Mit Prime durch Verkäufer versendest du Prime-Ware aus dem eigenen inländischen Lager, den Transportdienst wählst du inzwischen frei. Voraussetzungen sind unter anderem 90 Prozent pünktliche Lieferungen, Tracking-Nummern bei 99 Prozent der Bestellungen, eine Stornorate unter 0,5 Prozent und eine Testphase von 5 bis 90 Tagen. Seit Juni 2023 erhalten nur die besten 90 Prozent der Seller das Badge, abhängig vom Lieferversprechen. Der Beitrag beleuchtet auch den Nachteil des Programms.

Rund 250 Millionen Menschen weltweit nutzen Amazon Prime. Die Vorteile für Kunden liegen auf der Hand:
- Ein blitzschneller, kostenloser Versand
– Prime-Artikel werden meist zwei Tage schneller geliefert als mit Standardversand - Rabatte zum Amazon Prime Day und sonstige exklusive Angebote
- Zugang zu Prime Now (Filme + Serien) sowie Amazon Music

Prime-Kunden erhalten manchmal auch preisliche Vorteile, wie in diesem Beispiel
Aber auch für Verkäufer bietet Amazon Prime Vorteile. Produkte, die das Prime-Logo tragen, verkaufen sich in der Regel besser. Dies hat drei zentrale Gründe:
- Kaufanreiz für Prime-Kunden
– Prime-Mitglieder kaufen i.d.R. nur qualifizierte Produkte, um vom eintägigen Gratis-Versand zu profitieren
– Zusätzlich nutzen viele Amazon-Kunden den 30-tägigen Probezeitraum für Prime - Bessere Sichtbarkeit
– Prime-Artikel werden vom Algorithmus bevorzugt behandelt und weiter oben positioniert
– Prime-Artikel haben eine höhere Chance, die BuyBox zu gewinnen
– Prime-Artikel werden in den Suchergebnissen gesondert hervorgehoben und können gezielt herausgefiltert werden - Vertrauen und Kundentreue
– Prime-Mitglieder kaufen häufiger auf Amazon, da sie besonders treue Kunden sind
– Das Prime-Logo wirkt wie ein Qualitätssiegel für schnelle Lieferungen und hohe Kundenzufriedenheit
Doch all diese Vorteile sind ausschließlich Verkäufern mit Amazon FBA, Versand durch Amazon, vorenthalten, nicht wahr?
Stimmt nicht! Mit dem Programm Prime durch Verkäufer können selbst Waren mit dem Prime-Logo gekennzeichnet werden, die selbst verschickt werden. Das ist seit 2015 möglich, denn vorher durften tatsächlich nur FBA-Händler Prime-Kunden beliefern.
Welche Vorteile und eventuell auch Nachteile das Programm für Händler mit Eigenversand (FBM) hat, erfährst du in diesem Ratgeber.
Prime durch Verkäufer: Wichtige Fakten auf einen Blick
Prime by Seller oder auch Seller-Fulfilled Prime (SFP) stellt strenge Anforderungen an Händler, die ihre eigenen Logistikprozesse steuern.
In einem anderen Beitrag haben wir bereits behandelt, wann du besser FBA und wann du besser FBM nutzt.
Bei FBA sind alle deine Artikel automatisch Prime-berechtigt.
Bei FBM musst du dir das Prime-Logo in gewisser Weise erst verdienen, was zu einer Herausforderung werden kann, da du praktisch versuchst, mit der Logistikexzellenz von Amazon mitzuhalten.

Ein Beispiel von einem Verkäufer mit Eigenversand, der Seller-Fulfilled Prime nutzt
Amazon selbst sagt zur Wahl zwischen FBA und FBM (mit Prime-Vorteilen):
„Hochwertige, schwer verkäufliche, zerbrechliche, personalisierte und saisonale Artikel (unter anderem) sind möglicherweise hervorragend für Prime durch Verkäufer geeignet, während schnell verkäufliche, Artikel mit hoher und vorhersehbarer Nachfrage, kleine und leichte Produkte und Produkte mit einem Angebot auf allen fünf europäischen Marketplace-Sites besser für Versand durch Amazon geeignet sind.“
Das Programm ist seit seiner Einführung immer beliebter geworden. Leider gibt es keine offiziellen Zahlen darüber, wie viele Seller das Angebot nutzen. Was man jedoch sicher weiß, habe ich dir hier in einem kleinen Fakten-Überblick zusammengefasst.
