Eine registrierte Marke bringt auf Amazon sieben Vorteile: A+ Inhalte als erweiterte Produktbeschreibung, einen eigenen Brand Store, Zugang zum Bewertungsprogramm Amazon Vine, zusätzliche Werbeformate mit Sponsored Brands und Sponsored Display, das Auswertungstool Brand Analytics, höhere Schreibrechte bei Produktinformationen sowie das einfache Melden von Markenverstößen. Ohne Markenschutz bist du gegenüber registrierten Händlern deutlich im Nachteil. Der Autor rät deshalb jedem Verkäufer zur Registrierung beim DPMA.

In meinen ersten Telefongesprächen mit Amazon-Händlern, die sich Unterstützung beim Geschäftsaufbau wünschen, stelle ich jedesmal die gleiche Frage: „Verkaufen Sie Ihre Produkte unter einer Marke, die beim Marken- & Patentamt registriert ist?“
Die Bedeutung, die eine Markenanmeldung beim Verkauf auf Amazon hat, ist über die Jahre drastisch gestiegen. So erfahren Händler, die eigens entworfene oder individuell gebrandete Produkte ohne Markenschutz vertreiben, einen großen Nachteil.
Die Markenregistrierung beim DPMA ist für Amazon-Händler nur der erste Schritt. Danach folgt nämlich die Markenregistrierung in Amazons eigener Brand Registry. Welche Vorteile dies mit sich bringt, kläre ich im heutigen Beitrag.
| Wenn du dich fragst, wie du deine Marke bei Amazon anmelden kannst, dann schau dir gerne meinen Beitrag über die Amazon Markenregistrierung an. |
Wer braucht eine Markenregistrierung?
Jeder Seller hat einen individuellen Verkäufernamen. Doch haben deine Produkte auch einen individuellen Markennamen? Und bist du das einzige Unternehmen, das diesen Namen verwendet?
Dann brauchst du definitiv eine Markenregistrierung.
Dabei ist es vollkommen gleich, ob du deine Produkte selbst herstellst (= Hersteller) oder nach deinen spezifischen Anforderungen herstellen lässt (= Private Label). Selbst, wenn du fertige ungebrandete Produkte kaufst und diese unter deinem eigenen Markennamen weiterverkaufst (= White Label), zählst du als Markeninhaber.
| Statistiken zufolge haben rund 60 % aller Amazon Seller eine eigene Marke registriert. Das Private-Label-Konzept hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. In Kategorien mit compliance-schwachen Lifestyle-Produkten, die leicht auf den Markt zu bringen sind, liegt der Anteil der Seller mit eigenes entworfenen Markenprodukten teilweise bei 90 %. |
Nun gibt es den Fall, dass Markeninhaber gar kein Verkäuferkonto bei Amazon haben, aber ihre Produkte zum Weiterverkauf durch Zwischenhändler freigegeben haben. Diese autoristierten Zwischenhändler können keine Markenregistrierung vornehmen, da sie nicht die Markeninhaber sind. Das liegt an dir. Sobald deine Marke auf Amazon präsent ist, musst du dich bei der Brand Registry anmelden.

Markenmöbel vs. No-Name-Möbel auf Amazon
In allen anderen Fällen brauchst du keine Markenregistrierung. Kaufst du die Produkte anderer Marken auf und verkaufst sie weiter? Als Reseller musst du dich um die Markenrechte nicht sorgen, da diese Verantwortung immer beim Markeninhaber liegt.
Auch als Wholesale-Verkäufer und Vendor verschiedener Fremdmarken brauchst du dich nicht darum zu kümmern. Und falls du generische No-Name-Produkte aus Asien vertreibst, die überhaupt gar keiner Marke angehören, kannst du diesen Beitrag getrost ignorieren.
| Generische Produkte sind markenfreie Produkte, die keiner erkennbaren Marke angehören: Sie tragen keinen eindeutigen Namen (nur eine Bezeichnung), kein eindeutiges Logo und keine sonstige Markenkennzeichnung. Erstellst du eine neue ASIN bei Amazon, gibst du im Pflichtfeld für den Markennamen „generisch“ ein. |
Vorteile der Markenanmeldung bei Amazon
Vorteil #1: Du kannst A+ Inhalte erstellen
Ausschließlich Verkäufer mit einer registrierten Marke können bei Amazon den sogenannten A+ Content für ihre Listings nutzen.
A+ Content ist in mehreren anpassbaren Modulen verfügbar und ermöglicht es Verkäufern, ihre Listings mit einer Markenstory, einer erweiterten Produktbeschreibung, Bildern, Grafiken sowie Vergleichstabellen aufzuwerten.
Die A+ Inhalte ersetzen die eigentliche Produktbeschreibung. Mit einer emotionalen Kundenansprache und starken visuellen Reizen, zusätzlichen Informationen sowie praktischen Entscheidungshilfen steuern A+ Inhalte die Kaufentscheidung. Sie steigern nachweislich die Conversion Rate und senken die Retourenrate, während sie weiter zum Branding beitragen.

