Amazon PPC, Amazon Advertising oder auch Amazon Sponsored Ads – viele unterschiedliche Begriffe, die im Endeffekt dasselbe bedeuten: Bezahlte Werbung auf dem Amazon Marktplatz.
Es handelt sich um eine der wichtigsten Marketing-Strategien für deine Produkte und deine Marke auf der Plattform. Wer wirklich auf die vorderen Plätze kommen will, kommt nicht daran vorbei. Früher oder später erstellen die meisten Seller und Vendoren eine PPC-Kampagne, um mehr Sichtbarkeit zu erlangen.
Wenn du zu denjenigen gehörst, die bisher mit bewährten SEO-Strategien an ihrer organischen Platzierung im berüchtigten Amazon Ranking gearbeitet haben, aber nie ganz den Durchbruch geschafft, dann ist dieser Beitrag für dich.
Wenn du vor Kurzem deine erste Kampagne freigeschaltet hast und noch viele offene Fragen hast, dann ist dieser Beitrag für dich.
Und wenn du als alter Hase im Werbegeschäft wissen willst, wie du die Effizienz deiner Kampagnen weiter optimieren kannst, dann ist dieser Beitrag auch für dich.
Denn hier habe ich dir mein geballtes Wissen zu Amazon PPC zusammengestellt: Viel Spaß beim Lesen und Lernen!
Was ist Amazon PPC?
Die Besonderheit der Werbung auf Amazon liegt einerseits in der konfigurierbaren Ausspielung der Anzeigen, andererseits auf der Art, wie die Abrechnung erfolgt.
Abgerechnet wird nämlich erst dann, wenn auch wirklich ein Klick auf die Anzeige erfolgt. Dadurch ist der Begriff Amazon PPC = Amazon Pay per Click zustandegekommen. Die Anzahl der Impressionen kann beliebig hoch ausfallen. Du zahlst nur, wenn deine Werbung Wirkung zeigt und ein potentieller Neuunde durch den Werbelink auf deine Produktdetailseite oder auf deinen Amazon Brand Store gelangt.
In dem Fall wird ein variabler Klickpreis fällig, der einen vordefinierten maximalen Wert hat. Die tatsächlichen Klickpreise unterschieden sich jeweils nach Keyword, Ausspielungsposition und der gewählten Kampagnenart. Wie die Klickpreise zustande komme, erfährst du im Laufe dieses Beitrags. Grundsätzlich kannst du dir aber schon mal merken, dass es sich um einen Marktpreis handelt, der durch ein Auktionsverfahren zustandekommt.
Nun weißt du schon grob, was mit Amazon PPC gemeint ist, aber wie sehen die Werbeanzeigen eigentlich aus? Das schauen wir uns im folgenden Screenshot einmal genauer an. In diesem Fall wurde bei Amazon der Suchbegriff “Milbenspray” eingegeben.

Amazon Suchergebnisse für „Milbenspray“: Ganz oben eine Sponsored Brands-Anzeige, gefolgt von mehreren Sponsored Products.
Alle Produkte, die auf diesem Screenshot zu sehen sind, sind Amazon PPC Werbeanzeigen, die von den jeweiligen Verkäufern geschaltet wurden. Die organisch rankenden, nicht umworbenen Produkte folgen erst darunter.
Dass es sich um ein umworbenes Produkt handelt, erkennen wir an dem grau hinterlegten “Gesponsert”-Zeichen. Fährt man mit dem Maus-Cursor über das „i“-Zeichen, erhält man weiterführende Informationen. Amazon klärt zudem: „Diese Anzeige wird Ihnen aufgrund der Relevanz des Produkts für Ihre Suchanfrage angezeigt.“
Anhand dieses einfachen Beispiels erkennen wir relativ schnell, dass Werbeanzeigen auf Amazon einen dominanten Platz bei der Ausspielung von Suchergebnissen erhalten. Diese Werbeplatzierungen ermöglichen es insbesondere neuen Verkäufern, für ausgewählte Produkte Sichtbarkeit zu erhalten und die ersten signifikanten Verkäufe zu generieren. Das bedeutet im Gegenzug aber auch, dass Amazon-Neulinge ohne bezahlte Produktplatzierungen große Schwierigkeiten haben, Käufer zu gewinnen.
Daher ist es nahezu schon Pflicht, dich als Verkäufer mit der Thematik auf Amazon auseinanderzusetzen. Denn: Ohne ein klares Verständnis davon, wie Werbung auf Amazon funktioniert, hast du im Jahre 2026 keine Chance mehr, auf Amazon erfolgreich zu verkaufen.
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Hinweis zu Amazon PPC Kampagnen Nicht jedes Produkt lässt sich auf Amazon bewerben. Es gibt bestimmte Kategorien, die von der Werbung ausgeschlossen sind wie u.a. Sex-Spielzeuge, tabakhaltige Waren und Rauch-Zubehör. Sucht jemand beispielsweise nach einer „Bong“ oder einem „Zigarettenetui“, bekommt er nur organisch gerankte Produkte angezeigt. Die Verkäufer von solchen Produkten müssen andere kreative Wege finden, ihre Artikel bekannt zu machen. |
Amazon PPC – Wichtige Begriffe
Bevor wir detaillierter in das Thema der Amazon Werbekampagnen eintauchen, schauen wir uns noch einige grundsätzliche Definitionen für Begriffe an, die du hier häufiger lesen wirst.
| Keyword | Bei einem Keyword handelt es sich um ein Wort oder eine Wortkombination, die Werbetreibende definieren müssen, damit die Werbeanzeigen bei einer relevanten Suchanfrage in den Suchergebnisseiten erscheinen. |
| Suchbegriff | Im Gegensatz zum Keyword ist der Suchbegriff der vom Nutzer tatsächlich genutzte Begriff in der Amazon-Suche (Merke: Keywords und Suchbegriffe stimmen häufig überein, müssen es aber nicht!) |
| ACoS = Advertising Cost of Sale | Der ACoS ist eines der Haupt-KPIs bei der Steuerung von Werbekampagnen auf Amazon. Diese Metrik gibt die zugeschriebenen Umsatzkosten an, indem deine Werbeausgaben durch die zugehörigen Werbeeinnahmen geteilt werden. Wenn du also 20 € Werbeausgaben hast und dadurch Werbeeinnahmen von 100 € generieren konntest, beträgt der ACoS für diese Kampagne und diesen Zeitraum 20 %. Je kleiner der ACoS ist, desto rentabler ist die Werbung. |
| RoAS = Return on Advertising Spend | Der RoAS misst die Rentabilität der Anzeigenkosten, indem die Werbeeinnahmen durch die Werbeausgaben geteilt werden. Bei Werbeeinnahmen von 100 € und Werbeausgaben von 20 € liegt der RoAS bei 50. Je größer der RoAS ist, desto rentabler ist die Werbung. |
| Anzeigengruppe | Hierbei handelt es sich um eine Gruppierungsmöglichkeit von Werbekampagnen. In einer Anzeigengruppe lassen sich Anzeigen mit gleichen Keywords, Produkten, Kategorien, Marken oder Zielgruppen zusammenfassen. |
| CTR = Click-Through-Rate | Die Klickrate gibt das Verhältnis der tatsächlichen Klicks zu den Impressionen an. Diese Metrik ist wichtig, um zu verstehen, welche Werbeanzeigen wirkungsvoll sind und Menschen zum Klicken bewegen. Die Anzahl der Klicks bestimmt letztendlich auch deine Werbeausgaben nach dem Pay-per-Click-Modell. |
| CPC = Cost-per-Click | Diese Kennzahl gibt an, wie viel du pro Klick auf deine Anzeige im Durchschnitt zahlst. Die Klickpreise werden dynamisch in Gebotsauktionen bestimmt und sind eine indirekte Kennzahl für die Wettbewerbsintensität. Liegt der Wettbewerb hoch, lässt sich Amazon jeden Klick teuer berechnen. |
| Gebot | Damit die Klickpreise nicht durch die Decke gehen und dein Werbebudget lange hält, gibst du als Werbetreibender ein Gebot ab. Dies ist der Höchstbetrag, den du pro Klick zahlen willst. Liegen deine Gebote zu niedrig, bleiben deine Anzeigen nahezu unsichtbar. Liegen sie zu hoch, ist dein Budget schnell verbraucht. |
| Auktion |
Jedes abgegebene Gebot für den Klickpreis tritt bei einer passenden Suchanfrage in eine Echtzeit-Auktion gegen die Wettbewerber. Amazon berechnet für jede Anzeige den Ad Rank, indem das Gebot mit der Relevanz des Produkts multipliziert wird. Die Anzeige mit dem höchsten Ad Rank gewinnt die Auktion und erhält die beste Platzierung. |
| SERP = Search Engine Results Page | Dies ist die Suchergebnisseite, die infolge einer Suchanfrage angezeigt wird. Die Reihenfolge, in welcher Produkte auf der Suchergebnisseite erscheinen, wirkt sich stark auf die Sichtbarkeit aus. |
Amazon PPC Workshop – YouTube Video
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Wer kann Amazon PPC-Kampagnen schalten?
Grundsätzlich kann jeder Verkäufer, der die folgenden Voraussetzungen erfüllt, auf Amazon werben:
- Professioneller Verkaufstarif (kein Einzelanbieter)
- Produkte dürfen nicht zu verbotenen Kategorien gehören (Sexspielzeuge, Tabak etc.)
- Produkte müssen neu sein (kein gebrauchter Zustand)
- Bei Sponsored Products-Kampagnen: Das beworbene Produkt muss die BuyBox innehaben
- Bei Sponsored Brands- & Display-Anzeigen: Der Werbetreibene muss eine registrierte Marke besitzen
Sowohl mit einem Seller-Account als auch mit einem Vendor-Account kannst du Amazon PPC-Kampagnen schalten. Aber auch Markeninhaber, die nicht selbst direkt auf Amazon verkaufen, sondern über Drittverkäufer ihre Produkte vertreiben, können durch gezielte PPC Werbung den Abverkauf ihrer Produkte fördern.
Amazon PPC Werbung für Vendoren
Bei einem Amazon Vendor handelt es sich um einen Lieferanten von Amazon – in der Regel Markeninhaber oder Großhandelsunternehmen, die ihre Produkte direkt an Amazon verkaufen. Der Verkauf und Versand der Ware erfolgt dann direkt über Amazon. Der Vendor hingegen muss sich um die Produktdarstellung und die Produktwerbung kümmern.
Vendoren stehen alle drei Hauptformate der Amazon Werbung zur Verfügung: Sponsored Products, Sponsored Brands und Sponsored Display.
Amazon PPC Werbung für Seller
Im Gegensatz zum Vendor verkauft der Seller das Produkt über den Amazon Marktplatz direkt an die Endkunden. Dabei hat er die Wahl, den Versand selbständig abzuwickeln oder das Logistiknetzwerk von Amazon zu verwenden.Amazon Seller kümmern sich dabei ebenfalls um die Produktdarstellung und die Bewerbung ihrer Produkte.
Einen Vorteil, den der Amazon Seller gegenüber dem Vendor hat, ist die höhere Produktmarge. Der Seller verkauft seine Produkte nämlich zum Endkundenpreis, und nicht erst an Amazon. Seller können ebenfalls auf alle drei Hauptformate der Amazon Werbung zugreifen. Allerdings sind Sponsored Brands- und Sponsored Display-Kampagnen nur für registrierte Markeninhaber möglich.
Markeninhaber ohne direkte Verkaufsbeziehung zum Endkunden
Markeninhaber, die ihre Produkte weder über das Seller-Central direkt an Endkunden noch über das Vendor-Central an Amazon zwischenverkaufen, haben ebenfalls die Möglichkeit, ihre Produkte zu bewerben – solange diese von Drittanbietern auf dem Marktplatz dargeboten werden.
Hierzu erstellt der Markeninhaber einfach einen Seller-Account und führt die Markenregistrierung bei Amazon durch. Daraufhin kann der Markeninhaber mit der Bewerbung der Produkte, die von Drittanbietern verkauft werden, beginnen. Zur Verfügung stehen in dem Fall nur zwei der drei hauptsächlichen Werbeformate: Sponsored Brands und Sponsored Display.
Wieso ist Werbung für erfolgreiche Verkäufer unverzichtbar?
Wenn dein Produkt nicht gefunden wird, dann kann es auch nicht gekauft werden. Kunden nutzen Amazon hauptsächlich über die Suchfunktion und bekommen dann, anhand der eingegebenen Suchbegriffe, dynamisch zusammengestellte Suchergebnisseiten angezeigt.
Als Verkäufer musst du sicherstellen, dass deine Produkte a) für die passenden Begriffe ausgespielt werden und b) auf den obersten Plätzen oder an einer sichtbaren Stelle erscheinen, damit sie überhaupt wahrgenommen werden. Hierzu muss gleich gesagt werden, dass Amazon Werbung nicht nur auf den Suchergebnisseiten erscheint, sondern auch auf den Kategorieseiten und auf den Produktdetailseiten von ähnlichen Konkurrenzprodukten.
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Grundsätzlich gilt: Je häufiger die Anzeigen für deine Produkte ausgespielt werden, desto besser, da das Bewusstsein für eine Marke oder für ein bestimmtes Produkt erst nach vielen Sichtkontakten entsteht. Unsere erfolgreichsten Kunden versuchen daher für möglichst viele relevante Suchbegriffe Impressionen zu erzielen. Da man nur für den eigentlichen Klick auf die Anzeige bezahlst, vergessen viele, dass schon der reine Sichtkontakt mit einer Werbeanzeige positive Auswirkungrn haben kann. Suchende nehmen deine Marke bzw. deine Produkt unterbewusst wahr. Zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung haben sie dann bereits Vertrauen aufgebaut. |
Ein weiterer wichtiger Grund, wieso bezahlte Werbeanzeigen auf Amazon unverzichtbar sind, liegt in der Relevanz von Produktverkäufen und der Platzierung der Produkte in den organischen (nicht bezahlten) Suchergebnissen.
Das Amazon SEO-Ranking ist hochkomplex und würde an dieser Stelle zu weit führen. Du kannst dir aber grundsätzlich merken, dass Amazon dein Produkt umso höher in den organischen Suchergebnissen platziert, je mehr du verkaufst. Dies bedeutet, dass mit jedem zusätzlichen Verkauf über bezahlte Werbung die Wahrscheinlichkeit steigt, dass auch die organische Platzierung deines Produkts steigt.
Allerdings ist Amazon PPC nicht nur für neu gelaunchte Produkte vorteilhaft, sondern auch für solche, die schon länger fortbestehen. Produkte müssen in der Tat durchgehend beworben werden, ansonsten verlieren die Kunden deine Marke aus den Augen und greifen zukünftig zu Wettbewerberprodukten mit mehr Sichtbarkeit. Warum, denkst du, bewirbt Coca Cola immer noch seine Softdrinks? Wenn Coca Cola sich aus der öffentlichen Wahrnehmung zurückziehen würde, steigen die Menschen irgendwann auf eine lautere, auffälligere und aktuellere Marke um.
Welche Amazon Werbeformate gibt es?
Für deine Marketingkampagnen bei Amazon kannst du zwischen drei hauptsächlichen Kampagnenarten wählen. Diese stellen wir dir im Folgenden vor und geben dir Tipps, wie du sie am besten anwenden kannst, worauf du achten solltest und welchen Mehrwert sie für deine Marke haben.

Amazon PPC Kampagnentypen
Sponsored Product Ads
Sponsored Products sind klassische Werbeanzeigen, die auf der Suchergebnisseite am Anfang (= Ergebnisse mit dem höchsten Ranking), vereinzelt auch in der Mitte sowie gruppiert in besonders hervorgehobenen Bereichen (= unter „Jetzt im Trend“, „Von Kunden häufig angesehen“ oder „Hoch bewertet“) angezeigt werden.
Zusätzlich können Sponsored Products auch auf den Produktdetailseiten platziert werden, z.B. gruppiert im Anzeigenkarussel unter „Verwandte Produkte zu diesem Artikel“ oder einzeln an verschiedenen Leerplätzen.
Die Darstellung der Sponsored Products-Anzeige kannst du nicht wirklich abändern, da es sich um die übliche Produktvorschau, bestehend aus Hauptbild, Titel, Kundenbewertung, Preis und Versandinformationen, handelt.

Amazon Sponsored Products Ads auf den obersten Plätzen in den Suchergebnissen
Eine Sponsored Products-Anzeige bei Amazon hat einen großen Vorteil: Wenn sie dem Kunden angezeigt wird, ist die Kaufentscheidung für diese Art von Produkt meist schon gefallen. Der Kunde ist im Entscheidungsprozess relativ weit fortgeschritten, da er gezielt nach dem Produkt gesucht hat und nun nur noch zwischen den verschiedenen Varianten und Marken wählen muss. Deine Anzeige lässt dein Produkt hervorstechen, was dir einen großen Vorsprung verschafft.
Wie viel kosten Amazon Sponsored Products Ads?
Sponsored Products Ads kosten zunächst gar nichts: Die Kampagnenerstellung und die Ausspielung an verschiedenen Stellen ist für dich als Seller/Vendor kostenlos. Du zahlst erst, wenn deine Anzeige angeklickt wird – und auch nur so viel, wie du höchstens bereit bist, auszugeben.
Die Kosten pro Klick werden in der CPC-Auktion bestimmt. Diese ist auch ausschlaggebend dafür, ob und in welcher Position deine Anzeige ausgespielt wird. Der Klickpreis entspricht maximal deinen Höchstgebot, welches du bei der Kampagnenerstellung festgelegt hast. Zusätzlich kannst du ein Tagesbudget angeben, um deine Ausgaben pro Tag unter Kontrolle zu behalten.
Mehr zum Targeting deiner Sponsored Products-Kampagnen
Damit deine Werbeanzeigen die richtigen Menschen an passender Stelle erreichen, muss deine Kampagne korrekt eingerichtet sein. Du kannst zunächst zwischen automatischem und manuellem Targeting entscheiden.
Das automatische Targeting bietet eine zeitsparende Methode, um deine Anzeigen auszuspielen. Dazu wird die Kampagne komplett von Amazon erstellt. Der Algorithmus wählt anhand deiner Produktbeschreibung Keywords und ähnliche Produkte aus, für die deine Anzeige geschaltet wird. Mit dem automatischen Targeting kannst du schnell eine Kampagne starten und online bringen. Allerdings gibst du einen Großteil der Verantwortung in die Hände von Amazon.
Das manuelle Targeting ist die Option, mit der du die volle Kontrolle über dein Marketing behältst. Hierbei recherchierst du deine Keywords sowie ähnliche Produkte selbst, um zu bestimmen, unter welchen Umständen deine Kampagnen ausgespielt werden. Das erfordert zwar mehr Aufwand, doch kannst du sicher sein, dass deine Anzeigen sehr genau auf die Top-Keywords und Top-Produkte ausgerichtet sind.