– Verkäufer können ihre Waren direkt vom Warenlager per Amazon Prime versenden. Hierbei muss es sich um ein inländisches Lager handeln.
– Die Lieferung per Prime muss innerhalb der versprochenen Lieferfrist erfolgen. Oftmals beträgt die Frist unter 24 Stunden bzw. einen Werktag.
– Wer an Prime durch Verkäufer teilnimmt, muss zuerst eine Testphase durchlaufen, die zwischen 4 und 12 Wochen andauert. Erst dann wird das Prime Logo sichtbar. Die Dauer der Testphase hängt vom Versandvolumen ab.
– Von Amazon wird kein Transportdienst (mehr) vorgegeben. Du kannst frei entscheiden, ob du z.B. DPD, DHL, Hermes oder UPS nutzen möchtest.
– Kunden suchen gezielt nach Produkten mit Prime-Bedingungen, indem sie links in den Filteroptionen „Prime“, „Kostenloser Versand“ und/oder „Lieferung morgen“ auswählen. Dadurch entsteht ein enormer Wettbewerbsvorteil.
– Prime erhöht die Chance, dass das Produkt im Einkaufswagenfeld hervorgehoben wird.
Anmerkung: Prime selbst ist kein Auswahlkriterium für die BuyBox; der schnelle, kostenlose Versand hingegen schon. Sprich: Auch ohne Prime durch Verkäufer steigt die Chance auf die BuyBox, wenn du schnellen Gratis-Versand anbietest
– Durch die zugesicherte Lieferung am nächsten Tag bzw. innerhalb der angegebenen Lieferfrist steigt die Wahrscheinlichkeit von häufigen und wiederholten Käufen.
– Amazon übernimmt den Kundenservice im Namen des Händlers, was FBM-Händlern eine enorme Last abnimmt.
– Prime durch Verkäufer ermöglicht das Schalten von Blitzangeboten sowie die Teilnahme am Prime Day, was für zusätzliche Sichtbarkeit sorgt.
Prime by Seller / Prime durch Verkäufer – YouTube Video
Voraussetzungen für Prime durch Verkäufer
Gratis Versand und Retouren (deutschlandweit)
Damit deine Produkte überhaupt für Prime berechtigt sind, müssen sie folgende Anforderungen erfüllen:
- Die Produkte sind landesweit verfügbar
- Der Versand ist kostenlos
– außer, Kunden wählen „Lieferung am selben Tag“ oder „Eilversand“ aus und liegen unter dem Mindestbestellwert von 49 € (dann kostet der Versand 3,99 €) - Die Warenrücksendung ist kostenlos
– außer, der Artikel wiegt mehr als 22,6 kg
Außerdem sind folgende Kriterien zu erfüllen:
Schnelles Lieferversprechen (1-4 Tage)
Das Lieferversprechen (also innerhalb von welchem Zeitraum die Ware beim Kunden eintrifft) ist stets zu erfüllen. Dabei kann ein- und dasselbe Angebot unterschiedliche Lieferversprechen anzeigen – abhängig davon, wo der Käufer wohnt, wie nah das zuständige Lager ist und welcher Transportdienst zum Zug kommt. Das Lieferversprechen wird anhand dieser Eigenschaften bei jedem Seitenaufruf neu berechnet.
Für Pakete in Standardgröße gilt:
- Mind. 20 % der Angebote müssen ein Lieferversprechen von 1 Tag haben.
- Mind. 50 % der Angebote müssen ein Lieferversprechen von 2 Tagen haben.
- Mind. 80 % der Angebote müssen ein Lieferversprechen von 4 Tagen haben.
Anm.: Die Prozentzahl wird gemessen an der Anzahl der Seitenaufrufe.
Beispiel:
Ein Angebot wird 10 Mal in der Woche aufgerufen. Sofern bei zwei Aufrufen ein Lieferversprechen von 1 Tag angezeigt wird, sind die 20 % erfüllt. Sofern bei fünf Aufrufen das Lieferversprechen 2 Tage beträgt, sind die 50 % erfüllt. 80 % aller Seitenaufrufe müssen eine Lieferzeit von 4 Tagen oder weniger anzeigen – nur so erfüllst du die Performance-Quote des Programms und der Artikel bleibt Prime-berechtigt.
