 3 sehr ähnliche Keywords).

Dies hat mehrere Vorteile:

  • Weniger Konkurrenz innerhalb der Kampagne
    Amazon muss nicht entscheiden, welche Kombination an Produkten oder Keywords ausgespielt wird, und wie das Budget darauf verteilt wird – dadurch entsteht keine interne Kannibalisierung und die Ausspielwahrscheinlichkeit liegt höher
  • Klare Relevanzsignale für den Algorithmus
    Der Algorithmus versteht schneller, was gut funktioniert und was nicht, da konsistente Signale ausgesandt werden, wodurch ein sauberer Lernprozess gefördert wird. Das wiederum beschleunigt die Kampagnenoptimierung.
  • Bessere Kontrolle über Gebote und Budget
    Indem du jedes Keyword separat behandelt, kannst du individuelle Gebotsstrategien für Top-Performer und „Problemfälle“ festlegen. Indem du den CPC für das Keyword, das aufgrund von harschem Wettbewerb wenige Impressionen erhält, erhöhst und relativ aggressives Bidding betreibst, wird die Ausspielfrequenz ebenfalls erhöht, da du schlichtweg die Auktion häufiger gewinnst.

Dank der hohen Kontrolle und Klarheit sind Single-Keyword-Kampagnen ideal für:

  • Leistungsstarke Keywords
  • Keywords mit schlechter Ausspielung
  • Keywords mit viel Wettbewerb
  • Marken- & Wettbewerber-Keywords
  • Keywords mit „Indexierungsproblemen“

Sprich: Single-Keyword-Kampagnen sind Performance-Booster für Umsatzbringer, helfen aber auch bei der Korrektur von Problem-Keywords.

Single-ASIN-Kampagnen eignen sich für:

  • Top-Performer / Umsatztreiber
  • Höherpreisige Produkte mit besserer Marge
  • Produkte mit saisonal schwankender Verfügbarkeit, die drohen, out-of-stock zu gehen
  • Launch-Phasen und Skalierungs-Phasen, die aggressives Bidding erfordern

Fazit: So gehst du vor, wenn deine Amazon Ads nicht ausgespielt werden

Dadurch, dass die Gründe für fehlende Impressionen so vielfältig sind, kann die Herausforderung, diesem Problem entgegenzutreten, zunächst überwältigend wirken. Doch mit etwas Ruhe und Geduld schaffst du es, dem Grund auf die Schliche zu kommen.

Das Problem dann zu beheben, ist meist gar nicht so schwierig. Wie gehst du also vor?

Stelle zunächst sicher, dass du keine Meldungen von Amazon hast bzgl. deines Kampagnenstatus‘, der Produktverfügbarkeit oder der Kategoriezuordnung. Gehe dann wie folgt vor:

  • Teste mit „ASIN + Keyword“, ob dein Produkt für das Keyword überhaupt indexiert wird
    → wenn nicht, optimiere dein Listing und bringe das Keyword an den wichtigen Stellen unter
  • Prüfe anhand einer SERP-Analyse, mithilfe von Tools oder auf Basis deiner PPC-Kennzahlen, wie stark dein Wettbewerbsumfeld ist
    → ist es stark, brauchst du Single ASIN- und Single Keyword-Kampagnen
  • Prüfe, ob deine Gebote höher liegen als der von Amazon empfohlene Betrag
    → wenn nicht, passe deine Gebote entsprechend an
  • Schaue nach, ob dein Tagesbudget frühzeitig aufgebraucht wird
    → wenn ja, identifiziere Budgetfresser und passe für sie die Gebotsstrategie an
  • Prüfe mithilfe von Tools, ob die eingebuchten Keywords ein zu niedriges Suchvolumen haben
    → wenn ja, nutze andere Keywords bzw. recherchiere neue Suchbegriffe in einer Discovery-Phase
  • Steller sicher, dass dein Produkt die BuyBox innehat
    → wenn nicht, musst du preisliche, logistische und inhaltliche Anpassungen vornehmen

Wenn du all diese Schritte durchgegangen bist und immer noch das Gefühl hast, vor eine riesigen Hürde zu stehen, empfehle ich dir, dich mit uns in Kontakt zu setzen. Wir als Amazon PPC Agentur können dir bei akuten Problemen mit deinem Werbekonto helfen, wie fehlenden Impressionen oder plötzlichem Umsatzrückgang. Wir können dich aber auch mittel- bis langfristig begleiten und deine Kampagnen fortwährend optimieren, damut du mehr Umsatz, vor allem aber mehr Gewinn machst.

Welche Eigenschaften sind für die Ausspielung der Ads entscheidend?

Amazons Algorithmus misst die Relevanz und die erwartete Performance, um zu entscheiden, ob deine Kampagne überhaupt an der Auktion teilnehmen wird. Anschließend entscheiden Gebot und Budget, ob du die Auktion gewinnst.

Welche Bedeutung hat Amazon PPC?

Mithilfe von Amazon PPC kannst du relativ schnell zusätzliche Verkäufe erhalten, weil deine Produkte oder dein Amazon Store an verschiedenen Stellen besonders hervorgehoben werden. Amazon PPC ist das Hauptinstrument für die Skalierung, den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und den Markenschutz.

Wie strukturiere ich Amazon PPC Kampagnen?

Amazon PPC Kampagnen sollten bevorzugt als Single ASIN- oder Single Keyword-Kampagnen aufgesetzt werden, statt mehrere Produkte, die dann intern miteinander konkurrieren, in das Auktionsverfahren um den Werbeplatz zu schicken. Single-Kampagnen bietet dir viele Vorteile, insbesondere auch bei schlechten Impressionen

Tobias Dziuba

Mein Name ist Tobias und ich bin Gründer & Geschäftsführer der Amazon Agentur Adsmasters GmbH mit Sitz in Düsseldorf.

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