Beim automatischen Targeting wird ein Standard-Gebotspreis definiert.
Anschließend hast du zwei Möglichkeiten: Die Ausrichtung auf Suchbegriffe oder die Ausrichtung auf (verwandte) Produkte und Kategorien.
| Unterschied Keyword-Targeting vs. Produkt-Targeting: Beim Keyword-Targeting wählst du passende, relevante Suchbegriffe aus, um deine Produkte auf den zugehörigen Suchergebnisseiten anzeigen zu lassen. Wählst du das Produkt-Targeting, kannst du deine Kampagnen auf bestimmte Produkte (z.B. beliebte Konkurrenzprodukte, verwandte bzw. ergänzende Produkte) oder auch auf ganze Kategorien ausrichten lassen. |
Sponsored Brand Ads
Sponsored Brand-Anzeigen werden sowohl in den Suchergebnissen als auch auf den Produktdetailseiten verwandter Artikel ausgespielt. Eine solche Anzeige besteht zumeist aus drei oder mehr Kernprodukten deines Portfolios, mit denen du deine Marke bewerben willst, und deinem Logo sowie Slogan. Die Kunden können sowohl auf die einzelnen Produkte als auch auf einen Link zu deinem Amazon Brand Store klicken.
Sponsored Brand Ads erscheinen in der Headline der Suchergebnisseite, noch vor den am höchsten gerankten Produkten, und sind dann besonders sichtbar. Weiterhin wird die Markenwerbung seitlich unter der Filterleiste und in der Mitte der Suchergebnisse ausgespielt.

Auf den Produktdetailseiten verwandter Produkte erscheint die Markenwerbung ebenfalls in der Headline, jedoch in einem deutlich kleineren Format. So werden die drei verlinkten Markenhighlights – dies können Produkte oder Store-Seiten sein – nur anhand ihrer Titelbilder vorgestellt. Im folgenden Screenshot siehst du eine Sponsored Brands-Anzeige für die Einrichtungs- und Lifestyle-Marke LUUK:

Zudem gibt es auf jeder Produktdetailseite ein Anzeigenkarussell unter „Ähnliche Marken bei Amazon“. Hier werden einzelne Top-Produkte anderer Marken anhand eines Produktvideos und einer kompakten Produktvorschau vorgestellt.
Sponsored Brand Ads haben den großen Vorteil, dass du relativ viel Gestaltungsfreiheit hast. Du kannst Produkte oder Kollektionen deiner Wahl präsentieren und mit kreativen Anzeigentexten das gesamte Bild aufwerten.
Sowohl Seller als auch Vendoren können Sponsored Brand Ads schalten. Eine wichtige Voraussetzung für Seller ist hierbei, dass man als Markeninhaber im Amazon Markenregister eingetragen ist.
Insgesamt hast du drei Möglichkeiten, deine Marke ins Rampenlicht zu rücken, die ich dir nachfolgend vorstellen werde.
Produktkollektion |
Store Spotlight |
Video |
| Mit der Auswahl einer Produktkollektion kannst du ausgewählte Produkte zur Schau stellen. Ein Klick auf das Produktbild leitet den Kunden auf die entsprechende Produktdetailseite weiter. Zudem führt ein Link auf deinen Markenshop bei Amazon.
Neben der Produktauswahl benötigst du noch dein Logo und eine passende Überschrift bzw. einen Werbeslogan. Optional kannst du auch ein passendes benutzerdefiniertes Bild hinzufügen, welches deine Anzeige hervorstechen lässt. |
Mit dem Store Spotlight kannst du statt einzelner Produkte ganze Seiten in deinem Amazon Store verlinken. So kannst du mehr Aufmerksamkeit auf dein Gesamtportfolio lenken und die Kunden dazu anregen, durch deinen Store zu stöbern.
Genau wie bei der Produktkollektion brauchst du auch hier noch dein Logo sowie eine passende Überschrift. Voraussetzung ist zudem, dass dein Store mindestens vier Seiten (= Landingpage plus drei Unterseiten) besitzt. |
Mit der Video-Funktion kannst du für ein einzelnes Produkt aus deinem Portfolio werben, das deine Marke gut repräsentiert. Dementsprechend sollte es sich um deinen Bestseller handeln. Die Anzeige führt deine Kunden auf die entsprechende Produktdetailseite; dein Store wird nicht verlinkt.
Das Video wird automatisch (stumm) abgespielt, sobald 50% des Videos auf dem Bildschirm zu sehen sind. |

Auswahl des Werbeformats bei der Kampagnenerstellung.
Sponsored Brand Ads können lediglich auf Suchbegriffe ausgerichtet werden (Keyword-Targeting).
Die Kosten für deine Markenwerbung sind variabel. Die tatsächlichen Klickpreise werden dynamisch in der CPC-Auktion bestimmt, je nach der Wettbewerbssituation, deinen Keywords und dem abgegebenen Gebot (= Höchstpreis pro Klick).
Sponsored Display Ads
Die dritte Möglichkeit, um auf Amazon Anzeigen zu schalten, sind Sponsored Display Ads. Diese Anzeigen werden z.B. auf der Amazon Startseite sowie auf Produktdetailseiten geschaltet, aber auch außerhalb von Amazon (= Websites und Apps von Drittanbietern) dargestellt.
Im nachfolgenden Screenshot wird die Anzeige für den roborock Saugroboter rechts unter der BuyBox eines Konkurrenzprodukts ausgespielt, es gibt jedoch noch weitere mögliche Platzierungen.
Diese Form der Anzeige eignet sich besonders gut, um Kunden zu erreichen, die sich zuvor zwar ein Produkt von dir angeschaut haben, aber nicht(s) kauften. Du kannst Sponsored Display Ads aber auch zur Erschließung neuer, für deine Marke relevanter Zielgruppen nutzen.
Die Voraussetzung, um eine solche Anzeige schalten zu können, ist genau wie bei den Sponsored Brand Ads, dass du mit deiner Marke in Amazons Markenregister gelistet bist. Ob du Vendor oder Seller bist, spielt dabei keine Rolle.
Dadurch, dass Sponsored Display-Anzeigen auch auf anderen, externen Seiten ausgespielt werden und direkt auf die Produktdetailseite weiterleiten, erreichst du deine Kunden schon sehr früh in der Customer Journey. Achte aber darauf, dass dies nur mit dem Zielgruppen-Targeting möglich ist. Beim Produkt-Targeting werden die Anzeigen ausschließlich auf Amazon ausgespielt.
Targeting-Möglichkeiten von Sponsored Display-Kampagnen
Für Sponsored Display-Kampagnen kannst du zwischen dem Produkt-Targeting und dem Zielgruppen-Targeting wählen.
Das Produkt-Targeting ermöglicht es dir, deine Kampagne gezielt auf bestimmte Produkte, Marken oder auch Kategorien auszurichten, die für dein beworbenen Produkt relevant sind. Damit erreichst du Kunden, die ähnliche, gleiche oder zugehörige Produkte suchen bzw. sich in verwandten Kategorien umschauen.
Mit dem Zielgruppen-Targeting kannst du festlegen, wer deine Anzeigen ausgespielt bekommt, und sicherstellen, dass nur bestimmte Zielgruppen mit einem erwünschten Such- oder Kaufverhalten deine Werbung sehen. So erreichst du beispielsweise Amazon Kunden, die bereits auf relevanten Kategorieseiten unterwegs waren, aber keinen Kauf getätigt haben. Auch Menschen in einer bestimmten Lebensphase oder mit bestimmten Vorlieben können mit dem Zielgruppen-Targeting angesprochen werden.
| Übrigens: Amazon nutzt zur Zusammenstellung der Zielgruppen interne Shopping- und Streaming-Signale. Das heißt, dass Amazon Nutzer in eigene Zielgruppen steckt, je nachdem was sie online suchen und einkaufen, und welchen Content sie auf Portalen wie z.B. Prime Video konsumieren. |
Ausgestaltungsmöglichkeiten von Sponsored Display Ads
Nicht nur der Ausspielungsort und die Ausrichtung deiner Anzeigen sind von Relevanz, sondern auch die Art und Weise, wie deine Anzeigen gestaltet sind. Das Design wird standardmäßig automatisch generiert. Um deine Anzeige aber noch mehr zu individualisieren, kannst du sie selber gestalten.
Bei der Option “Logo und Überschrift hinzufügen” kannst du das Markenlogo hochladen und eine passende Überschrift mit max. 50 Zeichen einfügen. Wählst du jedoch „Benutzerdefiniertes Bild hinzufügen“, kannst du deine Anzeige mit einem professionellen Bild versehen, das z.B. ein Anwendungsbeispiel zeigt.

Gestaltungsmöglichkeiten der Werbemittel: Logo und Überschrift oder benutzerdefiniertes Bild
Wie viel kosten Amazon Sponsored Display Ads?
Bei Sponsored Display Ads gibt es zwei verschiedene Optionen, wie abgerechnet wird. Dein formuliertes Kampagnen-Ziel beeinflusst, welche Option zu wählen kannst:
- Bei der Optimierung der Kampagne zur Steigerung der Seitenbesuche oder zur Verbesserung der Conversion rechnet Amazon nach dem CPC-Modell ab. Du zahlst also pro Klick auf deine Anzeige.
- Wenn du jedoch deine Kampagne zur Verbesserung deiner Markenbekanntheit nutzen willst, dementsprechend also die Optimierung für sichtbare Impressionen gewählt hast, rechnet Amazon pro Tausend Impressionen ab. Das heißt: Sobald deine Anzeige auf dem Bildschirm potenzieller Kunden sichtbar wird, gilt dies als sichtbare Impression. Die Kosten hierfür belaufen sich auf mindestens 1 € pro Tausend Impressionen. Darunter wird deine Kampagne mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einfach nicht ausgespielt. Deine Ausgaben pro Tag lassen sich auch hier wieder mit der Einrichtung eines Tagesbudgets deckeln.
Amazon PPC Targeting-Möglichkeiten
Wie bereits im vorherigen Kapitel angesprochen gibt es sowohl manuelles als auch automatisches Targeting. Wir wollen dir an dieser Stelle einen Einblick in das manuelle Targeting geben und erklären, wie du deine Kampagnen ausrichten kannst, um ihre Wirkung zu maximieren.
Keyword Targeting
Wie der Name schon sagt, steht hier die Definition eines oder mehrerer Keywords im Fokus. Die Keywords sorgen dafür, dass deine Anzeige (z.B. eine Pferdedecke) nur bei bestimmten Suchbegriffen (z.B. „Pferdedecke“, „Regendecke für Pferd“ „Pferd Outdoordecke“) ausgespielt wird. Diese Option kannst du für die Kampagnenarten Sponsored Products und Sponsored Brands verwenden.
Keywords und Suchbegriffe sind hierbei nicht dasselbe. Das Keyword ist der Begriff, auf den du bietest, während der Suchbegriff diejenige Wortkombination ist, die von dem Nutzer in das Suchfeld eingetippt wird. Es gibt drei verschiedene Arten der Übereinstimmung zwischen Keywords und Suchbegriff, die sogenannten „Match Types“. Je nach Match Type ist die Übereinstimmung sehr grob bis exakt:
- Broad = der Suchbegriff enthält die Keywords in beliebiger Reihenfolge
- Phrase = der Suchbegriff enthält die Keywords in gleicher Reihenfolge
- Exact = es gibt eine Wort-für-Wort-Übereinstimmung zwischen Keywords und Suchbegriff
Match Types |
Keyword(s) |
Suchbegriffe, für welche die Werbung angezeigt wird |
Suchbegriffe, für welche die Werbung nicht angezeigt wird |
| Broad | geldbörse herren | geldbörse herren, schwarze herren geldbörse, geldbörse aus nylon für herren… | geldbeutel herren, geldbörse damen |
| Phrase | geldbörse herren | geldbörse herren, geldbörse herren schwarz, nylon geldbörse herren | deldbeutel herren, geldbörse damen, gschwarze herren geldbörse… |
| Exact | geldbörse herren | geldbörse herren | geldbeutel herren, geldbörse damen, schwarze herren geldbörse, geldbörse herren schwarz… |

Je nach Keyword und Match Type entstehen verschiedene Gebotsempfehlungen
Product Targeting
Beim Product Targeting kannst du deine Kampagne gezielt auf bestimmte Kategorien und Produkte bzw. ASINs ausrichten. Diese Option steht dir für alle Kampagnenarten zur Verfügung.
Je nachdem, was dein Ziel ist, kannst du zwei unterschiedliche Strategien anwenden. Möchtest du deine Produkte besser gegen die Anzeigen von Wettbewerbern verteidigen, eignet sich der Verweis auf die eigene ASIN sehr gut. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auf deinen Produktdetailseiten nur deine eigenen Anzeigen ausgespielt werden und nicht die deiner Wettbewerber. Möchtest du hingegen mehr Traffic generieren, lohnt sich die Angabe der Wettbewerber-ASINs: So werden deine Anzeigen auf konkurrierenden Produktdetailseiten ausgespielt und du kannst deinen Wettbewerbern Traffic „klauen“.
Eine Unterart des Product Targetings ist das Kategorie Targeting. Hierbei legst du fest, für welche Kategorien und Unterkategorien deine Anzeigen ausgespielt werden. Damit erreichst du ein breiteres Publikum und machst allgemein auf dich aufmerksam. Diese Methode eignet sich sehr gut, um deine Markenbekanntheit durch viele Impressionen zu steigern.
Negatives Targeting
Das negative Targeting für Keywords oder Produkte wird genutzt, um einzuschränken, wann deine Anzeigen ausgespielt werden sollen. Indem du die Ausspielung für bestimmte Suchbegriffe oder ASINs verbietest, sinken deine Werbekosten und dein RoAS steigt.
Beim negativen Keyword-Targeting gibst du die Suchbegriffe an, bei denen deine Anzeige keinesfalls ausgespielt werden soll. Im Beispiel der Herren Geldbörse könntest du z.B. die Keywords “geldbörse damen” als Negativ-Keywords setzen. So stellst du sicher, dass jemand, der gezielt nach einer Geldbörse für Frauen sucht, deine Anzeige nicht sehen wird.
Das negative Produkt-Targeting verhindert, dass deine Anzeige auf einer bestimmten Produktdetailseite, z.B. von einem irrelevanten, unseriösen oder unbeliebten Produkt, ausgespielt wird. Dies kann von Vorteil sein, wenn du den RoAS deiner Kampagne erhöhen willst.
Zielgruppen Targeting
2021 führte Amazon das Zielgruppen-Targeting ein, um Kunden in verschiedenen Phasen ihrer Customer Journey anzusprechen. Du kannst neue Märkte erschließen, die bisher nicht viel Beachtung fanden, die Aufmerksamkeit klassischer Zielgruppen auf dich lenken oder auch hochqualifizierte Leads, die bereits auf deinen Produktseiten waren oder ähnliche Produkte erworben haben, zum Kauf überzeugen.
Schließlich erreichst du mit dieser Option genau diejenigen Personen, die Bedarf für deine Produkte haben, seien es Heimwerker, Hobbyköche, Studenten oder Großeltern.
Diese Option des Targetings steht ausschließlich für Sponsored Display-Kampagnen zur Verfügung.
Amazon Zielgruppen
Amazon bietet vier Strategien zur Erreichung neuer, potentieller Kunden an. Jede Strategie kommt mit ihrer eigenen, von Amazon automatisch generierten Zielgruppenauswahl.
- In-Market: Diese Form des Targetings zielt auf Menschen ab, die bereits in die Entscheidungsphase der Customer Journey übergehen und somit kurz vor einem Kauf stehen, oder dich aktiv in der Kaufphase befinden. Es sind Nutzer mit einer konkreten Kaufabsicht, die sich auf relevanten Kategorieseiten oder verwandten Produktseiten bewegen.
- Lifestyle: Hierbei werden die Nutzer anhand ihres Kauf- und Konsumverhaltens und der daraus erkannten, gemeinsamen präferenzen zu Zielgruppen wie “Foodies” oder “Technikfans” zusammengefasst.
- Interessen: Die Nutzer werden auf Grundlage ihrer Such- und Kaufaktivitäten zu Interessengruppen zusammengefasst. Eine mögliche Gruppe wäre z.B. “Interessiert an Innenarchitektur”.
- Lebensereignisse: Bei dieser Strategie werden Menschen in einer bestimmten Lebensphase angesprochen, die mit ganz spezifischen Bedürfnissen einhergeht. Mögliche Zielgruppe wären hier z.B. “bevorstehende Reise” oder “Hochzeit”.
Weitervermarktung nach Aufrufen oder Käufen
Neben der Gewinnung von Neukunden lassen sich mit Amazon Ads auch Kunden binden und Interessenten zurückholen. Die Weitervermarktung, aus als Retargeting bekannt, zielt demnach auf Nutzer ab, die bereits Interesse an deinem Angebot gezeigt haben und mit deiner Marke oder deinem Unternehmen interagiert haben. Zur Förderung der Markentreue und des Cross-Sellings ist dieses Vorgehen ideal.
Wendest du diese Marketing-Strategie an, werden deine Anzeigen infolge von Seitenaufrufen oder Käufen ausgespielt. Für die auslösende Aktion legst du bestimmte Kriterien sowie einen Attributionszeitraum (innerhalb der vergangenen 2, 7 oder 12 Tage) fest, um sicherzugehen, dass deine Anzeige zum Zeitpunkt der Ausspielung noch relevant ist.
Wir optimieren deine PPC Kampagnen
Attributionszeiträume bei Amazon Ads
Der Attributionszeitraum definiert das Zeitfenster, in dem der Kauf eines deiner Produkte einer Werbeanzeige von dir zugeordnet wird. Bei Amazon beträgt dieser Zeitraum je nach Werbeformat 7 oder 14 Tage. Das bedeutet: Erfolgt innerhalb dieser Frist nach dem Klick ein Kauf, wird der Umsatz der Werbeanzeige zugerechnet.
Amazon nutzt das Last-Click-Modell. Demnach wird die Conversion ausschließlich der Anzeige gutgeschrieben, auf die der Kunde zuletzt geklickt hat. Vorherige Klicks auf andere Anzeigen werden nicht berücksichtigt.
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Ein Beispiel: Klickt ein Kunde am 10.10. auf eine Sponsored Products-Anzeige und kauft das Produkt am 19.10., wird der Umsatz der angeklickten Anzeige zugeschrieben, da das Datum des Kaufs innerhalb des 14-Tage-Zeitraums liegt. Käufe nach dem 24.10. würden nicht mehr der geklickten Anzeige zugeschrieben werden. |
Die Zeit, welche zwischen dem Klick und dem tatsächlichen Kauf vergeht, wird auch als Conversion Delay bezeichnet. Der Kunde kann dein Produkt z.B. im Warenkorb behalten, als Favorit markieren oder in einer Amazon-Liste speichern, wodurch die mehrtägige Verzögerung zustande kommt.
Bei manchen Produktgruppen ist der Conversion Delay jedoch praktisch nicht vorhanden, da die Kaufentscheidung sehr schnell fällt.
Attributionszeitraum von Sponsored Products Ads
Bei Sponsored Products-Anzeigen wird der Umsatz einer Werbeanzeige zugeschrieben, wenn sowohl die Anzeige, auf welche geklickt wurde, als auch das gekaufte Produkt von dir sind. Das gekaufte Produkt muss jedoch keineswegs identisch zu dem beworbenen Produkt sein. Solange sowohl Anzeige als auch Produkt zu deinem Amazon Account gehören, ordnet Amazon den Kauf deiner Werbeanzeige zu.
Der Attributionszeitraum beträgt für Seller bis zu 7, für Vendoren bis zu 14 Tage.
Doch welcher Zeitpunkt ist für die Statistik entscheidend: Der Tag des Klicks oder der Tag des Kaufs? Bei Sponsored Products wird die Conversion immer dem Tag des Klicks zugerechnet. Da Käufe oft erst verzögert stattfinden, können sich die Performance-Daten deiner Kampagnen rückwirkend ändern. Beurteile deine Ergebnisse daher nie zu früh, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Attributionszeitraum von Sponsored Brand Ads
Im Gegensatz zu Sponsored Products erfolgt die Attribution bei Sponsored Brands-Anzeigen auf Markenebene. Das bedeutet: Klickt ein Nutzer auf deine Anzeige und kauft daraufhin ein Produkt deiner Marke, wird der Umsatz deiner Kampagne zugerechnet – selbst wenn der Verkauf über einen Drittanbieter (z.B. einen Lizenznehmer) erfolgte. Der tatsächliche Verkäufer der Markenware ist also unerheblich.
Für Sponsored Brands gilt ein einheitlicher Attributionszeitraum von 14 Tagen (sowohl für Seller als auch für Vendoren). Allerdings wird die Conversion hier dem tatsächlichen Kaufzeitpunkt zugeordnet, nicht dem Tag des Klicks. Dadurch bleibt die Performance deiner Sponsored Brand-Kampagnen stabil und ändert sich nachträglich nicht mehr.