– Für die Liefergeschwindigkeit gilt eine Obergrenze von 4 Tagen, d.h. bei einer langsameren Lieferung (5 Tage und mehr) wird das Prime-Logo einfach nicht mehr angezeigt.
– Artikel mit einer Liefergeschwindigkeit von 3 Tagen oder darunter erhalten garantiert das Prime-Logo.
– Liegt die Liefergeschwindigkeit bei genau 4 Tagen, erhalten nur diejenigen Artikel das Prime-Logo, deren versprochene Liefergeschwindigkeit innerhalb der schnellsten 85 % liegt. Bei den langsameren 15 % entfällt das Prime-Logo
– Obwohl das Kriterium der schnellen Lieferung nicht mehr eingehalten wird, ist der Versand nach wie vor kostenlos. Deshalb steht bei jenen Artikeln „KOSTENLOSER Versand für Prime-Mitglieder“.
– Für extragroße und übergroße Artikel gelten natürlich höhere Schwellenwerte von 4 bis 6 Tagen. Zudem wird die Obergrenze für die Liefergeschwindigkeit zu Verkaufsspitzen (z.B. Black Friday, Prime Day, Weihnachten) angehoben.
Hohe Rate pünktlicher Lieferung
92 % aller Lieferungen müssen pünktlich erfolgen, das heißt, entweder vor oder spätestens am versprochenen Liefertermin. Das bedeutet auch: Es bringt dir nichts, frühe Liefertermine zu versprechen, die du wahrscheinlich nicht einhalten kannst. Dann nämlich verlierst du die Prime-Berechtigung.
Hohe Rate gültiger Tracking-Nummern
99 % der Bestellungen müssen mit einer gültigen Sendungsverfolgungsnummer versehen sein. Diese Nummer bekommt Amazon vom Transportdienst übermittelt und gibt sie an den Kunden weiter, damit diese mitverfolgen können, wo sich ihr Paket momentan befindet und wann es voraussichtlich eintrifft.
Niedrige Stornorate
Die Stornorate durch einen Amazon-Händler darf 0,5 % nicht überschreiten. Falls ein Kunde innerhalb von 30 Minuten nach der Bestellung bei dir eine Stornierung über das Postfach beantragt, darfst du die Stornierung vornehmen, ohne dass dies die Rate beeinflusst.

Die Lieferung für Prime-Kunden erfolgt zwei Tage schneller als üblich
Darum ist Prime nicht für jeden zu empfehlen
Während Prime durch Verkäufer zweifelsfrei viele Vorteile bringt, kommt auch dieser Service von Amazon nicht ohne Kompromisse daher.
Ein Punkt, der von einigen Verkäufern als kritisch angesehen wird, ist die Übernahme des Kundendienstes durch Amazon. Schließlich ist der Kundenservice für überzeugte FBM-Händler ein sehr wichtiger Grund, um sich bewusst gegen den Versand mit Amazon (FBA) zu entscheiden.
Manche Unternehmer schätzen die Nähe zu ihren Kunden sehr und möchten das Kundenerlebnis durch einen bevorzugten, personalisierten Umgang optimieren. Der Austausch mit den Kunden gewährt teilweise auch wichtige Einblicke in Bereiche, die noch verbesserungswürdig sind. Sobald Amazon diese Aufgabe übernimmt, hat man keinen Einfluss mehr auf die Art und den Ausgang der Interaktion.
Amazon entscheidet zudem eigenverantwortlich, was im Falle von Problemen oder Beschwerden, die nach der Bestellung auftreten, passieren wird. Dies umfasst Rücksendungen, Teil- oder Vollerstattungen, Rückerstattungen ohne Rücksendung, Änderungen von Versandkosten und teilweise auch Ausnahmen von der regulären Rückgabefrist.
Dass Rücksendungen ein heikles Thema sind, die Verkäufer viel Geld kosten und von Amazon nicht immer zufriedenstellend geregelt werden, weiß jeder, der schon seine Erfahrungen mit FBA gemacht hat. In diesem Beitrag erfährst du mehr zu der Kritik an Amazons Retourenpolitik.