A+-Inhalte wirken viel attraktiver auf Interessenten als ein reiner Beschreibungstext
Vorteil #2: Du kannst einen Brand Store erstellen
Neben A+ Content bieten Brand Stores eine zweite kreative Möglichkeit, auf Amazon die eigenen Produkte darzustellen.
Der Brand Store nimmt die Funktion eines amazon-internen Online-Shops ein. Man kann diesen mit einem Drag & Drop Builder ganz individuell gestalten und optisch der eigenen Markenwelt anpassen, sodass kein Brand Store dem anderen ähnelt.
Der Brand Store ist über die Produktdetailseite erreichbar, und zwar über einen Link, der sich direkt unter dem Produkttitel befindet. Zudem leiten Sponsored Brand Anzeigen häufig auf den Brand Store. Über eine Kurz-URL in der Form „www.amazon.de/markenname“ ist dein Markenshop auch für Nicht-Amazon-Nutzer zugänglich, sodass du ihn (sofern du keinen eigenen Webshop führst) gerne auch über Newsletter oder Social Media teilen kannst.
Vorteil #3: Du kannst Amazon Vine nutzen
Bei Amazon Vine handelt es sich um das hauseigene Produkttester- und Bewertungsprogramm, welches Händlern mit einer registrierten Marke vorbehalten ist.
Mit Amazon Vine können Händler Artikel mit weniger als 30 Bewertungen an Produkttester verschicken, um sie ihnen kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug geben die Tester eine ehrliche Produktbewertung ab, die meist eine hervorragende Qualität mit viel Text und Bildern besitzt.
Amazon Vine bietet eine sichere und ehrliche Möglichkeit, beim Launch Produktbewertungen zu generieren, und ist daher ein echter Wettbewerbsvorteil für Markeninhaber.

Beispiele für Vine Produktrezensionen vs. normale Kundenbewertungen
Vorteil #4: Du kannst Sponsored Brand & Display Ads schalten
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Markenregistrierung auf Amazon liegt in den zusätzlichen Werbemöglichkeiten.
Grundsätzlich kann jeder Amazon-Verkäufer Sponsored Product-Anzeigen schalten. Verkäufer mit einer Markeneintragung können zusätzlich Sponsored Brand- und Sponsored Display-Anzeigen schalten.
Diese Anzeigen bieten teilweise kreative Formate, bevorzugte Positionen und ein genaues Zielgruppentargeting. Während Sponsored Brand Ads Neukunden gewinnen und die Markenwahrnehmung formen, sind Sponsored Display Ads ein effektives Tool für das Retargeting.
Vorteil #5: Du kannst Amazon Brand Analytics nutzen
Amazon Brand Analytics ist ein kostenfreies Auswertungstool für Suchanfragen und das Kaufverhalten auf Amazon. Seit Mitte 2019 können Markeninhaber anhand sehr wertvoller First-Party-Daten aktuelle Suchtrends und Kauftrends auswerten, um Optimierungsstrategien bezüglich SEO, Sortiment, Markenauftreten, Werbung etc. zu entwickeln.
Damit ist Amazon brand Analytics ein mächtiges Tool, das – wenn es richtig genutzt wird – ein enormer Wettbewerbsvorteil sein kann.
Vorteil #6: Du hast mehr Kontrolle über die Produktdetailseiten
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Amazon Brand Registry ist die größere Kontrolle über die Darstellung der eigenen Produkte.
Auf Amazon werden viele Markenartikel von mehreren Händlern gleichzeitig angeboten (= Reselling). Die Produktdetailseite wird von demjenigen Händler erstellt, der den Artikel zuerst im System hinterlegt. Händler, die sich später mit ihrem eigenen Angebot an das Listing dranhängen, können Änderungsvorschläge einreichen.
So kann es passieren, dass die Produktdetailseite veraltete oder fehlerhafte Informationen enthält. Markeninhaber können dies melden und gegen unberechtigte Änderungen vorgehen. Amazon berücksichtigt die vom Markeninhaber bereitgestellten Marken- und Produktinformationen stärker als die Änderungsvorschläge der Reseller.
Vorteil #7: Markenverstöße melden
Leider kommt es regelmäßig vor, dass es zu Markenrechtsverletzungen kommt. Als Markeninhaber kannst du glücklicherweise relativ unkompliziert über die Amazon Brand Registry etwaige Verstöße melden. Amazon prüft die Meldung und ggf. beigefügte Nachweise, und leitet bei Bedarf Maßnahmen ein, um deine Marke zu schützen.
Typische Fälle des Markenmissbrauchs sind beispielsweise:
- Händler bieten Produkte unter deinem Markennamen an, ohne dazu berechtigt zu sein
- Gefälschte Produkte werden als Originalprodukte deiner Marke verkauft
- Dein Logo wird unberechtigterweise im Zusammenhang mit markenfremden Produkten dargestellt
- Produktdetailseiten werden von anderen Verkäufern manipuliert
- Produkte werden falsch zugeordnet und dann unter einer ASIN deiner Marke angeboten
- Fremde Produkte werden mit deinem Markennamen beworben, um von deiner Bekanntheit zu profitieren
Fazit: Die Markenregistrierung bei Amazon ist ein Muss
Ich rate jedem Verkäufer auf Amazon dringend dazu, die Markenregistrierung in der Amazon Brand Registry durchzuführen. Selbst Markeninhaber, die ihre Produkte von anderen (autorisierten) Händlern verkaufen lassen, profitieren von dem Schutz- und Kontrollmechanismus.
Nachteile gibt es an sich keine – es ist daher keine Entscheidung, die vorsichtig abgewägt werden muss.
Amazon bietet Herstellern und Private Label-Händlern mehrere fortschrittliche Tools, um den Markenaufbau voranzutreiben und ihre Wettbewerbsfähigkeit auszubauen. Diese sind über den Eintrag in der Brand Registry zugänglich.
Wer dies nicht zu seinem eigenen Vorteil nutzt, hat wohl keinen Geschäftssinn und meines Erachtens dann auf Amazon auch nichts zu suchen.
| Übrigens: Wir sind eine Amazon Agentur, die Markeninhabern hilft, ihre SEO- und PPC-Strategie dem immer härter werdenden Wettbewerb anzupassen. Gerne schauen wir uns dein Sortiment und deinen Amazon Account an, um Strategien für eine anhaltende Gewinnmaximierung zu entwickeln. Ich freue mich auf deine Nachricht! |