Attributionszeitraum von Sponsored Display Ads
Etwas komplizierter wird es bei Sponsored Display-Kampagnen. Je nachdem, wie deine Kampagne ausgerichtet ist, werden die Käufe unterschiedlich zugeordnet.
Ist deine Kampagne auf eine Interessengruppe (Zielgruppen-Targeting) oder auf bestimmte ASINs ausgereichtet (Product-Targeting), erfolgt die Zuschreibung innerhalb deiner Marke, wie es bei Sponsored Brands der Fall ist. Ebenso wird der Umsatz auf Markenebene zugeschrieben, wenn du deine Kampagne auf die Weitervermarktung nach Aufrufen ausgerichtet hast und du Vendor bist.
Ist die Kampagne auf die Weitervermarktung nach Aufrufen ausgerichtet, du bist jedoch Seller, wird der Umsatz nur innerhalb deines Accounts deiner Werbekampagne zugeschrieben.
Der Attributionszeitraum beträgt in jedem Fall 14 Tage.
Je nachdem, welche Art von Targeting du heranziehst, sind für deine Performance-Statistiken unterschiedliche Zeiträume entscheidend. Beim Zielgruppen-Targeting wird die Conversion des Tag des Kaufes zugeordnet. Beim Product-Targeting sowie der Weitervermarktung nach Aufrufen ist der Tag des Klicks auf die Anzeige entscheidend.
Amazon PPC Tools für automatisches Bidding
Amazon PPC Tools gibt es heutzutage wie Sand am Meer. Die allermeisten Tools konzentrieren sich dabei auf die automatische Optimierung der bestehenden Werbekampagnen. Hierbei werden CPC-Gebote automatisch angepasst, Platzierungen deaktiviert und Reportings angefertigt. Der Traum, dass ein Tool deine Kampagnen von alleine erfolgreich macht, bleibt jedoch ein Traum. Die Vorarbeit und Betreuung der Kampagnen muss der Werbetreibende leisten.
Wenn wir Amazon PPC als Prozess verstehen, ist der Arbeitsaufwand gerade am Anfang am höchsten. Denn: Zuerst musst du eine passende Werbestrategie für deine Produkte und Geschäftsziele ermitteln, dann solltest du dich mit dem möglichen Platzierungen und der Gewichtung dieser Platzierungen beschäftigen. Diese Aufgaben können die Amazon PPC-Tools nicht übernehmen.
Zudem übernimmt Amazons Werbekonsole bereits viele der Aufgaben, die ursprünglich nur von den kostenpflichtigen, spezialisierten Tools angeboten wurden, wie z.B. die Optimierung auf RoAS-Werte und das Vorschlagen von Keywords bei der Kampagnen-Erstellung.
Der Fokus der Amazon PPC Tools liegt daher in der Verwaltung sowie der laufenden Optimierung deiner aktiven Kampagnen.
Grundsätzlich empfehlen sich Amazon PPC-Tools nur bei Verkäufern mit hohen, mindestens fünfstelligen Werbeausgaben pro Monat und einer großen Menge an beworbenen Produkten.
Die besten PPC Tools kurz vorgestellt
Hier möchten wir dir einen kurzen Überblick zu deinen Optionen bereitstellen, wenn du deine Amazon Ads-Kampagnen mithilfe eines intelligenten Tools automatisieren willst.
AdSpert
Bei AdSpert handelt es sich um ein automatisiertes Handelssystem, um deine Gebote auf mehreren Advertising Plattformen (Amazon, Google, Walmart, Microsoft, ebay) optimal zu platzieren. Dies geschieht anhand eines Algorithmus, der aus dem Börsenhandel stammt. Neben automatisierten Geboten nimmt dir AdSpert Aufgaben wie die Kampagneneinrichtung und die Keywordpflege ab, und gibt datengestützte Budgetempfehlungen.
Du kannst AdSpert 30 Tage lang kostenfei testen und dann mit dem Essential-Account starten: Dieser kostet dich 99 € monatlich + eine prozentuale Provision, die sich an deinen gesamten Werbeeinnahmen orientiert.
BidX
Das Amazon PPC-Tool von BidX wirbt mit einer bis zu 14-stündigen Zeitersparnis pro Woche beim Erstellen und Verwalten von Amazon Ads Kampagnen, da der selbstlernende Algorithmus diese Aufgaben automatisiert. Dank dem fortschittlichen Targeting und der andauernden Kampagnen-Anpassung erzielen Nutzer nach wenigen Wochen einen gestiegenen RoAS und einen höheren Werbeumsatz.
Die All-in-One-Werbeplattform, die in Darmstadt entwickelt wurde, beginnt preislich bei 495 € pro Monat. Bevor du dich vertraglich bindest, kannst du eine kostenlose Demo anfragen.
Adference
Die Adference PPC Software wurde in Deutschland entwickelt und bietet Werbetreibenden einen intelligenten Autopilot für ihren Amazon Advertising Account. Das Tool, das stark auf Machine Learning setzt, liefert täglich aktualisierte Gebote sowie detailliert recherchierte Keywords und ASINs für ein optimiertes Targeting, um das Werbebudget effizienter einzusetzen und die Werbung sinnvoll zu platzieren.
Wenn dein Account unter 10.000 € Werbeausgaben pro Monat verzeichnet, zahlst du für das Adference Tool 629 € monatlich. Zudem wird ein einmaliger Onboarding Fee fällig. Eine kostenlose Demo wird dir die Entscheidung, ob die Kampagnen-Automatisierung durch Adference Sinn für dich macht, schnell abnehmen.
Helium 10
Helium 10 umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Tools, die sowohl für Amazon SEO als auch für Amazon PPC hilfreich sein können. Wir fokussieren uns hier auf das PPC Tool Helium 10 Ads – einer sehr fortschrittlichen Lösung, die tiefgehende Datenanalysen mit intelligenter Automatisierung vereint.
Auf der Basis von vordefinierten Zielen und Regeln werden Gebote automatisch angepasst, um die Effizienz deiner Werbekampagnen zu maximieren. Zudem schlägt das Tool kontinuierlich neue, relevante Suchbegriffe vor und setzt solche, die keine Ergbenisse liefern, auf die negative Liste. Natürlich gibt es auch ein Dashboard, wo alle wichtigen Amazon Ads-Kennzahlen dargestellt werden.
Helium 10 setzt für sein Amazon PPC Tool auf die Technologie von Pacvue. Für den vollen Leistungsumfang zahlst du 195 $ monatlich.
Perpetua
Die automatisierte Software vom Berliner Anbieter Perpetua arbeitet auf Basis zweier Angaben: Deinem Ziel-ACoS und deinem gewünschten Tagesbudget. Anschließend nimmt das Tool tägliche Anpassungen der Gebotsstrategie vor, um das richtige Gebot zur richtigen Zeit für die Keywords abzugeben, die am ehesten konvertieren werden. Das stundengenaue Reporting hilft dir dabei, Dayparting-Regeln festzulegen und somit zu bestimmen, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten deine Anzeigen ausgespielt werden.
Das Tool kostet dich 695 USD pro Monat, sofern deine Werbeausgaben unter 10.000 USD liegen.
E PWR
Die in München ansässige AdValue Group bietet mit ihrem Tool E PWR eine KI-gestützte Automatisierung für deine PPC-Kampagnen mit präzisem Reporting, Gebotsoptimierung, Budgetverwaltung, Kampagneneinrichtung und Keywordpflege an. Zudem wird automatisiertes Dayparting genutzt, um die Zielgruppe genau dann zu erreichen, wenn sie auf dem Marktplatz aktiv ist. Welche Werbeformate du schaltest (SP, SB, SD, DSP…), ist völlig gleich.
Wie du also siehst, ist der Leistungskatalog bei den meisten PPC Tools gleich. Um zu sehen, welche Nutzeroberfläche dir am meisten zusagt, kannst du die kostenfreien Demos nutzen. Für E PWR sind keine Preisangaben verfügbar, da man dir nach der Demo ein individuelles Angebot unterbreiten wird.
Unsere Meinung zu Amazon PPC Tools
Viele Verkäufer wahren die Vorstellung, dass ein Amazon PPC Tool den Arbeitsaufwand für das Advertising auf Amazon komplett eliminiert, was jedoch nicht der Fall ist. Amazon PPC Tools können
a) Gebotsanpassungen zu jeder Tageszeit vornehmen
b) eine große Anzahl an Kampagnen effizient steuern
c) profitable Suchbegriffe finden
d) dir helfen, dein Budget zu kontrollieren sowie kluge Entscheidungen zu treffen.
Amazon PPC Tools können jedoch keine passende Werbestrategie für dich entwickeln, ansprechende Inhalte erstellen oder deine Conversion trotz mangelnder Listing-Qualität hochtreiben. Zudem solltest du ein gutes Grundverständnis für das Thema der Amazon Werbung mitbringen, um die Ergebnisse der PPC-Kampagnen richtig einschätzen zu können.
| PPC-Tools Stärken | PPC-Tools Limitationen |
| Zeitersparnis durch Automatisierung | Probleme mit der Conversion beheben |
| Efiizienzsteigerung durch 24/7-Bidding | Verkäufe bei mangelnder Qualität erzwingen |
| Skalierung durch automatische Verwaltung per Knopfdruck | Ansprechende Werbematerialien erzeugen |
| Keyword-Management | Strategische Ausrichtung vorgeben |
| Zusätzliche Analysen | Entscheidungen abnehmen |
| Budget-Kontrolle |
Alle hier vorgestellten PPC Tools sind legitim, arbeiten seriös und liefern gute Ergebnisse. Unser persönlicher Favorit ist jedoch Helium 10, da es sich um eine All-In-One-Lösung für deinen Amazon Account handelt, und wir von dem Funktionsumfang schlichtweg begeistert sind.
Amazon Keyword Tools für ein optimales Targeting
Vielleicht erstellst und verwaltest du deine Werbeanzeigen lieber selbst, doch stellt Amazon für die Ausrichtung deiner Kampagnen hilfreiche Tools zur Verfügung, die du auf jeden Fall nutzen solltest.
Die Keyword-Recherche dürfte für dich kein unbekanntes Verfahren sein: Immerhin müssen häufige Suchbegriffe und wichtige Schlüsselwörter in jedem Listing vorkommen, allem voran im Titel, in den Bullet Points und in den Backend-Keywords.
Keywords beeinflussen deine Conversion, dein organisches Ranking und die Performance deiner Sponsored Products-Anzeigen. Deshalb schauen wir uns hier nochmal die wichtigsten Tools an, die du zur Recherche von Keywords auf Amazon nutzen kannst.
Amazon Brand-Analytics
Dieses Tool, das zur Auswertung von Suchbegriffen und dem Bestellverhalten der Amazon Kunden dient, steht sowohl Vendoren als auch Sellern mit einer abgeschlossenen Markenregistrierung zur Verfügung. Die Nutzung ist kostenlos, sodass du auf jeden Fall davon profitieren solltest.

Wenn wir unter „Amazon-Suchbegriffe“ einen Zeitraum (i.d.R. die vergangene Woche) definieren, erhalten wir auf den ersten Blick eine Auflistung der populärsten Suchbegriffe auf dem deutschen Marktplatz. Statt absoluter Metriken gibt Amazon lediglich den Suchfrequenz-Rang an: Je häufiger ein Begriff gesucht wird, desto niedriger ist die Rangzahl.
Um die Ansicht weiter einzugrenzen, kannst du im oberen Suchfeld das Hauptkeyword (= das Wort, das dein Produkt bezeichnet) eingeben. Für unser Beispiel nutze ich den Begriff “Tischleuchte”, um zu ermitteln, welche weiteren Begriffe die Amazon Kunden im Zusammenhang damit gesucht haben.

Nun folgt eine Rangfolge verschiedener Suchbegriffe, die zur Suche von Tischleuchten auf Amazon in der vergangenen Woche eingegeben wurden. Insgesamt werden 40 Wortkombinationen angezeigt, die uns wichtige Inspiration liefern. So scheinen z.B. kabellose LED Tischleuchten sowie Tischleuchten von Sigor und Philips sehr nachgefragt zu sein.
Die Amazon Brand Analytics ist zweifelsohne ein nützliches Keyword-Tool, wenn wir verlässliche und zeitbezogene Daten benötigen.
Amazon Product-Opportunity-Explorer
Der Amazon Product-Opportunity-Explorer (POE) hilft Verkäufern, die Nachfrage nach bestimmten Produkten anhand des Suchvolumens und der erfolgten Verkäufe auszuwerten. Beim POE handelt es sich um ein von Amazon bereitgestelltes Tool, das für alle Verkäufer über das Vendor Central oder Seller Central erreichbar ist.
Wenn wir den Begriff „Tischleuchte“ eingeben, bekommen wir nicht nur die populärsten Suchbegriffe pro Nische angezeigt, sondern auch, wie sich das Suchvolumen innerhalb der vergangenen 90 Tage bzw. 360 Tage verändert hat.

Das ist jedoch erst der Anfang: Mit einem Klick auf das jeweilige „Kundenbedürfnis“ werden uns nun alle relevanten Suchbegriffe angezeigt, die zu dieser Nische gehören.

In der Auflistung sehen wir, inwieweit das Suchvolumen im Vergleich zum Vorquartal (QoQ) sowie zum Vorjahr (YoY) zu- bzw. abgenommen hat und können so Trends im Konsumerverhalten erkennen. In diesem Beispiel ist der Begriff “Tischleuchte Akku” mit 3.388 Suchanfragen in den letzten 90 Tagen und einem Klickanteil von 25,7 % auf Platz 1. Zwar lag das Suchvolumen im Vergleich zum Vorquartal niedriger, im Vergleich zum Vorjahr jedoch bedeutend höher. Zudem könnte man schlussfolgern, dass wiederaufladbare Tischlampen mit Akku im Vergleich zu solchen mit Batterien beliebter werden.
Über den Reiter “Einblicke” sehen wir schließlich die prozentuale Anzahl der Produkte, die Sponsored Products Ads geschaltet haben (87,27 %). Anhand dieser Daten lässt sich eine Kategorie oder Nische auf ihre Wettbewerbsintensität hin prüfen.

Der Amazon POE ist für Werbetreibende ein Must-Have bei der Beurteilung und Generierung von Keywords.
Ahrefs Amazon Keyword Tool
Schauen wir zum Abschluss noch ein Drittanbieter-Tool zur Keyword-Recherche an, und zwar von Ahrefs. Dieses kann kostenfrei genutzt werden.
Die Anwendung ist ziemlich simpel: Nachdem du das Land ausgewählt und deinen Hauptbegriff eingegeben hast, erhältst du eine große Auswahl an verwandten Suchbegriffen, die nach dem geschätzten Suchvolumen geordnet sind. Unsere Erfahrung zeigt, dass das Spektrum an Keywords größer ist als bei den zuvor vorgestellten, Amazon-eigenen Tools, weshalb es sich auf jeden Fall lohnt, Ahrefs zur weiteren Ideensammlung heranzuziehen.