| Zur Info: – Amazon übernimmt den gesamten Kundendienst nach der Bestellung einschließlich Retouren, Erstattungen und Anpassungen. – Amazon autorisiert Rücksendungen und entscheidet darüber, wann welche Rückerstattung zu leisten ist. Der Verkäufer wird über Amazons Entscheidung informiert und ist dazu verpflichtet, die Retoure anzunehmen und die Rückerstattung auszuzahlen. – Der Verkäufer bleibt für produktbezogene Anfragen und für Kundenanfragen vor der Bestellung zuständig. Sprich: Du bist nach wie vor für die Kommunikation mit potentiellen Käufern zuständig. |
Amazons Kundendienst kann Käufern aus vielfältigen Gründen eine volle Rückerstattung gewähren:
- die Bestellung verzögert sich über das zugesagte Datum hinaus
- der Kunde benötigt das Produkt nicht mehr
- der Kunde hat ein beschädigtes, unvollständiges oder falsches Produkt erhalten
In Ausnahmefällen wird eine Rückerstattung gefordert, ohne die Ware zurückzusenden, oder ein Rücksendeantrag akzeptiert, nachdem die Rücksendefrist schon abgelaufen ist. Als Verkäufer hast du keine Chance, Amazons Entscheidungen diesbezüglich anzufechten.
Wenn du allerdings der Meinung bist, dass du für die Entscheidung keine finanzielle Verantwortung tragen solltest, kannst du bei Amazon einen Erstattungsantrag stellen. Falls der Transportdienst für die Rückerstattung verantwortlich ist (z.B. weil der Artikel beschädigt wurde oder verloren gegangen ist), musst du dich direkt an den Transportdienst wenden und von diesem eine Entschädigung verlangen.
Sprich: Die eigentliche Problematik bei Prime durch Verkäufer ist, dass du selbst schnell und zuverlässig versenden musst, aber gleichzeitig nicht mehr die volle Kontrolle darüber hast, wie Amazon mit dem Kunden umgeht und wie Retouren gehandhabt werden, wenn nach der Bestellung etwas schiefgeht.
Auf der anderen Seite kann es durchaus vorteilhaft sein, auf den Kundenservice von Amazon zurückgreifen zu können. Immerhin ist es eine Aufgabe weniger, die man als Verkäufer übernehmen muss.
So funktioniert Prime für Verkäufer in der Praxis
Falls Prime durch Verkäufer potentiell etwas für dich ist, musst du die Eigenschaften des Programms genau verstehen.
Hier sind alle Details zur Vorgehensweise als Verkäufer sowie zu den Vorbereitungen, die unbedingt zu treffen sind.
Den richtigen Versandpartner wählen
Lange Zeit war DPD der zentrale, von Amazon vorgegebene Versandpartner für Seller-Fulfilled Prime. Das sorgte unter anderem für Probleme, da der Transportdienst nicht immer zu 100 % zuverlässig arbeitet.
Zudem waren Verkäufer bei der Nutzung der von Amazon bereitgestellten Versandlabels weitgehend an die von Amazon und DPD ausgehandelten Konditionen gebunden. Die Tarifstruktur führte insbesondere bei größeren oder sperrigen Paketen zu vergleichsweise hohen Versandkosten.
Diese starke Abhängigkeit von einem einzelnen Versanddienstleister war einer der Gründe, weshalb sich die Popularität des Prime durch Verkäufer-Programms lange Zeit in Grenzen hielt. Glücklicherweise kommen seit 2022 für Prime-Sendungen inzwischen auch andere Versanddienstleister wie DHL oder Hermes infrage. Damit haben Verkäufer mehr Flexibilität bei der Wahl des Versandweges und können ihre Versandkosten sowie die Zuverlässigkeit der Zustellung besser beeinflussen.
DHL ist deutschlandweit sehr beliebt und Kunden vertrauen dem Paketdienstleister stark. Verkäufer schätzen es, dass sie ihre eigenen Konditionen aus dem DHL-Geschäftskundenvertrag mit Prime durch Verkäufer nutzen können.

Amazon akzeptiert alle großen Versanddienstleister für Prime durch Verkäufer
Um DHL in Anspruch zu nehmen, musst du über dein Verkäuferkonto den Zugang zum DHL-Geschäftskundenportal freischalten.