Somit kann Ahrefs eine gute zusätzliche Informationsquelle für zusammengesetzte Suchbegriffe bzw. Mehrwort-Keywords sein. Nur das angegebene Suchvolumen sollte mit etwas Vorsicht behandelt werden.
Amazon PPC Optimierung
Ebenso wie deine Listings sollten auch deine Werbekampagnen auf Amazon dauerhaft getrackt, analysiert und optimiert werden. Auch bei den zuvor besprochenen PPC Tools ist dies ein großes Thema. Deshalb schauen wir uns als Nächstes die unterschiedlichen Optimierungsziele und die empfohlenen Optimierungsmaßnahmen an.
Optimierungsziele
Die Schaltung von Amazon PPC Kampagnen kann unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen; eine One-Size-Fits-All-Lösung gibt es daher nicht.
Werbetreibende auf Amazon orientieren sich in der Regel an einem der folgenden Zielwerte:
- Ziel-ACoS
- Ziel-TACoS
- Sichtbarkeitsoptimierung
- Umsatzmaximierung
- Brand-Protection
Schauen wir uns diese Ziele nun genauer an.
Ziel-ACoS = Werbetreibende haben einen gewissen ACoS-Zielwert, der nicht überschritten werden soll. Bei einem vordefinierten ACoS haben die Werbetreibenden meist kein festes Budget, sondern zielen primär darauf ab, dass jeder Verkauf über die Werbung kostendeckend erfolgt.
Ziel-TACoS = Anstatt die Werbekosten an den Werbeumsätzen zu messen, können die Werbekosten auch an den Gesamtumsätzen (Organisch & Paid) gemessen werden. Beim TACoS (= Total Advertising Cost of Sale) wird der Effekt der PPC-Werbung auf das organische Ranking und die organischen Verkäufe mit berücksichtigt. Grundsätzlich ist dies die bessere Strategie im Vergleich zum Ziel-ACoS.
Sichtbarkeitsoptimierung: Hier hat der Werbetreibende eine bestimmte Anzahl an Impressionen und Sichtkontakten als Zielwert, um z.B. die Markenbekanntheit zu steigern oder die Wahrscheinlichkeit einer hohen Klickrate zu maximieren.
Umsatzmaximierung: Bei der Maximierung des Umsatzes handelt es sich oftmals um ein zeitlich befristetes Ziel. So entscheiden sich einige Werbetreibende in der Black Week dazu, ihre Werbeausgaben deutlich zu steigern, um von der erhöhten Kauffreudigkeit der Konsumenten zu profitieren. Ebenfalls macht die Strategie bei Produktlaunches oder beim Abverkauf von überflüssiger Ware Sinn.
Brand-Protection: Mit diesem sehr defensiven Kampagnen-Ziel möchte der Werbetreibende erreichen, dass bei der Suche des Markenbegriffs nur Anzeigen der beworbenen Marke dargestellt werden und keine Anzeigen von Wettbewerbern erscheinen.
Die Optimierungsmaßnahmen orientieren sich jeweils am Kampagnen-Ziel und müssen daher immer im Zusammenhang mit dem formulierten Ziel betrachtet werden. Daher geben wir keine allgemeingültigen Aussagen, wie Amazon PPC-Kampagnen optimiert werden können.
Optimierungsmaßnahmen: 11 Tipps zur Verbesserung deiner Kampagnen
(1) Negative Keywords einbauen
Die ersten Option, die jeder Werbetreibende nutzen sollte, ist das negative Keyword-Targeting, sofern du Broad Match-Types verwendest. Negative Keywords sind zu einer Suchanfrage gehörende Wörter, die das Ausspielen der Anzeige unterbinden.
Beispiel: Bei einem Produkt, das explizit für Herren entworfen wurde, könnte ein negatives Keyword „Frauen“ oder „Damen“ sein. Sucht jemand die Frauen-Variante des Produkts, bekommt er die Werbung nicht angezeigt.
Mit negativen Keywords stellst du als Werbetreibender sicher, dass deine Anzeigen nur bei erwünschten und passenden Suchbegriffen dargestellt werden.
(2) Gebote nach Platzierung optimieren
Mit der Option “Gebotsanpassung nach Platzierung” lassen sich bei bereits angelegten Sponsored Products Ads prozentuale Gebotserhöhungen um 1 bis 900 % einbauen, um eine bestimmte vorteilhafte Platzierung zu erreichen.
So kannst du für die Platzierung ganz oben auf der ersten Seite eine prozentuale Erhöhung von bis zu 900 % festlegen, was die Wahrscheinlichkeit, dass deine Werbung in den Top 5 erscheint, maximiert. Grundsätzlich raten wir bei Kampagnen mit sehr geringem ACoS, eine deutliche Gebotsanpassung nach oben vorzunehmen.
(3) Sponsored Display: Conversion-Optimierung
Bei der Schaltung von Sponsored Display Ads hast du die Wahl zwischen drei verschiedenen Gebotsstrategien. Du musst entscheiden, ob du deine Gebote auf 1. sichtbare Impressionen, 2. Seitenaufrufe oder 3. Conversion hin optimieren willst.
Bei den ersten beiden Strategien werden Personen angesprochen, die sich noch ganz am Anfang der Customer Journey befinden und eine niedrige Kaufwahrscheinlichkeit haben. Bei der Conversion-Optimierung stehen diejenigen Nutzer im Fokus, die bereits in der Entscheidungsphase sind. Demnach richtet sich die Höhe der Gebote danach, wie wahrscheinlich ein Kauf zustandekommt.
Jeder Werbetreibende, der sich möglichst kosteneffiziente PPC-Kampagnen wünscht, sollte sich für die Conversion-Optimierung entscheiden.

(4) Retargeting-Kampagnen nutzen, um hochqualifizierte Leads zu erreichen
Eine weitere Möglichkeit, mithilfe von Sponsored Display Ads zu punkten, ist die Weitervermarktung nach Aufrufen oder Käufen. Bei solchen Kampagnen werden Personen angesprochen, die entweder die beworbenen Produkte schon angesehen oder verwandte Produkte erworben haben. Sie befinden sich viel weiter in der Customer Journey und haben eine hohe Wahrscheinlichkeit, zu Käufern bzw. Wiederholungskäufern zu werden.
Da ausschließlich Nutzer die Anzeige sehen, die vorab schon einen Kontaktpunkt mit deinen Produkten hatten, liegt der RoAS in der Regel vergleichsweise hoch.
(5) Sponsored Products: Dynamische Gebote nur senken
Bei der Schaltung von Sponsored Products Ads haben Werbetreibende die Wahl zwischen folgenden drei Gebotsstrategien: 1. Dynamische Gebote – Nur senken, 2. Dynamische Gebote – Senken und erhöhen, sowie 3. Feste Gebote.
Mit der Gebotsstrategie “Dynamische Gebote nur senken” stellst du sicher, dass Amazon die von dir hinterlegten Gebotspreise nur reduzieren kann und du in deinem Budget bleibst. Amazon reduziert die Gebotspreise, wenn davon ausgegangen wird, dass kein Kauf mehr durch die Ausspielung der Anzeige erfolgt.

Drei mögliche Gebotsstrategien und die Anpassung deiner Gebotspreise je nach Positionierung
(6) Keyword Match Types
Mit den Match Types oder Übereinstimmungstypen können hinterlegte Keywords entweder sehr genau oder etwas breiter definiert werden. Aktivierst du den Broad Match Type für dein Keyword-Targeting, muss die Suchanfrage deine Keywords lediglich enthalten – somit wird deine Anzeige häufiger ausgespielt, was gut für die Sichtbarkeitsoptimierung ist.
Beim Exact Match Type wird deine Anzeige nur dann ausgespielt, wenn die Suchbegriffe genau so eingegeben werden, wie du die Keywords definiert hast. Damit kannst du z.B. einen bestimmten Ziel-AcoS erreichen.
(7) Single-Keywords-Kampagnen
Eine weitere Maßnahme für a) die Sichtbarkeitsoptimierung und b) die Umsatzmaximierung ist die Erstellung sogenannter Single-Keyword-Kampagnen. Hierbei wird die Ausspielung auf genau ein Keyword (Exact Match Type) begrenzt. Als Gebotsoptimierung empfiehlt sich die Option “Dynamische Gebote – Senken und erhöhen” oder auch “Feste Gebote”.
Diese Einstellung führt dazu, dass das Auktionsverfahren häufiger als gewöhnlich gewonnen wird und die Rate der Impressionen deutlich ansteigt. Wir empfehlen jedoch, Single-Keyword-Kampagnen ausschließlich für Top-Performing-Keywords, also für diejenigen Schlüsselwörter mit dem größten Umsatzanteil der jeweiligen Kategorie, einzusetzen.
(8) Single-ASIN-Kampagnen
Neben der Anwendung von Single-Keyword-Kampagnen kann es auch empfehlenswert sein, sogenannte Single-ASIN-Kampagnen zu verwenden. Hierbei wird ein einzelnes Produkt pro Kampagne beworben und für jedes weitere Produkt erstellst du eine separate Kampagne.
Dies führt dazu, dass das gesamte Kampagnen-Budget dem ausgewählten Produkt zugesprochen wird, was die Ausspielungswahrscheinlichkeit der Anzeige maximiert.
(9) Benutzerdefinierte Bilder bei Sponsored Brand Ads & Sponsored Display Ads
Eine relativ einfache, aber effektive Methode, die Klickrate deiner Sponsored Brand Ads zu erhöhen, ist die Nutzung von benutzerdefinierten Bildern, die zusätzlich zum Markenlogo und deinem Werbeslogan angezeigt werden. Solche Bilder sind auffällig und attraktiv.
Amazon selber sagt, dass die Nutzung benutzerdefinierter Bilder zu einer bis zu 30 % höheren Klickrate führen kann.

Auch bei Sponsored Display Ads lassen sich benutzerdefinierte Bilder in die Anzeige integrieren, die dann statt dem Logo und Werbeslogan erscheinen. Gerade Lifestyle-Bilder und Kontext-Bilder, die das Produkt dennoch groß und zentral abbilden, sind hier sehr effektiv.
(10) Wettbewerber-Namen im Keyword-Targeting einschließen
Häufig legen Werbetreibende beim Keyword-Targeting den Fokus ausschließlich auf generische Suchbegriffe und lassen dabei Markenbegriffe von Wettbewerbern komplett unbeachtet. Dabei wissen professionelle Ads Manager, dass dieses Vorgehen kontraproduktiv ist, da man sich die Bekanntheit der Wettbewerber zunutze machen kann.
Beispiel: Du verkaufst Cola einer eher unbekannten Marke auf Amazon. Indem du deine Anzeige auf Begriffe wie „Coca Cola“, „Pepsi“ und „Fritz-Kola“ ausrichtest, erscheint deine Anzeige auch dann, wenn die Konsumenten nach den bekannten Colamarken suchen.
Durch die Inklusion von Wettbewerber-Namen im Keyword-Targeting erhältst du zusätzliche Werbeplatzierungen, was die Sichtbarkeit, in vielen Fällen aber auch den Umsatz deutlich steigern kann!
(11) Ausschließlich Produkte bewerben, die beliebt und Retail-Ready sind
Was viele Amazon Verkäufer unbeachtet lassen, ist die Darstellung der beworbenen Produkte in den Anzeigen. Egal, welches Werbeformat du nutzt, werden deine Produkte fast immer mit ihrem Titelbild, dem Titel, der durchschnittlichen Kundenbewertung und dem Preis dargestellt. Wenn diese Elemente nicht ansprechend sind und zum Klicken bewegen, hilft auch die beste Produktplatzierung nicht.
Produkte mit schnellen Lieferzeiten, überzeugenden Titeln, zahlreichen Bewertungen sowie aussagekräftigen Amazon Produktbildern werden immer eine überproportional gute Kampagnen-Performance haben. Denke daran: Beim Auktionsverfahren entscheidet Amazon nicht nur nach der Höhe der abgegebenen Gebote, sondern auch nach der Relevanz der Produkte für die Suchanfrage, welche sich aus den Keywords, der Beliebtheit des Produkts, der Verfügbarkeit und der Listing-Qualität ergibt.
Aus diesem Grund solltest du bei der Optimierung deiner Amazon PPC Kampagnen auch immer ein Blick auf die eigentlichen Produkte legen, da diese einen maßgeblichen Einfluss auf die Erfolgschancen der Werbekampagnen haben.
Häufige Fehler bei der Schaltung von PPC-Kampagnen
Amazon PPC ist kompliziert! Es ist daher nicht verwunderlich, dass es zahlreiche Missverständnisse und Fehltritte bei der strategischen Ausrichtung sowie Umsetzung von Amazon PPC-Kampagnen gibt. In diesem Kapitel möchten wie daher häufige Mythen, Irrtümer und Pannen behandeln.
Falls du Hilfe bei der Steuerung deines Amazon Ads Accounts brauchst, können wir uns gerne mal austauschen! Als Amazon PPC-Agentur sind wir darauf spezialisiert, die Gewinne unserer Kunden durch strategische Werbekampagnen zu maximieren.
Amazon PPC Mythen
Das Amazon Ads-Universum ist voller Halbwahrheiten und Mythen. Einige dieser Mythen wollen wir uns nun genauer anschauen.
Ein niedriger ACoS sollte immer das Ziel sein
Die Reduzierung des ACoS ist ein häufiges Ziel von Werbetreibenden auf Amazon, jedoch sollte der ACoS nicht als einzige Kennzahl beim Performance-Tracking verwendet werden.
Verfolgt man nämlich lediglich eine Reduzierung des ACoS, kommt es langfristig dazu, dass die generierten Werbeumsätze immer weiter sinken. Ein geringer ACoS zeigt eigentlich nur an, dass Käufe stattgefunden haben, die sehr wahrscheinlich waren.
Beispiel:
Wenn Coca Cola auf den Begriff “Coca Cola” wirbt, werden die Kampagnen einen sehr geringen ACoS haben.
Wenn aber Coca Cola seine Kampagnen auf die Begriffe “Erfrischungsgetränk” oder “Pepsi” ausrichtet, fällt der ACoS deutlich höher aus, weil die Zielgruppe nun breiter aufgestellt ist und manche Konsumenten auch auf die Wettbewerber-Anzeigen klicken.
Sollte Coca Cola nun nicht mehr auf diesen Begriffen werben? Doch, es ist unabdingbar, auch Kunden anzusprechen, die während ihrer Suchanfrage gar nicht an Coca Cola gedacht haben. Nur so können Werbetreibende langfristig eine Marke in ihrer Kategorie aufbauen.
Das definierte Tagesbudget ist der maximale Betrag, den man pro Tag zahlt
Ein häufiges Missverständnis erfolgt bei der Definierung des Tagesbudgets für eine Werbekampagne. Beim Tagesbudget handelt es sich nicht um den maximalen Betrag pro Tag, sondern um einen Richtwert, der im Durchschnitt auf 30 Tage erreicht wird. Das Tagesbudget kann an einzelnen Tagen bis zu 25 % höher ausfallen, an anderen Tagen jedoch niedriger sein, sodass auf 30 Tage gesehen das Budget nicht überschritten wird.
Dies hat zur Folge, dass Budgets an einem Tag unter dem definierten Maximalbetrag liegen und am Folgetag darüber.
PPC-Kampagnen sollte man möglichst täglich optimieren
Ein häufiger Mythos, dem insbesondere unerfahrene Verkäufer folgen, ist der Irrglaube, dass Werbekampagnen täglich optimiert werden müssten. Kaum ein Account verfügt über eine Datenmenge, bei der eine tägliche Optimierung sinnvoll wäre. Außerdem haben auch größere Accounts die Problematik mit dem Conversion-Delay, d.h. der Klick auf eine Werbeanzeige und der finale Kauf können bis zu 14 Tage voneinander getrennt sein.
Das Thema der Attributionszeiräume führt dazu, dass die tägliche Kampagnen-Optimierung nicht auf einer verlässlichen Datengrundlage durchgeführt werden kann.
Werbung auf die eigenen Markenbegriffe ist Geldverschwendung
Sollten Markeninhaber Werbeanzeigen schalten, wenn Kunden sowieso schon nach der Marke suchen?
Auf jeden Fall! Wenn Markeninhaber die obersten Platzierungen im Ad Rank nicht einnehmen, wird es sicherlich ein Konkurrent machen. Wettbewerber-Kampagnen (z.B. von Pepsi), die bei der Suche nach einem Markennamen (z.B. Coca-Cola) erscheinen, gehören zum Standard. Die Werbetreibenden bei Pepsi profitieren ganz besonders, wenn der Markeninhaber Coca-Cola seine eigenen Markenbegriffe nicht mit Werbung schützt.
Um dem vorzubeugen, gehört die Brand Protection zu den ersten Werbestrategien, die wir für unsere Kunden einrichten.
Typische Fettnäpfchen und Fehler
Eine automatische Kampagne mit allen Produkten
Ein Kampagnen-Set-up, das wir bei der Betreuung von Neukunden häufig sehen, ist das Schalten einer automatischen Kampagne, die alle vorhandenen Produkte enthält. Gleichzeitig hat diese Kampagne ein relativ hohes Budget und hohe Gebote. Diese Kombination macht es häufig sehr schwierig, die Kampagne auszuwerten und dementsprechend zu optimieren.
Empfehlenswerter ist es, Produkte in Produktgruppen zu klassifizieren und dann je Produktgruppe eine automatische Kampagne zu erstellen. So gestaltet sich die laufende Optimierung deutlich einfacher.
Kampagnen werden nicht regelmäßig optimiert
Häufig treffen wir Amazon-Verkäufer, die ihre PPC-Kampagnen eingestellt und danach nie wieder kontrolliert haben. Die fehlende Optimierung der Amazon PPC-Kampagnen kann dich Zehntausende von Euro kosten! Prüfe die Performance deiner Kampagnen im 7- bis 14-Tage-Rhythmus anhand von Kennzahlen wie ACoS, TACoS, RoAS, CTR und CPC.
Kampagnen wegen kurzfristigem Performance-Einbruch deaktivieren
Eine Wahrheit, die es bei Amazon PPC zu beherzigen gibt, ist, dass die Performance deiner Kampagnen schwanken kann! Dies können wir in der Regel über alle Ads-Accounts hinweg beobachten. Das lässt sich teilweise auf saisonbedingte Faktoren oder auch auf kurzfristige Aktionen von den Wettbewerben zurückführen.
Daher empfiehlt es sich, Kampagnen nicht willkürlich zu deaktivieren, wenn die Performance nachlässt, sondern zunächst die möglichen Gründe für den Umsatzeinbruch festzustellen!
Fehlende Werbestrategie
Vor der Erstellung deiner ersten Amazon PPC-Kampagne solltest du dir Gedanken zu den gewünschten Zielen machen. Die anvisierten Ziele können natürlich vielfältig sein: Willst du deine Marke bekannter machen und vor Wettbewerbern schützen? Willst du einen Lagerüberbestand loswerden? Brauchst du möglichst viel Sichtbarkeit für einen Produktlaunch? Möchtest du das Cross-Selling über dein Portfolio hinweg fördern? Ist dein primäres Ziel, in die Top 5 der Suchergebnisseite zu kommen?
Wichtig ist, die eigene aktuelle Situation zu bemessen, eine klare Zielsetzung zu formulieren und darauf basierend eine Strategie zu entwickeln. Eine Strategie könnte sein, neue Produkte über einen Zeitraum von 3 Monaten mit einem bestimmten monatlichen Budget zu einem maximalen ACoS von 35 % zu bewerben.
Werbung auf nicht-optimierte Listings
Die Performance deiner Werbekampagnen hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: 1. Die Werbeplatzierung, die im Rahmen einer Echtzeit-Auktion ermittelt wird 2. Die Conversion Rate auf deiner Produktdetailseite. Je ausführlicher und qualitativ hochwertiger deine Produktdetailseite ist (inkl. schnellem Versand und ausreichendem Bewertungen), desto mehr Kunden werden sich für das beworbene Produkt entscheiden.
Denke daran: Du zahlst bei Amazon PPC für die Klicks auf deine Anzeige, nicht für die tatsächlich stattgefundenen Verkäufe. Erzielst du viele Klicks, aber wenige Verkäufe, weil dein Listing absolut nicht überzeugt, verpulverst du bares Geld.
Was wir jedoch häufig in der Praxis sehen ist, ist genau das: Produkte werden beworben, weil sie wenig Umsatz generieren. Das ist oftmals ein Conversion-Problem und kein Sichtbarkeits-Problem, und liegt daran, dass die Produktdetailseiten nicht optimiert sind.
Ein Listing von schlechter Qualität hat aber auch einen direkten negativen Effekt auf die Ausspielung. Daher ist es ratsam, vor der Kampagnen-Erstellung immer zuerst die Produkt-Listings zu optimieren und mögliche Ursachen für eine niedrige Conversion anzugehen.
Hilfe: Amazon PPC-Anzeigen erhalten keine Impressionen!
Eine regelmäßige Frage, die wir von Amazon Verkäufern erhalten, lautet: “Wieso erhalten meine Anzeigen keine Impressionen?” Für diese Frage gibt es wie üblich keine allgemeingültige Antwort, da es mehrere unterschiedliche Gründe geben kann.
Amazon beurteilt anhand folgender Faktoren, ob eine Anzeige ausgespielt wird oder nicht:
- Relevanz: Das beworbene Produkt muss eine gewisse Relevanz für den eingegebenen Suchbegriff haben.
- Gebot: Das Gebot darf nicht zu niedrig sein, sonst geht es im Wettbewerb unter.
- Budget: Wurde das Tagesbudget bereits aufgebraucht, wird die Anzeige nicht mehr ausgespielt.
Mögliche Gründe, wieso Anzeigen keine Impressionen erhalten:
- Suchvolumen der Keywords ist zu gering
Bietest du auf Keywords, bei denen das Suchvolumen sehr gering ist (< 200 Suchanfragen im Monat), werden üblicherweise kaum bis keine Impressionen generiert. Aus diesem Grund solltest du im Vorhinein das Suchvolumen der Ads Keywords analysieren. - Fehlende BuyBox
Eine der Grundvoraussetzungen für die Ausspielung von Sponsored Products Ads ist, dass der Werbetreibende aktuell die BuyBox innehat. Ohne den Besitz der BuyBox wird auch die Werbung nicht ausgespielt. Prüfe daher regelmäßig, welchen Anteil der BuyBox du als Verkäufer hast! - Produkt ist aus der Suche ausgeblendet
Es kommt regelmäßig vor, dass Amazon Produkte aus der Suche ausgeblendet werden, weil Produktinformationen fehlen oder ein Verstoß gegen die Styleguides vorliegt. Daher solltest du immer sicherstellen, dass das Produkt aktuell auch sichtbar ist. - Produkt wird für das gebuchte Keyword nicht indexiert
Amazon muss das beworbene Produkt als relevant für den eingebuchten Suchbegriff einstufen, um die Anzeige auszuspielen. Deine Ads Keywords müssen natürlich auch im Produkt-Listing vorkommen. Prüfe außerdem, ob das Produkt für das gewählte Keyword von Amazon indexiert wird. Hierzu rufst du die Amazon-Startseite auf und gibst im Suchfeld die ASIN + das zu prüfende Keyword ein.
Sponsored Products-Kampagnen anlegen: How-To
Springen wir jetzt zum praktischen Teil und schauen uns an, wie du Sponsored Products-Anzeigen für ausgewählte Produkte aus deinem Katalog anlegen kannst.
1 Wähle den gewünschten Kampagnentyp aus: “Sponsored Products”.