So geht’s:
- Gehe im Amazon Seller Central unter „Einstellungen“ zu „Informationen zum Verkäuferkonto“. Im Bereich „Versand und Warenrücksendungen“ klickst du auf „Einstellungen für Versandentgelt kaufen“.
- Eine neue Seite öffnet sich. Auf der rechten Seite klickst du auf den Button „Transporteurkonten verwalten“.
- Jetzt kannst du dein Konto verknüpfen. Wähle im Dropdown-Menü “DHL Paket” aus und bestätige die Auswahl.
- Nun kannst du deine Zugangsdaten und Abrechnungsnummern von DHL eintragen. Falls noch nicht geschehen, erstelle im DHL Geschäftskundenportal einen Systembenutzer. Bestätige dann die Eingaben.
- Du gelangst jetzt zu einer Übersicht mit allen verknüpften Konten. Bei DHL ist der Status “Active”.
Versandbedingungen festlegen
Bearbeitungszeit
Unter „Versandeinstellungen“ kannst du die Bearbeitungszeit für den Versand, die standardmäßig 0 Tage beträgt, ändern.
0 Tage bedeutet, dass alle vor 14 Uhr Ortszeit (= Annahmeschluss) eingehenden Bestellungen noch am selben Tag versendet und bestätigt werden. Wenn du keine Bearbeitungszeit auf SKU-Ebene festlegst, gilt die Bearbeitungszeit auf Kontoebene, sprich: für alle SKUs gleichermaßen.
Achtung: Die Änderung der Bearbeitungszeit ändert auch das Lieferversprechen, das Kunden für deine Angebote mit Prime durch Verkäufer sehen.
TIPP: Falls deine Kapazitäten im Lager beschränkt sind, kannst du eine maximale Auftragsbearbeitungskapazität festlegen, sodass ab einer gewissen Menge an Bestellungen die Bearbeitungszeit automatisch um einen Tag verlängert wird. Das sichert dich vor schlechten Leistungskennzahlen durch eine verspätete Lieferung ab.
Betriebstage
Für Prime-Angebote gilt eine 6-Tages-Arbeitswoche. Montag bis Freitag sind obligatorische Betriebstage; zusätzlich musst du noch Samstag oder Sonntag als Betriebstag auswählen. Falls du den Wochenendbetrieb aktivierst, werden Samstag und Sonntag zur Berechnung des voraussichtlichen Liefertermins mit eingeschlossen.
Versandvorlage: Versandzeiten und -kosten je nach Region
Des Weiteren sind die Versandarten einzustellen, indem du die Prime-Versandvorlage manuell bearbeitest. Amazon bietet zwei Optionen an:
- Standardversand: Diese Versandart gilt für Kunden ohne Prime-Mitgliedschaft. Du kannst eine Gebühr verlangen; viele bieten jedoch auch hier schon kostenlosen Versand an. Der Standardversand kann zwischen 2 und 21 Tagen betragen. Typischerweise dauert der Standardversand ein bis zwei Tage länger; in manchen Fällen erfolgt er jedoch fast genauso schnell wie der Premiumversand.
- Premiumversand: Diese Versandart umfasst eine kürzere Transportzeit – beginnend bei einem Tag und bei Standardpaketen höchstens 4 Tage – und ist kostenlos für Prime-Kunden. Der Premiumversand ist auch für normale Amazon-Nutzer verfügbar, kostet dann aber ein paar Euros extra. Die Lieferzeit kann innerhalb von Deutschland variieren und wird je nach Region angepasst.
Hier ist eine kleine Anleitung, wie du eine Versandvorlage für den Inlandversand mit Prime einrichtest:
- Schritt: Prime-Regionen hinzufügen
Klicke auf „Prime-Region bearbeiten“ und wähle die Regionen aus, die du für Prime aktivieren möchtest. Beachte, dass der Vorlage zugewiesene SKUs das Prime-Logo verlieren, wenn du die Anforderung einer Abdeckung von 97 % der Prime-Region nicht erfüllst. - Schritt: Regionen gruppieren
Du kannst jetzt Regionen für den Standard- und Premiumversand gruppieren, um die Transportzeiten sowie die Versandkosten für Nicht-Prime-Kunden anzupassen. Klicke auf dem Tab „Premiumversand“ bzw. „Standardversand“ auf „Bearbeiten“ und hebe die Auswahl für die Regionen auf, die du separat neu gruppieren möchtest. Klicke auf „Neue Region hinzufügen“ und wähle die Regionen aus, für die du gerade die Auswahl aufgehoben hast. - Schritt: Transportzeiten einrichten
Für die gruppierten Regionen kannst du nun die Transportzeiten festlegen. Für den Standardversand gibt es ein Drop-down-Menü mit verschiedenen Optionen. Beim Premiumversand legst du ein bestimmtes Lieferdatum fest, beginnend mit einer Transportzeit von 1 Tag. - Schritt: Versandkosten für Nicht-Prime-Kunden festlegen
- Schritt: Vorlage speichern
Alle dieser Vorlage zugewiesenen SKUs werden jetzt mit Prime durch Verkäufer angeboten.
Zu den Regionen: |

Lieferung am selben Tag
Falls dein bevorzugter Transportdienstleister Pakete noch am selben Tag des Bestelleingangs, maximal aber innerhalb von 8 Stunden, liefern kann, kannst du die Lieferung am selben Tag einrichten. Hierzu gehst du wie folgt vor:
- Klicken in den Versandeinstellungen auf die Schaltfläche „Vorlage bearbeiten“ ganz rechts, um eine Versandvorlage auszuwählen, die du für die Lieferung am selben Tag registrieren möchtest.
- Prime-Vorlage: Klicke auf „Prime-Regionen bearbeiten“. Gehe zum Tab „Lieferung am selben Tag“ und wähle die Regionen für die Lieferung am selben Tag aus.
- Nicht-Prime-Vorlage: Aktiviere das Kontrollkästchen „Lieferung am selben Tag“ und klicke auf „Neue Versandregel hinzufügen“, um Regionen für die Lieferung am selben Tag hinzuzufügen.
- Gib die Versandkosten im Abschnitt „Lieferung am selben Tag“ ein; sie dürfen höchstens 4,99 € betragen. Klicke dann auf „Bestätigen“.
Hinweis: Sobald du du Lieferung am selben Tag aktiviert hast, kannst du zusätzlich den Eilversand als neue Versandregen hinzufügen.
Versandetiketten erstellen

Früher mussten alle Seller, die Prime durch Verkäufer nutzten, ihre Versandetiketten über Amazons Funktion „Versandentgelt kaufen“ erstellen lassen. Dies ist heute optional, sodass du ein beliebiges Versandetikett von einem präferierten Transportdienst verwenden kannst.
Wenn du eine Prime-Bestellung erhältst, gibt es theoretisch vier Maßnahmen, die du ergreifen kannst:
- Packzettel drucken und der ausgehenden Sendung beigelegen
Dies ist keine Pflicht. Während Sendungen zwingend ein Versandetikett benötigen, dient der beigelegte Packzettel eher dem Kunden als Information / Übersicht. - Sendung manuell bestätigen
Diese Option ist nur dann auszuwählen, wenn du das verwendete Versandetikett außerhalb von Amazon erworben hast, da du einen Vertrag mit einem Transportdienstleister deiner Wahl eingegangen bist. In dem Fall bestätigst du den Versand manuell und fügst Details zur Versandart und zur Sendungsverfolgungsnummer hinzu. - Versandetikett kaufen und ausdrucken
Wenn du Amazons Funktion „Versandentgelt kaufen“ nutzt, weil du keinen eigenständigen Vertrag mit einem Transportdienstleister pflegst, erhält der Käufer automatisch eine Versandbestätigung. Für die Erstellung des richtigen Etiketts musst du das Gewicht und die Abmessungen des Pakets angeben. Das ausgedruckte Etikett wird auf der Verpackung angebracht, während die Sendung auf Abholung wartet. - Bestellung stornieren und den Kunden darüber benachrichtigen
In dem unwahrscheinlichen Fall, dass du die Sendung nicht erfüllen kannst, musst du die Bestellung stornieren. Dies ist insofern kritisch, da du bei einer Stornorate von über 0,5 % den Prime-Status verlierst.