How-To: Amazon PPC Kampagnen erstellen.
2 Definiere einen Kampagnennamen, die Laufzeit, das Tagesbudget und das Targeting
Bei der Benennung der Kampagnen solltest du dich auf einen Stil einigen und den Kampagnentyp, die Ausrichtung sowie ein Hinweis auf das beworbene Produkt geben. Eine mögliche Bezeichnung wäre: „SP: Generic Keywords – Produkt X“ Dank der klaren Bezeichnung sehen wir gleich, dass es sich um eine manuelle Sponsored Products-Kampagne handelt, die generische Keywords als Targeting beinhaltet.
Die Laufzeit der Kampagne kann eigentlich unbeachtet bleiben, solange du keine bestimmten Vorgaben einhalten musst.
Das Tagesbudget ist abhängig vom Gesamtbudget der Werbekampagnen. Es empfiehlt sich, dein Budget auf mehrere Kampagnen aufzuteilen. Wichtig: Das Tagesbudget kann an manchen Tagen bis zu 25 % höher ausfallen, wenn es noch vorhandene Budgets von der Vorperiode gibt.
Anschließend wählst du, ob du eine automatische oder eine manuelle Kampagne erstellen willst. Je nach Fall ändern sich die nachfolgenden Einstellungsoptionen.
3 Definiere die gewünschte Gebotsstrategie
Hier hast du die Wahl zwischen:
- Dynamische Gebote – Nur senken
- Dynamische Gebote – Erhöhen und senken
- Feste Gebote
Wenn keine Datengrundlage besteht, auf die du zugreifen kannst, empfiehlt sich die Strategie “Dynamische Gebote – Nur senken”. In dem Fall wird das für den Klickpreis hinterlegte Gebot reduziert, wenn Amazons Algorithmus davon ausgeht, dass die Ausspielung der Werbeanzeige zu keinem Kauf führt.
Wählst du “Dynamische Gebote – Erhöhen und senken”, kann Amazon das hinterlegte CPC-Gebot um bis zu 100% erhöhen, wenn der Algorithmus davon ausgeht, dass durch die Ausspielung der Werbeanzeige eine Conversion generiert wird. Ist die Wahrscheinlichkeit jedoch gering, reduziert Amazon das Gebot ebenfalls.
Bei der Gebotsstrategie “Feste Gebote”, kommt es zu keinen dynamischen Anpassungen nach oben oder unten; hier wird das Gebot auf den Klickpreis einfach stur beibehalten.

Amazon PPC Gebotsstrategien zur Auswahl bei Sponsored Products Ads
Zusätzlich zu den Gebotsstrategien kannst du mit der Funktion “Anpassungen von Geboten nach Platzierungen” den Klickpreis für vorteilhafte Positionen (z.B. ganz oben in den Suchergebnissen oder auf den Produktseiten der Konkurrenz) um bis zu 900 % erhöhen, um die Auktion zu gewinnen.
4 Erstelle deine erste Anzeigengruppe
Eine Anzeigengruppe fasst ähnliche Produkte zusammen, die derselben Marke, Kategorie oder Preisklasse angehören.
Bezüglich des Namens empfiehlt es sich, eine Bezeichnung anzugeben, mithilfe derer du die Anzeigengruppe schnell wiedererkennst. Der Name wird nicht öffentlich sichtbar sein und dient nur der internen Verwaltung.
Zudem ist es jetzt an der Zeit, die zu bewerbenden Produkte anzugeben.

5 Wähle das Targeting der Anzeigengruppe
Da es sich um Sponsored Products handelt, hast du die Wahl zwischen dem Keyword- und dem Produkt-Targeting. In unserem Beispiel arbeiten wir mit dem Keyword-Targeting sowie dem Übereinstimmungstyp “Exact” – Genau passend.
Amazon schlägt uns bereits eine Reihe an Keywords vor, die eine gewisse Relevanz für die hinterlegten Produkte haben. Für jedes hinzugefügte Keyword kannst du nun ein Gebot angeben, wobei Amazon auch hierfür Vorschläge macht. Du kannst zwischen „Empfohlenes Gebot“, „Standardgebot“ und „Individuelles Gebot“ wählen. Wir empfehlen, immer mit individuellen Geboten zu arbeiten.

Amazon PPC Keyword Targeting Einstellungen
6 Lege negative Keywords fest
Als letzten Punkt hast du noch die Möglichkeit, negative Keywords festzulegen, wenn die Ausspielung bei bestimmten Begriffen schlichtweg unterbunden werden soll. Das macht allerdings nur Sinn, wenn du Broad Match Types oder Phrase Match Types für deine Keywords nutzt. Bei Exact Match Types werden Werbeanzeigen generell nur bei den hinterlegten Suchbegriffen dargestellt.
Sponsored Brand-Kampagnen anlegen: How-To
1 Wähle den gewünschten Kampagnentyp aus: “Sponsored Brand”.
2 Definiere einen Kampagnennamen, die Laufzeit, das Tagesbudget und die Marke
Eine mögliche Bezeichnung für den Kampagnennamen wäre: „SP: Generic Keywords – Produkt X“. Bei Sponsored Brand Ads ist keine Wahl zwischen automatischem und manuellem Targeting notwendig. Stattdessen musst du die Marke angeben, die hier im Fokus steht.

Amazon Sponsored Brand Kampagne anlegen
3 Wähle das Anzeigenformat
Hier haben Werbetreibende die folgende Auswahl:
- Produktkollektion: Bis zu drei ausgewählte Produkte werden in der Vorschau dargestellt, inkl. Logo und Überschrift.
- Store Spotlight: Unterseiten des Brand-Stores werden anhand von Vorschaubildern verlinkt, inkl. Logo und Überschrift.
- Video: Unter einem automatisch abgespielten Werbevideo erscheint ein Produkt in der der Vorschau.

Sponsored Brand Werbeanzeigenformat anpassen
4 Erstelle die Werbeanzeige
Bei Sponsored Brand-Anzeigen hast du eine Reihe von Anpassungsmöglichkeiten, um deine Markenbotschaft in ansprechender Weise zu transportieren. Neben Markenname und Logo wählst du bis zu drei Produkte zur Darstellung aus, benennst eine Überschrift (bis zu 50 Zeichen lang) oder wählst ein benutzerdefiniertes Bild.

Sponsored Brand Werbeanzeige
5 Wähle das Targeting
Die Ausrichtung einer Sponsored Brand-Anzeige erfolgt wie bei einer manuellen Sponsored Products-Anzeige nach Keywords oder nach Produkten – nur, dass sich die Platzierungen der Werbeanzeigen unterscheiden. Anzeigengruppen sind nicht verfügbar.
Wir wählen für dieses Beispiel das Keyword-Targeting aus und nutzen den Exact Match Type – Genau passend. Als Gebotstyp stehen uns von Amazon vorgeschlagene Gebote, Standardgebote oder individuelle Gebote zur Verfügung. Empfehlenswert ist auch hier die Verwendung von individuellen Geboten, wobei du dich von Amazon durchaus inspirieren lassen kannst.
6 Lege negative Keywords fest
Die letzten Einstellungsmöglichkeiten beziehen sich erneut auf negative Keywords. Nur, wenn du Exact Match-Types ür deine Keywords nutzt, ist diese Option zu vernachlässigen.
Sponsored Display-Kampagnen anlegen: How-To
Kommen wir nun zum letzten Kampagnen-Format, den Sponsored Display-Anzeigen. Der wesentlichste Unterschied zu den vorangegangenen Formaten liegt im Targeting: Die Ausrichtung von Sponsored-Display Ads erfolgt anhand von Zielgruppen oder Produkten; das Keyword-Targeting entfällt.
1 Wähle den gewünschten Kampagnentyp aus: “Sponsored Display”.
2 Definiere einen Kampagnennamen, die Laufzeit und das Tagesbudget

Grundeinstellungen vornehmen zu Sponsored Display Anzeigen
3 Erstelle die Anzeigengruppe
In diesem Schritt definierst du lediglich den Namen der Anzeigengruppe und fügst die zu bewerbenden Produkte hinzu.

Produkte zu einer Sponsored Display Anzeigengruppe zusammenfassen
4 Wähle das Targeting und lege die Gebotsstrategie fest
Hier hast du, wie zuvor erwähnt, die Wahl zwischen dem Zielgruppen-Targeting und dem Produkt-Targeting. Wir wählen in diesem Beispiel das Produkt-Targeting aus, da unsere Anzeigen auf den Produktdetailseiten von Wettbewerbern erscheinen sollen.
Die folgende Einstellung gibt es in dieser Form nur bei Sponsored Display-Anzeigen. Und zwar wählst du passend zu deiner Zielstellung die Gebotsstrategie (Optimierung für sichtbare Impressionen, Optimierung zur Steigerung der Seitenbesuche oder Optimierung zur Verbesserung der Conversion). Für Werbetreibende ohne Vorerfahrung empfehlen wir die Optimierung zur Verbesserung der Conversion, um Interessenten mit höherer Kaufwahrscheinlichkeit zu erreichen.
Danach definierst du noch den Ausgangswert für dein Standardgebot. Achte darauf, dass bei der Optimierung für sichtbare Impressionen nicht pro Klick abgerechnet wird, sondern pro 1000 Ausspielungen.
5 Gestalte die Anzeige
Sponsored Display-Anzeigen haben immer nur ein Produkt im Fokus. In der Vorschau erhältst du eine Idee davon, wie deine Anzeige in verschiedenen Positionen wirkt, und kannst kleinere Anpassungen vornehmen, bevor du das Design bestätigst.