Beachte zudem Folgendes:
- Wenn ein Kunde zwei Produkte – eines mit und eines ohne Prime – kauft, gibt es zwei Optionen: Du kaufst das Prime-Versandetikett für ein Paket, das beide Produkte beinhaltet, oder du versendest beide Produkte separat.
- Verkäufer können gleichzeitig bei Versand durch Amazon (FBA) und bei Prime durch Verkäufer (FBM) angemeldet sein. Die ASIN muss einem der beiden Programme zugewiesen sein. Je nach Eigenschaft des Produkts bietet sich meist relativ klar eine der beiden Optionen an. Beispielsweise sind schnellverkäufliche Artikel für Versand durch Amazon prädestiniert und hochwertige oder zerbrechliche Artikel eher für Prime durch Verkäufer geeignet.
- ASINs können einer Prime-Versandvorlage nur hinzugefügt werden, wenn sie seit mehr als 90 Tagen im Amazon Marketplace aktiv sind.
Wie läuft die Prime durch Verkäufer-Testphase ab?

Während der Testpase kannst du deine Performance und die Einhaltung der Grenzwerte überwachen
Mit der Testphase prüft Amazon, ob du alle Voraussetzungen für den Prime-Versand erfüllst und mit den Anforderungen bezüglich Liefergeschwindigkeit und Pünktlichkeit mithalten kannst. Das Prime-Logo wird deinen Kunden in dieser Zeit noch nicht angezeigt.
Die Testphase dauert regulär 4 Wochen, in denen mindestens 25 Pakete pro Produktkategorie auszuliefern sind. Kommst du nicht auf diese Zahl, verlängert sich die Testphase jeweils um eine Woche. Nach 12 Wochen ist dann aber auf jeden Fall Schluss.
Wenn deine Rate an pünktlichen Lieferungen deutlich unter dem vorgegebenen Grenzwert von 92 % bleibt, oder deine Stornorate über 0,5 % beträgt, gilt die Testphase als vorzeitig beendet. Du kannst später nochmal eine Testphase durchlaufen, allerdings kann man nur zweimal innerhalb von 6 Monaten und maximal dreimal innerhalb von 12 Monaten teilnehmen.
Andererseits ist es denkbar, dass deine Testphase kürzer ausfällt, wenn deine rezente Verkäuferleistung bereits hervorragend ist.
Während der Testphase und nach dem erfolgreichen Eintritt ins SFP-Programm kannst du deine Performance beobachten. Die aktuellen Kennzahlen sind dann unter „Lagerbestand“ > „Seller Fulfilled Prime verwalten“ > „SFP-Leistung anzeigen“ einsehbar.
Häufige Fragen zu Seller-Fulfilled Prime

In welchen Fällen lohnt sich Prime by Seller nicht?
Prime durch Verkäufer ist für dich kostenlos und bringt dir viele Vorteile ein wie ein erhöhtes Kundenvertrauen, eine höhere Attraktivität und eine bessere Sichtbarkeit. Doch nicht jeder Händler, der sich bewusst für den Eigenversand entschieden hat, möchte in Amazons Abhängigkeit geraten.
Beim Prime-Programm übernimmt Amazon den Kundenservice einschließlich der Retouren. Verkäufer sind verpflichtet, die Retouren zu akzeptieren und Erstattungen zu gewährleisten, können aber nicht darüber entscheiden. Dies hält manche Seller davon ab, Prime für ihre Produkte mit Eigenversand zu aktivieren.
Wer wenig Wettbewerb bei stabiler bis hoher Nachfrage hat, generell schnelle Lieferzeiten gewährleisten kann und eine zufriedenstellende Conversion erzielt, ist weniger auf die Prime-Vorteile angewiesen.
Wie funktionieren Retouren bei Prime durch Verkäufer?
Warenrücksendungen werden von Amazon automatisch genehmigt, wenn du Seller-Fulfilled Prime nutzt. Zumindest dann, wenn der Kunde innerhalb von 30 Tagen die Retoure ankündigt und das Produktgewicht unter 22,6 kg liegt. Er erhält dann ein vorfrankiertes Rücksendeetikett oder in manchen Fällen auch eine vollständige Erstattung, ohne, dass die Ware zurückgesendet werden muss.