Amazon PPC Agentur: Ja oder Nein?
Jetzt, da du dir langsam bewusst wirst, wie komplex das Thema der Amazon Werbung sein kann, stellt sich eine Frage: Wer soll die Kampagnen erstellen und betreuen? Enweder wird diese Arbeit intern aufgeteilt oder du überträgst den Großteil der Aufgaben auf eine spezialisierte Amazon PPC Agentur.
Wir von der AdsMasters GmbH sind auf das Thema Amazon Marketing, Pay-per-Click-Werbung sowie SEO spezialisiert. Unser achtköpfiges Team an Performance Managern, Designern, Account Managern und Advertising Managern hat schon vielen Marken zum Durchbruch verholfen, wie du in unseren Case Studies nachlesen kannst.
Bei der Zusammenarbeit mit einer Amazon PPC Agentur ist jedoch einiges zu beachten, damit deine Erwartungen nicht unerfüllt bleiben. Neben der Frage, ob eine Agentur die Kampagnenbetreuung überhaupt übernehmen soll, stellt sich noch die Frage, wann der beste Zeitpunkt zur Intervention ist.
Ganz am Anfang, wenn Kampagnen noch kaum und nur rudimentär aufgestellt sind, können wir als Agentur am meisten Unterstützung bieten. In dem Fall übernehmen wir die Strategieentwicklung, gestalten die Kampagnenstruktur und starten in die langfristige Betreuung.
Liegen hingegen jahrelange Reportings vor und hat sich bereits eine Struktur etabliert, können wir nur einen kleinen zusätzlichen Vorteil beitragen und dieser liegt in der monatlichen Optimierung.
Ein anderer User-Case wäre die kurzfristige Betreuung (3-6 Monate) inkl. Workshops für das interne Marketing-Team, um das firmeneigene Know-How zu steigern und Kompetenzen zu übertragen.
Mit diesen drei Varianten der Zusammenarbeit haben wir viele zufriedene Kunden. Ansonsten kann es auch durchaus von Nutzen sein, in regelmäßigen Abständen ein Amazon PPC Audit durchzuführen und deine Kampagnen von uns überprüfen zu lassen.
Fragen, die jede professionelle Amazon PPC Agentur vor der Zusammenarbeit beantworten sollte:
- Welcher Auswertungszeitraum wird für die Kampagnen-Optimierung herangezogen?
- Wie werden PPC-Kampagnen strukturiert?
- In welchen regelmäßigen Abständen gibt es Strategiegespräche?
- Werden auch Themen wie Listing-Optimierung und Bewertungsmanagement berücksichtigt?
- Erfolgt die Abrechnung auf Basis eines Retainers, Stundenbasis oder Provisionsbasis?
Amazon PPC Audit selbst durchführen: How-To
Als Nächstes beschäftigen wir uns damit, wie jeder Werbetreibende ein Amazon PPC Audit selbstständig und ohne externe Tools durchführen kann.
Was ist ein Amazon PPC Audit?Ein Amazon PPC Audit gibt uns Einblicke in die Performance der Amazon Werbekampagnen. Dabei schauen wir uns insbesondere die Kampagnen-Performance auf Basis der Kampagnenart (Sponsored Products, Sponsored Brand & Sponsored Display), der Ausrichtung und der beworbenen Produkt-Cluster an. Kennzahlen wie Werbeausgaben, Werbeumsätze, Verkäufe/Bestellungen, ACoS, RoAS und CTR geben uns Auskunft über die Wirksamkeit der aktiven Kampagnen und deuten auf Optimierungspotenziale hin. |
1 Übersicht verschaffen
Zuallererst müssen wir uns einen Überblick verschaffen. Wähle einen Auswertungszeitraum, der nicht von bestimmten Events wie z.B. Prime-Day oder Black Friday beeinflusst wird. Ebenfalls sollte der Auswertungszeitraum mindestens 14 Tage in die Vergangenheit reichen. Nur so kann sichergestellt werden, dass auch nachlaufende Conversions in die Betrachtung mit einfließen.
In unserem Praxis-Beispiel sehen wir, dass wir im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 14. Februar 2022 Werbeausgaben von 31.388 € hatten und diese einen Werbeumsatz von 140.578 € erwirtschaftet haben. Das entspricht einem RoAS von 4,48 bzw. einem ACoS von 22,33 %.
2 Nach aktiven Kampagnen filtern
Als Nächstes filtern wir die Performance-Übersicht nach aktiven Kampagnen, um zu sehen, wie die Performance der aktuell aktiven Kampagnen in diesem Zeitraum ausfiel.
Wie wir sehen können, ändert sich das Bild schlagartig! Statt 31.388 € Werbeausgaben haben die aktiven Kampagnen im Auswertungszeitraum Werbeausgaben von 19.650 € verursacht. Der Werbeumsatz lag bei 119.548 €, was einem RoAS von 6,08 bzw. einem ACoS von 16,44 % entspricht.
3 Nach Sponsored Products filtern
Nun filtern wir die Kampagnen nach dem Typ “Sponsored-Products” und betrachten sowohl alle Kampagnen in diesem Zeitraum als auch nur die aktuell aktiven Kampagnen.
Wir sehen sofort, dass die Werbekosten unserer Sponsored Products Ads bei 18.632 € lagen; dies entspricht ca. 59,3 % der Gesamtkosten. In der Regel liegt der Werbekostenanteil von Sponsored Products Ads bei 60-90% der Werbeausgaben. Dieser Account hat also mit 59,3 % einen fast schon geringen Anteil, was bedeutet, dass die restlichen Kampagnenformate (Sponsored Display & Sponsored Brand) überproportional angewendet werden.
Der RoAS der Sponsored Products Ads liegt bei 5,37 vs. 4,48 des gesamten Accounts, was aufzeigt, dass die Produkt-Kampagnen eine bessere Performance als die restlichen Kampagnenformate bieten.
4 Nach Ausrichtung filtern (manuell vs. automatisch)
Da wir unsere Sponsored Products-Kampagnen nach Keywords ausgerichtet haben, filtern wir anschließend nach manuellem vs. automatischem Keyword-Targeting und vergleichen diese Werte miteinander.
In diesem Beispiel generierten die manuell ausgerichteten SP-Kampagnen einen Werbeumsatz von 77.662 € (das sind 77,6 % der Werbeumsätze aller SP-Kampagnen bei nur ca. 55 % Anteil an den Gesamtwerbekosten), und dies bei einem RoAS von 5,5 bzw. einem ACoS von 18,20 %.
Kommen wir zu den Zahlen der automatischen Kampagne.
Die automatischen SP-Kampagnen haben 22.480 € Werbeumsatz eingebracht und 4.501 € gekostet. ACoS und RoAS zeigen im Durchschnitt leicht schlechtere Werte als bei den manuellen Kampagnen.
5 Nach weiteren Kriterien filtern
Die Unterscheidung zwischen manuellem und automatischem Targeting ist nur die erste Ebene einer ausführlichen Kampagnen-Auswertung. Im nächsten Schritt müssten wir die Performance nach den beworbenen Produkt-Clustern sowie nach den Keyword-Typen analysieren. So haben wir Kampagnen mit generischen Keywords (= allgemeinen Bezeichnungen), Wettbewerber-Keywords (= Namen konkurrierender Marken) und Marken-Keywords (= Name der eigenen Marke), die in ihrer Wirksamkeit miteinander verglichen werden sollten.
Durch die gezielte Auswertung der Kennzahlen nach verschiedenen Filterkriterien lassen sich detaillierte Handlungsempfehlungen ableiten.
6 Sponsored Brand- und Sponsored Display-Kampagnen auswerten
Dem gleichen Vorgang werden die Marken- und Display-Kampagnen unterzogen. Dabei ist die Aufteilung nach manueller und automatischer Ausrichtung nicht möglich. Stattdessen solltest du die Unterschiede der Targeting-Arten (Produkt- vs. Keyword- vs. Zielgruppen-Targeting) analysieren und auch nach den verschiedenen Produktgruppen filtern.
Zudem macht es Sinn, die Platzierungen (oberste Suchergebnisse vs. restliche Suchergebnisse vs. Produktdetailseiten) zu analysieren, welche die Werbekampagnen besonders positiv beeinflussen, um eventuell zukünftig Gebotsanpassungen nach Platzierung vorzunehmen.
7 Empfehlungen einsehen
Bevor du deine Schlüsse aus den unterschiedlichen Berichten ziehst und mit der Optimierung deiner Kampagnen beginnst, empfiehlt sich noch ein Blick auf die offiziellen Empfehlungen der Werbekonsole. Hier kannst du Kampagnen identifizieren, die z.B. von einem höheren Budget, einer alternativen Gebotsstrategie oder von weiteren Keywords profitieren könnten.
Amazon PPC vs. Google PPC
Amazon und Google gehören zu den größten Werbeplattformen in der westlichen Welt, gemessen an den Werbeausgaben der Werbetreibenden. Googles Werbeumsatz lag im Jahre 2024 bei über 264 Milliarden $, hingegen wirkt Amazon mit ca. 56 Milliarden $ Werbeumsatz vergleichsweise klein. Jedoch sind Amazons Werbeumsätze über die vergangenen Jahre rasant angestiegen, wie die folgende eMarketer-Grafik verdeutlicht. Dieser Trend zeichnete sich auch 2024 und 2025 ab. Amazons Einnahmen durch die Ad Services machten zuletzt etwa 9,2 % des Gesamtumsatzes von 638 Milliarden $ aus.
Gemeinsamkeiten von Amazon PPC & Google PPC
Beide Werbeplattformen haben mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Eine diese Gemeinsamkeiten ist die Ausrichtung der Kampagnen auf Keywords. Sowohl bei Google Ads als auch bei Amazon PPC erscheinen Werbeanzeigen nach der Eingabe eines Suchbegriffs. Die Werbung zielt also auf Konsumenten ab, die bereits an der Art des Produkts interessiert sind, bewusst nach Angeboten suchen und Vergleiche ziehen möchten.
Ebenfalls rechnen beide Plattformen die Kosten für die geschaltete Werbung anhand der Klickzahlen ab, nicht anhand der Impressionen. Der reine Sichtkontakt wird sowohl bei Google als auch bei Amazon (mit Ausnahme von bestimmten Sponsored Display Ads) nicht berechnet. Das Pay-per-Click-Modell ist ein faires Preismodell, da Werbetreibende nur zahlen, wenn sie auch wirklich Leads erhalten. Ob diese Leads nach dem Klick zu Kunden konvertieren, liegt dann in der Verantwortung der Werbetreibenden und ist abhängig von der Qualität der Landing Page bzw. Produktseite.
Den hinterlegten Keywords können Werbetreibende bei Amazon und Google sogenannte Übereinstimmungstypen zuordnen. Mithilfe dieser Match Types lässt sich aus Ausspielung der Anzeigen so steuern, dass sie bei einer breiten Vielfalt an Suchanfragen erscheinen oder nur bei Eingabe der gewünschten Suchbegriffe angezeigt werden. Beide PPC-Plattformen bieten die gleichen Match Types an:
- Broad Match (Weitgehend Passend)
- Phrase Match (Passende Wortgruppe)
- Exact Match (Genau Passend)
Die letzte bedeutende Gemeinsamkeit der beiden Werbeplattformen liegt darin, jedem hinterlegten Keyword ein separates CPC-Gebot zuzusprechen. So können Werbetreibende auf Amazon und Google wichtigen, häufigen und gut konvertierenden Keywords höhere Gebote zusprechen als solchen Keywords, die weniger bedeutend sind. Findet eine Suchanfrage statt, treten die Gebote verschiedener Werbetreibender in eine Echtzeit-Auktion um die beste Platzierung, wobei nicht nur der Preis, sondern auch die Relevanz der Werbeanzeige gewichtet wird.
Unterschiede zwischen Amazon PPC & Google PPC
Der wesentlichste Unterschied zwischen den beiden Marketingplattformen liegt in der Verlinkung der Werbeanzeigen. So kann bei Google der Werbetreibende frei entscheiden, auf welche Webseite der Nutzer nach dem Klick auf die Anzeige geleitet werden soll. Bei Amazon wird der Nutzer immer zwingend auf die Produktdetailseite des dargestellten Produkts, oder auf eine Kategorieseite im Brand Store geleitet.
PPC-Kampagnen, die zu gestiegenen Verkäufen führen, haben bei Amazon einen nachweisbaren indirekten Einfluss auf das organische Ranking; bei Google bleibt der SEO-Rank durch die Schaltung von Werbung unbeeinflusst.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal liegt in der Kaufabsicht, die bei einer Amazon Suchanfrage gegeben ist, bei Google jedoch nicht unbedingt. Geben Google-Nutzer einen Suchbegriff ein, möchten sie vielleicht nur Informationen sammeln oder recherchieren. Dies könnte zunächst als Nachteil wahrgenommen werden; allerdings erreicht man mit Google Ads eine viel breitere, globalere Zielgruppe. Amazon Ads richten sich ausschließlich an Amazon-Nutzer, die auf dem Marktplatz oder auf den eigenen Streaming-Plattformen unterwegs sind.
Auch beim Targeting bestehen bedeutende Unterschiede zwischen Amazon PPC und Google PPC. Werbeanzeigen auf Google lassen sich sehr präzise auf bestimmte Zielgruppen (je nach Region, Demografie, Interessen) ausrichten. Sponsored Ads auf Amazon lassen sich hingegen nur auf verwandte, ergänzende bzw. konkurrierende Produkte oder auf Amazon-Nutzer mit einem bestimmten Kaufinteresse bzw. Kaufverhalten ausrichten.
Zwar lassen sich Sponsored Display Ads im Rahmen des Zielgruppen-Targetings auch auf Nutzer in bestimmten Lebensphasen oder mit gewissen Konsumvorlieben ausrichten; allerdings werden demographische Angaben nicht berücksichtigt.
Auch die Möglichkeit der User-Auswertung anhand von Standorten, Endgeräten, Geschlechtern und Uhrzeiten ist bei Google Ads seit Langen gegeben. Eine solche Auswertungsmöglichkeit suchen Werbetreibende bei Amazon hingegen vergebens.

Gesponserte Ergebnisse am Anfang der Suchergebnisseite (links) und weitere Ergebnisse weiter unten (rechts)
Wann du Amazon PPC und wann du Google PPC nutzen solltest
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Nutze Amazon PPC, wenn… |
Nutze Google PPC, wenn… |
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Amazon DSP: Werbung auf Dritt-Webseiten
DSP steht in diesem Zusammenhang für „Demand-Side-Plattform“ und ist nicht mit Amazons „Delivery Service Partnerprogramm“ zu verwechseln.
DSP ist neben Sponsored Products, Sponsored Brand und Sponsored Display-Ads die vierte Werbeform, die über das Amazon-Werbenetzwerk verfügbar ist. Amazon DSP steht sowohl Vendoren, Sellern, Marken und Amazon Agenturen zur Verfügung, um Kunden auf Dritt-Webseiten anzusprechen.
Amazon DSP ermöglicht es Werbetreibenden, Werbeplatzierungen im Internet, auf Mobilgeräten, in Apps, in Videos und in Social Media per Auktionsverfahren zu buchen. Die Anzeigen erscheinen auf Plattformen und Geräten, die zum Amazon-Ökosystem gehören wie z.B. Prime Video, Twitch, Fire TV & Tablet, Kindle und natürlich Amazon.com, aber auch im Open Web, z.B. in Online-Magazinen und auf Nachrichtenseiten.
Die Anzeigenplätze werden durch Anzeigenbörsen vergeben, die in Echtzeit passende Ads aus einem riesigen Inventar ermitteln und der richtigen Zielgruppe ausspielen. Weiterhin unterhält Amazon Partnerschaften mit Publishern, sodass über Amazon Publisher Direct Video-, Audio- und Display-Anzeigen auf verschiedene Medienkanäle verteilt werden.
Amazon DSP zählt nicht als PPC-Werbung, da die Abrechnung ausschließlich mittels CPM (= Cost-per-mille = pro 1.000 Impressionen) erfolgt und nicht per Klick. Amazon DSP-Werbung gehört daher eigentlich gar nicht zu diesem Themenkomplex. Da die Anzeigenschaltung auf Drittanbieterseiten jedoch eine immer stärkere Bedeutung für Amazon-Verkäufer einnimmt, wollen wir diese kurz hier thematisieren.
Amazon DSP Targeting-Optionen
Context Targeting
2025 führte Amazon für DSP-Kampagnen das klassische Keyword-Targeting ein, welches wir von Sponsored Products und Sponsored Brand Ads kennen. So werden deine Anzeigen auf Seiten ausgespielt, die von dir definierte Schlüsselwörter im Text enthalten.
Alternativ kannst du bestimmte Kategorien angeben, die zu deiner Marke bzw. deinen Produkten passen, sodass deine Anzeige auf inhaltlich passenden Seiten (z.B. Magazin für Heimwerker) erscheinen.
Auch ASINs von deinen eigenen Produkten oder von Konkurrenzprodukten dienen dazu, um zu steuern, auf welchen Kanälen deine Werbung sichtbar wird.
Retargeting
Retargeting-Kampagnen kennen wir bereits von Sponsored Display Ads: Sie richten sich an Personen, die innerhalb der vergangenen Wochen relevante Produkte angeklickt oder gekauft haben, und damit ein hohes Kaufpotenzial haben. Mit DSP kannst du den Zeitraum bis auf 365 Tage verlängern und somit deine Werbung an Personen richten, die sich deine Produkte schon vor Monaten angeschaut haben.
Bei DSP bist du außerdem nicht auf Besucher deiner beworbenen Produkte beschränkt, sondern kannst die Besucher bzw. Käufer sämtlicher Produkte (eigene oder Fremdmarken-Produkte) ansprechen, wenn du der Meinung bist, dass aus der vorherigen Interaktion mit Produkt X eine hohe Kaufwahrscheinlichkeit für dein Produkt Y hervorgeht.
Eine weitere Retargeting-Möglichkeit, die nur über die Amazon DSP verfügbar ist, ist die Ansprache von Besuchern der eigenen Webseite! Experimentierfreudige Marketer haben hier viel mehr Möglichkeiten als mit der beschränkten Funktionalität der Sponsored Display Ads.
Custom Audiences
Indem du Amazon deine gesammelten, DSGVO-konform verschlüsselten Kundendaten (E-Mail-Adresse, Telefonnummer etc.) zukommen lässt, werden diese im Web wiedergefunden und gezielt angesprochen, um z.B. Cross-Selling oder Wiederholungskäufe zu promoten.
Eine weitere Zielgruppen-Art sind die Lookalike Audiences. Hierbei handelt es sich um “statistische Zwillinge” einer bestehenden Ausgangs-Zielgruppe. Du stellst diese Ausgangs-Zielgruppe über Pixel-Daten (durch Tracking auf Websites gewonnen) oder Kundendaten zur Verfügung und Amazon sucht auf Basis der übertragenen Daten nach Personen, die ein ähnliches Konsumprofil aufweisen.
Zielgruppen Targeting
Kommen wir nun zur Haupt-Targeting-Option bei Amazon DSP und zwar dem Zielgruppen-Targeting! Den Begriff kennst du schon von den Sponsored Display Ads, jedoch ist die Zielgruppenauswahl deutlich weitreichender.
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- InMarket Audiences: Kunden, die gerade aktiv browsen und Interesse an einem Produkt bzw. einer Produktkategorie zeigen
- Lifestyle Audiences: Kunden, die aufgrund ihres Such- und Kaufvhaltens bestimmte Gewohnheiten aufweisen
- Interest Audiences: Menschen, die sich dauerhaft für ein Thema bzw. eine Produktart interessieren
- Demografisches Targeting: Zielgruppen anhand von Geschlecht, Alter, Familienstand und evtll. Einkommen
- Location Targeting: Menschen, die aus bestimmten Orten stammen
- Technologie Targeting: Zielgruppen werden anhand bestimmter Endgeräte, Browser, Betriebssysteme ermittelt
- Tageszeit Targeting: Ausspielung der Anzeigen zu bestimmten Uhrzeiten
Amazon DSP Werbeformate
Schauen wir uns nun die unterschiedlichen Anzeigenformate an, die dank Amazon DSP ausgespielt werden können.
Display Ads
Das meistgenutzte Werbeformat innerhalb von Amazon DSP sind klassische Display Ads, die sowohl auf Amazon als auch auf Dritt-Webseiten dargestellt werden. Die Anzeigen lassen sich nochmals in zwei Untergruppen unterteilen.
- Standard Display Ads
Klassische Banner, die fertige Werbegrafiken von dir erhalten, in einem bestimmten Format. Je nach Platzierung auf mobilen oder Desktop-Endgeräten sind Standard Display Ads in 7 verschiedenen Darstellungsformen verfügbar.
- REC (Responsive eCommerce Creatives)
Diese „intelligenten“ Anzeigen ziehen Produktinfos wie Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen in Echtzeit von der Amazon-Seite und optimieren sich selbst durch A/B-Testing unter vier Anzeigenvariationen. Du kannst ein Produktbild mit Logo und Slogan, oder ein benutzerdefiniertes Bild hochladen.

Variationen der intelligenten REC-Anzeigen, Quelle: Amazon
Video Ads
Video-Anzeigen sind ein stark wachsendes Segment der DSP-Werbung. Die Werbevideos erscheinen auf Streaming-Plattformen, innerhalb von Webseiten oder auf Smart TVs. Bei der Instream-Ausspielung erscheint das Video entweder vor, während oder nach einem abgespielten Video, wie es z.B. auch bei YouTube der Fall ist.
Audio Ads
Die 15- bis 30-sekündigen Audioclips erscheinen z.B. auf Amazon Music oder auf Alexa-fähigen Geräten.
Unterschiede von Amazon PPC zu Amazon DSP
Der offensichtlichste Unterschied zwischen den beiden Werbearten liegt in der Abrechnungsmethode CPM (cost per mille) vs. CPC (cost per click). Du zahlst umso mehr, je häufiger deine Anzeige eingeblendet wird. Ist sie jedoch schlecht gestaltet, erzielt sie nicht die gewünschte Wirkung und du verbrennst Geld, ohne Leads zu generieren. CPM birgt daher ein gewisses Risiko.
| Erinnerst du dich? Nicht alle Amazon Ads nutzen das PPC-Modell: Wählst du bei Sponsored Display-Anzeigen die Optimierung für sichtbare Impressionen, wird ebenfalls per 1.000 sichtbarer Impressionen abgerechnet. |
Ein weiterer Unterschied liegt im Mindestbudget je Kampagne. Sponsored Ads auf dem Amazon Marktplatz haben außer dem symbolischen 1 €-Tagesbudget kein Mindestbudget pro Monat und können zudem jederzeit pausiert oder gestoppt werden.
Bei DSP beträgt das Mindestbudget, wenn die Kampagne von Amazon betreut werden soll (Full-Service-DSP), 35.000 € bei Laufzeiten von mindestens einem Monat. Verkäufer, die auf die Unterstützung einer Agentur (Self-Service-DSP) zählen, können mit einem niedrigeren Budget von 5.000-10.000 € pro Monat starten.
| Gerade wegen des hohen Einstiegsbudgets und dem Langzeit-Commitment weichen Verkäufer, die zwecks Branding möglichst viele Impressionen erzielen möchten, auf die flexibleren und günstigeren Sponsored Display-Anzeigen aus. Dieses Vorgehen wird daher auch als „Light DSP“ bezeichnet. |
Mit DSP lassen sich zudem Produkte und Dienstleistungen auf der eigenen Webseite bewerben. So kannst du zum Beispiel deinen eigenen Online-Shop verlinken. Das ist vor allem für Marken attraktiv, die nicht als Seller oder Vendor auf Amazon registriert sind, aber dennoch die große Nutzerbasis des Amazon-Ökosystems erreichen wollen.
Bietest du deine Produkte hauptsächlich auf Amazon an, möchtest du natürlich möglichst viel Traffic auf deine Produktdetailseiten oder Brand Store-Seiten lenken. Dies ist je nach Targeting und Werbeformat auch mit DSP möglich; beachte jedoch, dass die Menschen, die du beim Browsen und Fernsehen erreichst, nicht unbedingt eine hohe, akute Kaufabsicht haben. Deshalb werden die Anzeigen über DSP eher zur Steigerung der Markenbekanntheit und zur Image-Bildung genutzt, statt zur gezielten Steigerung der Produktverkäufe.
Der letzte wesentliche Unterschied zwischen Amazon DSP und Amazon PPC liegt darin, dass du eigene Zielgruppen auf Basis von eigens gesammelten Daten oder auch von Pixel-Daten deiner Webseitenbesucher erstellen kannst. Ansonsten wird auf Amazons riesige Datenbank mit wertvollen Informationen zu Demografie, Aktivität und Konsumverhalten derjenigen, die Amazon und seine Tochterplattformen nutzen, zugegriffen.
Wann du Amazon PPC und wann du Amazon DSP nutzen solltest
In diesem letzten Kapitel zu Amazon DSP möchten wir klären, wann Amazons Demand-Side-Plattform die richtige Werbemethode für dich ist, und wann du lieber auf Amazons PPC-Kampagnen vertrauen solltest.
Vorteile und Nachteile von Amazon DSP
| Vorteile | Nachteile |
| Genaues Targeting: Das detaillierte Zielgruppen-Targeting, das auf vielfältige, exklusive Tracking-Daten von Amazon zurückgreift, ähnelt dem von Google PPC. Auch die Retargeting-Funktion ist deutlich ausgefeilter als bei Sponsored Display Ads. | Hohe Einstiegshürde: Die Mindestbeträge für die Werbung starten bei 5.000-10.000 €, was viele kleine Verkäufer verschreckt. |
| Große Reichweite: Du erreichst nicht nur Menschen auf Amazon, sondern auch über Streaming, Video, TV, Apps, Gaming und vielfältige Webseiten. | Erschwerter Zugang: DSP-Accounts werden entweder von Amazon oder von einer spezialisierten DSP-Agentur verwaltet. Nur große Marken mit einem Inhouse-Marketingteam können ihre eigenen Accounts verwalten. |
| Full-Funnel-Strategie: Mit Amazon DSP erreichst du Menschen entlang der gesamten Customer Journey. Du kannst z.B. Neukunden gewinnen, die noch gar nicht nach dir suchen (Awareness), und bestehende Kunden zu Wiederkäufern machen (Retargeting). | Ungenaue Erfolgsmessung: Ein großer Nachteil, den wir in der täglichen Betreuung von Amazon DSP-Kunden sehen, liegt in dem Performance-Tracking der Werbekampagnen. Das Zurückführen von Verkäufen auf einzelne Kampagnen und Anzeigen ist nur schwierig möglich und teilweise auch nicht nachvollziehbar. |
Ist Amazon DSP das richtige für dich?
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Nutze Amazon PPC, wenn… |
Nutze (zusätzlich) Amazon DSP, wenn… |
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Also: Kleinere Seller, die ihre Haupteinnahmen über Amazon beziehen, müssen sich um die DSP-Werbung nicht sorgen. Derweil ist DSP die einzige Möglichkeit für Verkäufer und Dienstleister, die nicht bei Amazon registriert sind, auf der Grundlage von Amazons Kundendaten zielgerichtete Anzeigen auf verschiedenen Plattformen zu schalten.
Wenn du Amazon Seller mit großem Budget und hohen Marketing-Anforderungen bist, kann die Kombination aus PPC- und DSP-Werbung der magische Weg in Richtung Erfolg sein!
Amazon PPC Masterclass Optimierungsleitfaden 2026
In diesem Leitfaden stellen wir dir 10 Maßnahmen zur Analyse und Optimierung deiner Amazon PPC-Kampagnen vor. Die vorgestellten Ansätze basieren auf den Analysen, die wir als Amazon PPC Agentur täglich für unsere Kunden durchführen.
Unser Ziel ist es, dir praktische Werkzeuge an die Hand zu geben, die deinen Alltag als Werbetreibender auf Amazon erleichtern und deine Kampagnen noch effizienter machen.
Optimierungsleitfaden Übersicht:
- Ermittlung der Werbeausgaben und Werbeumsätze nach Kampagnentyp sowie Kampagnenausrichtung
- Analyse der Werbeausgaben und Werbeumsätze inkl. TACoS-Bestimmung je Parent-SKU
- Identifikation der Werbeausgaben ohne Bestellungen sowie mit negativem RoAS (Wasted Ad Spend)
- Auswertung der aktuellen Keywords und Identifikation ungenutzter Werbeplatzierungen
- Ermittlung der Werbeausgaben und Werbeumsätze nach Traffic-Quellen
- Analyse der bestehenden und Entwicklung einer detaillierteren Kampagnenstruktur
- Bewertung der aktuell genutzten Gebotsanpassungen
- Analyse des aktuellen Marktanteils in deiner Produktkategorie
- Bewertung der Relevanz der obersten Werbeplatzierungen in deiner Produktkategorie
- Einführung in die Single-ASIN- und Single-Keyword-Kampagnen-Strategie
(1) Werbeausgaben und -umsätze je nach Kampagnentyp und Ausrichtung ermitteln
Hier wollen wir uns zuerst einen Überblick verschaffen. Wir schauen uns konkret an, welcher Werbekostenanteil aktuell in welchen Kampagnen-Typ investiert wird und welcher Werbeumsatz jeweils erzielt wird.
Im Optimalfall ist die Aufteilung wie folgt:
- Sponsored Products: ca. 70-80 % der Werbekosten
- Sponsored Brand: ca. 10-20 % der Werbekosten
- Sponsored Display: ca. 5-15 % der Werbekosten
Wer eine effiziente Nutzung des Werbebudgets anstrebt, sollte für Sponsored Product Ads mindestens 70 % aller Werbeausgaben vorsehen.
Nun schauen wir uns auch die Verteilung des Werbebudgets nach Kampagnenausrichtung an. Dabei unterscheiden wir zwischen automatischen und manuellen SP-Kampagnen mit Keyword-Targeting.
Hierbei verfolgen wir eine ganz klare Vorgabe: Je offensichtlicher und klarer die Suchintention der Konsumenten ist, desto geringer sollte der Anteil von automatischen Werbekampagnen sein.
Deshalb sollte das Werbebudget wie folgt verteilt sein:
- Manuelle SP-Kampagnen erhalten etwa 80 % des Werbebudgets
- Automatische SP-Kampagnen bekommen rund 20 % zugewiesen
Für die Verteilung des Werbebudgets zwischen Kampagnen mit Keyword-Targeting vs. Produkt-Targeting vs. Zielgruppen-Targeting gibt es bisher keine goldene Regel. In den meisten Werbekonten unserer Kunden entfallen jedoch 50-70 % der Ausgaben auf Keyword-ausgerichtete Kampagnen, während Produkt-ausgerichtete Kampagnen etwa 20-35 % erhalten. Das verbleibende Budget (10-15%) ist für das negative Targeting, das Retargeting oder das Zielgruppen-Targeting bestimmt.
(2) TACoS und Kampagneneffizienz analysieren
In diesem Optimierungsschritt betrachten wir konkret folgende Punkte:
- Werden alle verfügbaren Produkte aktuell beworben?
- Wie verteilen sich die Werbekosten im Verhältnis zu den Werbeumsätzen der beworbenen Produkte (TACoS)?
2.1 Werden aktuell alle vorhandenen Produkte beworben?
In der Werbekonsole findest du den Menüpunkt „Produkte“. Wenn du diesen anklickst, wirst du zur Übersicht auf die Reiter „Beworbene Produkte“ und „Alle verkauften Produkte“ weitergeleitet. Klicke auf den Reiter „Alle verkauften Produkte“: Hier werden dir neben den Umsätzen der jeweiligen ASINs auch der Werbestatus angezeigt: Beworben oder Nicht beworben. Auf diese Weise erhältst du einen schnellen Überblick darüber, welche Produkte aktuell noch ohne Werbung laufen.

2.2 Wie verteilen sich die Werbekosten im Verhältnis zu den Umsätzen (TACoS)?
Nun wollen wir den Anteil der Werbekosten am Gesamtumsatz eines Produktes auswerten. Hierzu setzen wir auf Tools wie Sellerboard. Hier bekommst du mehrere Kennzahlen angezeigt: Die verkauften Einheiten pro SKU bzw. Parent-SKU, den Umsatz, die Werbeausgaben, den ROI, den aktuellen Bestseller-Rang und die Werbekosten gemessen am erzielten Umsatz (ACoS).

Im Screenshot sehen wir, dass die ACoS-Werte zumeist im profitablen Bereich (bis 15 %) liegen. Nur bei zwei Produkten erreicht der ACoS knapp 20 %, was aber immer noch akzeptabel ist. Werte über 30 % können auf ineffiziente Kampagnen hindeuten.
Wichtig: Die meisten Seller machen den Fehler, dass sie sich das Verhältnis Werbekosten zu Gesamtumsatz auf ASIN-Ebene anschauen, wenn es sich um Produkte mit mehreren Varianten handelt. Schau dir hier immer das Verhältnis der Werbekosten zum Gesamtumsatz pro Parent-SKU an. In der Spalte „Echter ACOS“ siehst du den prozentualen Wert, der bestensfalls möglichst niedrig ausfällt.
(3) Werbeausgaben mit negativem RoAS identifizieren
Ein entscheidender Optimierungsschritt ist die Analyse von Werbeausgaben, die keinen Umsatz generieren oder einen RoAS < 1 aufweisen. Dieser sogenannte Wasted Ad Spend zeigt, wo Budget ineffizient eingesetzt wird, und gibt dir die Möglichkeit, gezielt gegenzusteuern, indem du:
- Budget freisetzt, das an anderer Stelle gewinnbringender eingesetzt werden kann.
- irrelevante Keywords, Platzierungen oder Zielgruppen eliminierst.
- die Gesamtleistung deiner Kampagnen nachhaltig verbesserst.
Wie identifiziert man Wasted Ad Spend?
In der Werbekonsole kannst du gezielt nach Kampagnen, Anzeigengruppen oder Keywords filtern, die keine Bestellungen generieren bzw. einen negativen RoAS aufweisen. Dafür gehst du wie folgt vor:
1. Rufe den Reiter “Ausrichtung“ in der Werbekonsole auf und filtere deine Ausrichtungen nach folgenden Kriterien:
-
- Datumsfeld auf letzte 30 oder 60 Tage
- Aktiver Zielstatus: Aktiviert
- Aktiver Status der Kampagne: Aktiviert
- Amortisierung des Werbeaufwands ROAS: weniger als 1

In diesem Screenshot siehst du, dass der Werbetreibende vom 17. Dezember 2024 bis zum 16. Januar 2025 Werbeausgaben in Höhe von insgesamt 3.626 € für Kampagnen mit einem RoAS unter 1 getätigt hat. Der Umsatz dieser aktiven SP-Kampagnen betrug dabei lediglich 1.187 €.
2. Analysiere in einem nächsten Schritt, wie hoch die Werbeausgaben für Kampagnen waren, die im ausgewählten Zeitraum keine Bestellungen generiert haben. In diesem Fall sind die Spalten „ROAS“, „Conversion“, „Bestellungen“ und „Umsatz“ mit einem (–) gekennzeichnet.
Ein Werbetreibender mit einem hohen Wachstumsziel kann durchaus akzeptieren, dass bis zu 20 % der Werbeausgaben auf Kampagnen mit negativem RoAS entfallen. Jemand, der auf Profitabilität optimiert, sollte hier jedoch einen Zielwert von maximal 5 % anstreben.
Wenn über 30 % deines Werbebudgets auf Kampagnen entfallen, deren RoAS < 1 ist, ist dies ein Warnsignal und du solltest entsprechende Maßnahmen ergreifen.
(4) Fehlende Keywords und ungenutzte Chancen identifizieren
Eine gründliche Analyse der angewandten Keywords und dadurch erreichten Produktplatzierungen in deinen PPC-Kampagnen ist essenziell, um sicherzustellen, dass du kein Potenzial ungenutzt lässt. Ziel ist es, Keywords zu identifizieren, die entweder in deinen Kampagnen fehlen oder in den Kampagnen deiner Wettbewerber effizient eingesetzt werden.
Sind alle relevanten Keywords hinterlegt?
Der erste Schritt besteht darin, die in deinen PPC-Kampagnen hinterlegten Keywords mit den Keywords deiner organisch bestplatzierten Produkte abzugleichen.
Nutze hierfür spezielle Amazon Keyword-Tools wie Helium 10 Cerebro: Gib deine ASIN ein und erhalte eine Liste an Keywords, für die du ein hohes organisches Ranking (1-16) hast. Gleiche nun in der Amazon Werbekonsole ab, ob du für jedes dieser Keywords bereits Werbung geschaltet hast. Wenn ja, kannst du das Gebot senken, sofern es sich um ein sehr gutes Ranking (1-3) handelt. Wenn nicht, solltest du das Keyword schleunigst in deine Werbung aufnehmen.
Das Gleiche machst du mit deinen Top-Konkurrenten: Prüfe die organischen, aber auch die bezahlten Keywords der bestplatzierten Wettbewerber-Produkte (1-20) und stelle sicher, dass alle relevanten Keywords, die sie nutzen, auch in deinen Kampagnen hinterlegt sind.
- Verhältnis Organic vs. Paid Keywords:
Idealerweise sollten mindestens 10 % der organischen Keywords auch in deinen PPC-Kampagnen vertreten sein. Besonders Keywords mit organischen Rankings zwischen 4 und 16 solltest du in deine Kampagnen einbuchen, da diese bereits stark performen und durch bezahlte Werbung zusätzliche Sichtbarkeit erhalten können. - Fokus auf Wettbewerber-Keywords:
Analysiere die organischen und bezahlten Keywords deiner Wettbewerber. Filtere alle Keywords mit einem Sponsored Rank zwischen 1 und 20 und prüfe, ob diese in deinem Setup fehlen.
Um fehlende Keywords in deinem Setup zu identifizieren, gehst du wie folgt vor:
- Öffne den Reiter „Ausrichtung“ in der Werbekonsole *hier werden nur Keywords von Sponsored Products-Kampagnen angezeigt
- Gib das entsprechende Keyword in das Suchfeld ein. Kommt die Notiz „Keine Daten verfügbar“, ist es nirgends in deinen Kampagnen hinterlegt
- Notiere alle Keywords, die fehlen, und füge sie zu einer neuen oder bestehenden Kampagne hinzu
Durch den gezielten Abgleich deiner PPC-Keywords mit den organisch gut rankenden Keywords der Eigenprodukte sowie Wettbewerberprodukte kannst du sicherstellen, dass keine relevanten Platzierungspotenziale ungenutzt bleiben. Eine regelmäßige Überprüfung und Ergänzung dieser Keywords hilft dir, deine Sichtbarkeit und Werbeeffizienz zu steigern.
(5) Werbeausgaben und -umsätze nach Traffic-Quellen ermitteln
Ein häufig unterschätzter Aspekt in der Kampagnenoptimierung ist die genaue Trennung der Werbeausgaben und -umsätze nach Traffic-Quellen. Diese Differenzierung ist essenziell, um den Einfluss der verschiedenen Keywordarten auf den Werbeerfolg nachzuvollziehen.
Doch viele Werbetreibende vernachlässigen die Auswertung, welche Keywords (generisch, Eigenmarke, Fremdmarke) den größten Beitrag zum Werbeumsatz leisten. Die systematische Trennung deiner Kampagnen nach Traffic-Quelle lässt auch Rückschlüsse auf das Kundensuchverhalten und die Bedeutung spezifischer Markenbegriffe im Marketing zu.
So gehst du vor:
- Trennung der Kampagnen nach Traffic-Quellen:
- Eigenmarke: Keywords oder Produktplatzierungen, die direkt deine Marke betreffen (z. B. Markenname, spezifischer Produktname).
- Generisch: Keywords, die allgemeine Suchbegriffe umfassen (z. B. „Schwarzer Ledergürtel“).
- Fremdmarke: Keywords oder Produktplatzierungen, die auf Marken deiner Mitbewerber abzielen.
- Erstellung von Portfolios zur besseren Übersicht:
- Teile deine Kampagnen auf die Portfolios „Generisch“, „Fremdmarke“ und „Eigenmarke“ auf, um die Performance unabhängig voneinander analysieren zu können.
- Auswertung der Ergebnisse:
- Vergleiche die Unterschiede in Werbeausgaben. Werbeumsatz und RoAS je nach Traffic-Quelle.
- Prüfe, ob Eigenmarkensuchen den Großteil deines Umsatzes ausmachen, oder ob generische und fremdmarkenbezogene Suchen signifikant dazu beitragen.