Hierzu musst du für das Programm „Vorfrankiertes Rücksendeetikett von Amazon“ angemeldet sein. Egal, ob die Gründe für die Retoure auf dich oder auf den Kunden zurückgehen, hast du die Kosten für die Retoure zu tragen.
Seller kritisieren häufiger Amazons sehr kundenfreundliche Retourenpolitik, was du erheblichen Einbußen führen kann – vor allem dann, wenn die retournierte Ware nicht wiederverkäuflich ist. Für manche FBM-Händler ist dies ein gewichtiger Grund, sich gegen das Prime-Programm zu entscheiden.
Welche Zielvorgaben gelten für die Liefergeschwindigkeit bei Prime?
Inländische Sendungen in Standardgröße müssen binnen vier Tagen erfolgen. Bei mindestens 20 % aller Detailseitenaufrufe pro Woche und Produktkategorie muss ein Liefertermin angezeigt werden, der maximal 24 Stunden in der Zukunft liegt (= Lieferung am selben Tag oder am nächsten Tag). Bei mindestens 50 % der Seitenaufrufe muss die Lieferung binnen zwei Tagen erfolgen.
Das System berechnet den voraussichtlichen Liefertermin, wobei folgende Kennzahlen mit einfließen: Bestellschluss, Feiertage und Wochenenden, Bearbeitungszeit und geschätzte Transportdauer. Die Transportdauer hängt davon ab, aus welcher Region der Seitenaufruf erfolgt, wo der Artikel lagert und wie schnell der Transportservice arbeitet.
Was passiert, wenn meine Liefergeschwindigkeit zu langsam ist?
Liegt deine Liefergeschwindigkeit bei über 3 Tagen und im Vergleich zu anderen Prime-Angeboten in den untersten 15 %, wird den Kunden statt dem Prime-Logo die Mitteilung „Kostenloser Versand für Prime-Mitglieder“ angezeigt. So wissen sie, dass sie nach wie vor vom Gratis-Versand profitieren, obwohl die Lieferzeit dem Standardversand näher kommt.
Kannst du die Grenzwerte für die Prime-Berechtigung nicht mehr einhalten, sendet Amazon drei Warnhinweise innerhalb von 28 Tagen aus, bevor die betroffene Produktkategorie für Prime gesperrt wird. Dann kehren alle in der Kategorie enthaltenen ASINs automatisch zu deinen FBM-Standardeinstellungen zurück. Du kannst den Prime-Status zurückerhalten, nachdem du erneut die Testphase durchläufst. Ansonsten kannst du die ASINs unter „Lagerbestand verwalten“ aus den Prime-Vorlagen entfernen und sie wieder mit deinen Standardvorlagen verknüpfen.
Fazit: Prime durch Verkäufer lohnt sich immer mehr

Wenn man bedenkt, dass Prime-Mitglieder weltweit für die Mehrheit der Umsätze auf Amazon verantwortlich sind, lohnt sich das Logo allemal. Immerhin sind Prime-Kunden besonders treue Amazon-Kunden und kaufen wiederholt auf der Plattform ein – nur so lohnt sich der monatliche Mitgliedschaftsbeitrag für das äußerst beliebte Programm, das schnellen Gratisversand, exklusive Rabatte und exklusiven Zugang zu medialen Inhalten verspricht.
Seller tun sich in den meisten Szenarien einen Gefallen, wenn sie an dem Programm teilnehmen. Die Teilnahmebedingungen haben sich seit der Einführung von Seller-Fulfilled Prime deutlich gebessert, weshalb die Option des Prime-Versands bei Eigenversand attraktiver als je zuvor ist.
Während Amazon die Schwelle, an Prime by Seller teilzunehmen, weiterhin reduziert, erhöht der Weltkonzern den Druck, den hohen Anforderungen an die schnelle Lieferung gerecht zu werden. Bevor du zur Teilnahme berechtigt wirst, musst du eine Testphase durchlaufen und Amazon beweisen, dass der schnelle Versand binnen ein, zwei, drei oder vier Tagen reibungslos funktioniert und du deine Lieferversprechen tatsächlich einhältst.
Deine Leistungskennzahlen werden kontinuierlich gemessen, sodass geübte Logistikprozesse und vorteilhafte Lieferverträge bei Prime durch Verkäufer einen hohen Stellenwert genießen.
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