In diesen beiden Screenshots sehen wir, wie wichtig Eigenmarken-Werbung für die Werbeperformance ist. Im ersten Screenshot erzielt der Werbetreibende über 50 % seiner Werbeumsätze durch Eigenmarken-Werbung; im zweiten Screenshot sind es knapp 60 %, während der RoAS erfreulich hoch liegt.
(6) Kampagnen besser strukturieren
Eine erfolgreiche Werbekampagne auf Amazon beginnt mit der richtigen Struktur. Eine schlecht organisierte Kampagne führt nicht nur zu ineffizienten Werbeausgaben, sondern erschwert auch die Analyse, Optimierung und Skalierung. Eine gut durchdachte, detaillierte Struktur gewährleistet selbst bei komplexen Werbekonten Übersichtlichkeit und Klarheit.
6.1 Häufige Fehler (No-Go’s) bei der Kampagnenstruktur
Um die Effizienz deiner Kampagnen zu maximieren, solltest du folgende Fehler vermeiden:
- Alle Produkte in einer Kampagne:
Heterogene Produkte zusammenfassen erschwert die Optimierung erheblich. - Keine Einteilung nach generischen, Eigenmarken- und Fremdmarken-Keywords:
Diese Differenzierung ist entscheidend für eine gezielte Auswertung und Optimierung. - Zu viele Keywords pro Kampagne:
Dies kann die Performance verwässern und macht es schwierig, gezielte Gebotsanpassungen vorzunehmen. - Mehrere Anzeigengruppen pro Kampagne:
Dies vermindert die Transparenz der Ergebnisse. - Unklare Kampagnen-Benennung:
Ohne ein klares Benennungsschema wird die Navigation in der Werbekonsole unübersichtlich. - Keine Portfolio-Strukturen:
Portfolios ermöglichen eine bessere Organisation und Zielsetzung. - Fehlende negative Keywords bei automatischen Kampagnen:
Vor allem negative Marken-Keywords sind hier essenziell, um irrelevante Ausgaben zu vermeiden.
6.2 Entwicklung einer nachhaltigen Kampagnenstruktur
Der erste Schritt zu einer effektiven Kampagnenstruktur ist die Gruppierung deiner Produkte in homogene, detaillierte Produktgruppen, basierend auf der Suchnachfrage.
Beispiel: Du bist Anbieter von Hundefutter. Anstatt alle Produkte in einer Kampagne zu bündeln, unterteilst du dein Portfolio in folgende Cluster:
- Hundefutter Nass Senior
- Hundefutter Nass Senior – Getreidefrei
- Hundefutter Nass Junior
- Hundefutter Nass Junior – Getreidefrei
- Hundefutter Trocken Senior
- Hundefutter Trocken Senior – Getreidefrei
- Hundefutter Trocken Junior
- Hundefutter Trocken Junior – Getreidefrei
- Hundefutter Snacks Senior
- Hundefutter Snacks Senior – Getreidefrei
- Hundefutter Snacks Junior
- Hundefutter Snacks Junior – Getreidefrei
Für eine strukturierte Benennung deiner Kampagnen hat sich z.B. folgendes System bewährt:
Produktgruppe | Anzeigentyp | Strategie | Ausrichtung | [Optional: Match Type]
Hundefutter Snacks Senior | SP | Generic | KW manuell | Broad
Bei der Navigation in der Werbekonsole weißt du also gleich, dass diese Kampagne:
- Produkte des Clusters „Hundefutter Snacks Senior“ umfasst
- das Format „Sponsored Products“ nutzt
- auf allgemeine Suchanfragen abzielt
- auf manuelle Keywords ausgerichtet ist
- eine weitgehende Übereinstimmung der Suchbegriffe voraussetzt
(7) Aktuelle Gebotsanpassungen bewerten
Eine erfolgreiche Amazon PPC-Strategie umfasst natürlich auch die gezielte Steuerung der Gebote. Die Gebotsanpassung nach Platzierung ist ein mächtiges Werkzeug, das dir erlaubt, die Sichtbarkeit deiner Anzeigen zu maximieren, indem du die Ausspielungswahrscheinlichkeit an den besonders lukrativen Stellen steigerst.
7.1 Welche Gebotsanpassungen gibt es?
Amazon bietet bei Sponsored Product-Kampagnen drei verschiedene Optionen für Gebotsanpassungen:
- Erste Suchergebnisse (Erste Seite): Erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass deine Anzeige ganz oben auf der ersten Seite erscheint.
- Weitere Suchergebnisse: Bezieht sich auf Anzeigenplatzierungen in den restlichen Suchergebnissen.
- Produktseiten: Ermöglicht die gezielte Bewerbung deiner Produkte auf den Detailseiten anderer Produkte.
Die richtige Nutzung dieser Funktion kann deine Anzeigen sichtbarer und profitabler machen. Für die Auswertung werden zunächst Platzierungen identifiziert, die einen besonders hohen RoAS erzielen, um die Gebote hierfür gezielt zu erhöhen. Gleichzeitig ist zu vermeiden, dass Gebote auf weniger lukrative Platzierungen verschwendet werden.
7.2 So analysierst und optimierst du Gebotsanpassungen
Ruf eine beliebige Sponsored Product-Kampagne auf und wähle im linken Menü den Punkt “Gebotsanpassungen”. Du erhältst nun einen Überblick, wo deine Ads ausgespielt werden, wie hoch die Klickkosten sind und wie viele Bestellungen du erhalten hast.

In diesem Screenshot siehst du exemplarisch die Performance einer Sponsored Product-Kampagne, bei der Gebotsanpassungen für die obersten Plätze mit 35 % gewählt wurden. Die dadurch erzielten Umsätze bei gutem RoAS verdeutlichen, dass die Strategie greift.
In der Regel wollen wir Gebotsanpassungen dann verwenden, wenn es eine Performance-Diskrepanz zwischen den Platzierungen gibt. Wenn die RoAS-Werte für die erste Seite deutlich besser sind als für die restliche Suche, passen wir das Gebot nur für die erste Seite nach oben an.
Führe diese Analyse einmal monatlich durch.
| FYI: Eine radikale Gebotserhöhung für die obersten Platzierungen ist nicht immer die beste Strategie. Gerade bei automatischen Kampagnen oder bei sehr breit gefassten Keywords sind die höchsten Ad Ranks stark umkämpft und daher auch sehr teuer.
In folgenden Szenarien würdest du deine Gebote eher für die anderen Platzierungen anpassen wollen:
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(8) Aktuellen Marktanteil analysieren
Durch die Bewertung deines Umsatzes im Vergleich zum Gesamtmarkt für ein bestimmtes Keyword erhältst du wertvolle Einblicke, wie stark deine Marke in einer spezifischen Nische oder Kategorie vertreten ist.
Das Bestseller-Ranking gibt dir eine klare Vorstellung davon, wie dein Produkt im Verhältnis zu anderen Anbietern performt. Du kannst deine Marktposition überwachen und Veränderungen deines Marktanteils im Zeitverlauf erkennen. So kannst du rechtzeitig reagieren, falls du im Bestseller-Ranking auf Amazon abfällst.
Vorgehen Schritt für Schritt
- Identifiziere dein relevantestes Keyword. Wähle einen Begriff, der den Markt für dein Produkt am besten repräsentiert und ein hohes Suchvolumen hat.

- Suche in Helium10 nach deinem Keyword und filtere die Ergebnisse nach den organischen Rankings 1-10, um deine Top-Wettbewerber zu identifizieren.
- Exportiere die Daten als Excel-Datei.
- Analysiere den Gesamtumsatz für das Keyword über die letzten 30 Tage.
- Berechne den Umsatzanteil deines Produkts (oder deiner Produkte, falls du mehrere in der Kategorie hast) im Vergleich zum gesamten Umsatz.
- Wiederhole die Analyse nach einem Monat, um Veränderungen in deinem Marktanteil zu beobachten.
- Gestiegen oder gleich → Bestätigt, dass deine Produkte im Markt erfolgreich positioniert sind. Mithilfe von Kampagnen kannst du deine Position weiter festigen.
- Sinkend → Untersuche die Gründe (z.B. Wettbewerb, Preis, Werbeaktionen) und passe deine Kampagnen entsprechend an.
- Achte auch darauf, wie sich der Gesamtumsatz des Markts entwickelt hat.
- Wenn dein Umsatz sinkt, der Gesamtmarkt jedoch proportional stärker fällt, könnte dein Marktanteil steigen.
(9) Klickverteilung analysieren
Die Platzierung deiner Sponsored Ads am Anfang der Suchergebnisse spielt in vielen Produktkategorien eine entscheidende Rolle für den Verkaufserfolg. In diesem Schritt möchten wir die Relevanz dieser obersten Werbeplatzierungen für deine Kategorie bewerten, um fundierte Entscheidungen über die Priorisierung und das Budget deiner Kampagnen zu treffen.
Die Klickverteilung in den Suchergebnissen zeigt, wie stark Kunden auf die obersten Plätze fokussiert sind. Wir möchten wissen, ob es eine hohe Konzentration der Klicks auf die ersten Suchergebnisse gibt, oder ob die Klicks relativ gleichmäßig über alle Seiten verteilt sind, sodass auch niedrigere Ad Ranks ausreichend sein können.
Nutze hierfür den Product Opportunity Explorer. Wähle die zu analysierende Kategorie aus und klicke auf den Reiter „Einblicke“. Hier findest du die Klickverteilung für die Top 5 und die Top 20 organischen Platzierungen im vergangenen Jahr. Nun kannst du die Klickverteilung bewerten:
- Hohe Klickkonzentration (Top 5 Produkte Klick-Anteil über 50 %):
- Entfällt ein Großteil der Klicks auf die ersten organischen Platzierungen, ist es extrem wichtig, dass deine Werbeanzeigen am Anfang der erste Seite ausgespielt werden.
→ Lege für dein Gebot einen moderaten Preis fest. Dies erhöht die Warscheinlichkeit der Ausspielung auf sämtlichen Plätzen.
→ Lege als Gebotsstrategie „Dynamische Gebote – erhöhen und senken“ fest, sodass Amazon dein Gebote für die Top-Plätze um zusätzliche 100 % erhöhen kann.
→ Setze seine Gebotsanpassung nach Platzierung auf mindestens 200 %, gerne auch höher. So kannst du dir relativ sicher sein, dass deine Werbung die Top-Position erreicht.
- Entfällt ein Großteil der Klicks auf die ersten organischen Platzierungen, ist es extrem wichtig, dass deine Werbeanzeigen am Anfang der erste Seite ausgespielt werden.

- Geringere Klickkonzentration (Top 5 Produkte Klick-Anteil unter 20 %):
- Sind die Klicks gleichmäßiger verteilt, ist die Sichtbarkeit am Anfang der ersten Seite weniger kritisch. In diesem Szenario kannst du Werbebudget einsparen und stattdessen einen attraktiveren Verkaufspreis bieten, um Kunden zu überzeugen.
→ Vermeide übermäßige Investitionen in obere Platzierungen. Setze dein Gebot niedrig an und wähle als Gebotsstrategie „Dynamische Gebote – nur senken“, sodass dein Gebotspreis stets der Maximalpreis bleibt.
→ Konzentriere dich auf Preisoptimierungen und mittlere Platzierungen (bestenfalls organisch, ansonsten bezahlt), die ebenfalls ausreichend Klicks und Verkäufe generieren können.
- Sind die Klicks gleichmäßiger verteilt, ist die Sichtbarkeit am Anfang der ersten Seite weniger kritisch. In diesem Szenario kannst du Werbebudget einsparen und stattdessen einen attraktiveren Verkaufspreis bieten, um Kunden zu überzeugen.

(10) Single-ASIN- und Single-Keyword-Strategie
Die richtige Kampagnenstruktur ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg deiner PPC-Kampagnen. Werden z.B. mehrere Produkte in einer Kampagne zusammengefasst, sparst du zwar Zeit und Aufwand, verlierst jedoch ein großes Stück Kontrolle und Präzision. In Multi-ASIN-Kampagnen wählt Amazons Algorithmus oft einen „Liebling“ aus, der einen Großteil der Impressionen erhält, während die anderen Produkte leer ausgehen.
Mit Single-ASIN- und Single-Keyword-Kampagnen kannst du das verhindern. Du gewinnst maximale Kontrolle über Gebote und Budgets und kannst die Performance klar analysieren, da keine Vermischung mit anderen Produkten oder Keywords erfolgt. Zudem minimerst du Streuverluste, weil Budgets nicht länger Gefahr laufen, auf weniger relevante Produkte oder Keywords aufgeteilt zu werden.
- Single-ASIN-Kampagnen:
Jede Kampagne wird auf eine einzige ASIN beschränkt. So kannst du gezielt den Werbeerfolg eines bestimmten Produkts steuern und analysieren.
- Erstelle für jede ASIN, die du gezielt bewerben möchtest, eine eigene Kampagne.
- Nutze sowohl automatische als auch manuelle Kampagnen, um relevante Keywords und Platzierungen zu testen.
- Single-Keyword-Kampagnen:
Jede Kampagne enthält nur ein einziges Keyword. Dies erlaubt dir, das Budget und die Gebotsanpassung präzise auf die Suchintention hinter diesem Keyword auszurichten.- Identifiziere Keywords mit hohem Potenzial (z.B. mit starker Conversion-Rate).
- Lege für jedes dieser Keywords eine eigene Kampagne an, idealerweise mit einem genauen Übereinstimmungstyp (Exact Match).
Wir benennen Single-Kampagnen stets nach folgendem Schema:
Anzeigentyp : Ausrichtung : „Keyword als Text“ – „Produkt / ASIN“
SP: KW : Hundefutter getreidefrei – B07FZ8S74R
Hier gibt es noch eine Tabelle zur Entscheidungshilfe, ob du deine Kampagnen als Single-ASIN oder als Multi-ASIN aufsetzen solltest.
Single-ASIN ja, wenn… |
Multi-ASIN ja, wenn… |
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Viele Werbetreibende setzen Single-ASIN-Kampagnen für ihre umsatzstärksten Produkte auf, während die umsatzschwächeren Produkte nach thematischen oder preislichen Gemeinsamkeiten zusammengefasst werden, um leicht verwaltbare Multi-ASIN-Kampagnen zu erstellen.
Mit ChatGPT deine Kampagnen optimieren – YouTube Video
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Fazit zu Amazon PPC Werbung
Wenn du ganz hier unten angekommen bist, bist du deinem Erfolg als Werbetreibender auf Amazon schon ein großes Stück näher gekommen. Denn Amazon PPC ist kein Kinderspiel: Du brauchst Kenntnisse, ein wenig Erfahrung (oder jemand Erfahrenes an deiner Seite) sowie eine kluge Strategie, um überhaupt erst anzufangen.
Zwar war diese Einführung schon sehr ausführlich, doch kannst du dir vorstellen, dass das längst nicht alles war, was man zu Amazon PPC wissen muss.
Die Pay-per-Click-Werbung auf Amazon ist komplex und aufwendig. Deshalb gibt es ganze Bücher, Kurse und Webinare darüber. Außerdem wären wir als Amazon PPC Agentur quasi arbeitslos, wenn jeder Seller und Vendor die Sponsored Ads nebenbei einfach selbst managen könnte. Stattdessen liegt die Nachfrage nach PPC Tools und PPC Agenturen ungebrochen hoch.
| Bei AdsMasters betreuen wir die Advertising Accounts von mehreren deutschen wie europäischen Unternehmen, die von unserer Erfahrung, unserer Fachkompetenz und unserer strategischen Überlegenheit profitieren. Wir betreuen aber nicht nur, sondern beraten auch und bilden aus. |
Je nachdem, wie deine aktuelle Situation als Amazon Verkäufer ist, macht es Sinn, dich selbst um die Werbung zu kümmern oder dir von Experten helfen zu lassen. Wenn du Amazon PPC selbst in die Hand nehmen willst, musst du a) dich fortlaufend weiterbilden, b) die Kampagnen-Performance ständig überwachen und c) dauernd neue Optimierungspotenziale aufdecken. Sonst läufst du Gefahr, dein Budget zu verbrennen, ohne deinen Umsatz ankurbeln zu können.
Für die meisten Werbetreibenden ist Amazon PPC ein Segen, der die Sichtbarkeit, die Klickzahlen und die Verkaufszahlen in die Höhe treibt. Für viele Verkäufer ist Amazon PPC zudem ein absolutes Muss, um überhaupt eine Chance im Wettbewerb zu haben.
Wie willst du Amazon PPC nutzen? Als Pflichtmaßnahme, um auf dem Marktplatz fortzubestehen, oder als Investition, um einen echten Marktvorsprung zu erhalten?









